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Tränen am Oubangui

Eine Deutsche im Herzen Afrikas.
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Produktdetails

Titel: Tränen am Oubangui
Autor/en: Cornelia Canady

EAN: 9783942822022
Format:  EPUB ohne DRM
Eine Deutsche im Herzen Afrikas.
hey! publishing

29. Oktober 2012 - epub eBook - 302 Seiten

Die Tierfotografin Julia wird von zwei befreundeten Wissenschaftlern zu einer Expedition ins noch unerforschte Kongobecken überredet. Dort wird ihr Mut auf schwere Proben gestellt: Sie begegnet steinzeitlich lebenden Pygmäen, erlebt in gefährlichen Situationen die wilden Tiere des Djungels, verfällt dem Vodoo-Zauber - und sie trifft Tahim, den Mann ihrer Träume, dessen exotische Sinnlichkeit ihr ganzes Leben verändert. Dieses Buch ist Abenteuerroman und Biographie zugleich - in der Heldin Julia beschreibt die Autorin eigene Abenteuer, die Gefahren und das Glück, das ihr Leben in Afrika für sie birgt.
Cornelia Canady, geboren 1942 in Berlin, war Cutterin und Naturfilmexpertin am Max-Planck-Institut für Verhaltensforschung, bevor sie für über zehn Jahre in die Zentralafrikanische Republik übersiedelte. Dort engagierte sie sich für die Erhaltung des Urwaldes, der dem letzten traditionell lebenden Pygmäenstamm Lebensraum bietet. Cornelia Canady beschreibt ihr abenteuerliches Leben in der fremden Kultur in ihrer Biographie "Die Gottestänzerin" sowie in den Romanen "Tränen am Ouibangui" und "Ruf des Abendwindes". Heute lebt die Autorin auf Teneriffa - doch wie ihre Heldinnen zieht es auch sie immer wieder nach Afrika zurück. Foto: (c) Privat

1


 

Glück ist der Stuhl, der plötzlich da steht, wenn man sich gerade zwischen zwei andere Stühle setzt. Ich hatte ihn getroffen, saß nun fest darauf und bewegte mich zügig in Richtung Linz. Dabei dachte ich an Afrika, an Bangui, diese unbekannte Stadt am Regenwald, zu der es mich nun verschlagen sollte; dachte an die verschiedensten Farben, an Palmen, Blüten, Hütten, Menschen, Tiere. Ich war voller Spannung und kontrollierte vorsichtshalber noch einmal die Tasche mit meiner Fotoausrüstung. Die große Chance für meinen ersten eigenen Fotoband war gekommen, und ich würde Aufnahmen von den aufregendsten Motiven machen, die einer Fotografin aus München-Giesing jemals vor die Linse geraten waren ... Pygmäen, Elefanten, Schimpansen, Löwen - gab es dort überhaupt Löwen?

Plötzlich empfand ich tiefe Dankbarkeit gegenüber Adalbert, dem österreichischen »Hofrat«, daß er mich zu dieser Urwaldexpedition überredet hatte. Eigentlich war Urwald - dampfendes grünes Labyrinth, wie ich es mir vorstellte -, nicht meine Sache. Aber Adalbert fand, wir sollten mit dieser Expedition in den Tropenwald am Oubangui einen Wunsch von Wolfgang, seinem tödlich verunglückten Sohn, erfüllen. In Wolfgang war ich sehr verliebt gewesen, und dann war er von einem Tauchgang nicht mehr zurückgekommen. Sein Tod hatte mich tief getroffen, und obwohl er fünf Monate zurücklag, erholte ich mich nur langsam von dem Schock. Doch diese Reise sollte mich auf neue Gedanken bringen.

Während der Zug sich der österreichischen Grenze näherte, sah ich Adalbert in seiner dünnen, grau schattierten Erscheinung vor mir, wie er mich vor einigen Monaten in seinem Naturkundemuseum mit Marillenschnaps und Mozartkugeln davon überzeugt hatte, daß meine Ängste vor dem Dschungel und seinen
Bewohnern unangebracht seien. Natürlich hatte er mich bei meinem Sportsgeist gepackt, ich wollte nicht als typisch weibisch eingestuft werden. Also hatte ich das Angebot angenommen, seinen neuen Katalog zu bebildern. Er hatte nicht mit österreichischem Charme gegeizt und in den höchsten Tönen von meiner letzten Fotoausstellung geschwärmt. Ja, meine Vernissage mit den Obdachlosen-Porträts war ein großer Erfolg gewesen. Schließlich hatte mich auch mein Big Boss, »II Professore« vom Max-Planck-Institut, zu der Reise ermuntert und mir wichtige Informationen über Fauna und Flora im Regenwald mit auf die Reise gegeben. Großzügig beurlaubte er mich von meiner Arbeit im Fotoarchiv.

Die Fahrt verlief reibungslos. In meinem Abteil saßen zwei Amerikaner und ein Student aus Schweden; polnische Würstchen wurden von einem türkischen Kellner angeboten, und ein griechischer Schaffner knipste gerade meine Fahrkarte. Leichter Patriotismus überkam mich. München-Giesing war schließlich auch nicht übel.

In Linz wartete Inge, Adalberts Assistentin, bereits auf mich, und während die winterlich fahle Sonne in dem alten Bahnhof ausgerechnet auf meinen schäbigen Armysack fiel, rief Inge erstaunt aus: »Servus Julia, ist das etwa dein ganzes Gepäck?«

»Ja. Ich dachte, so könnte ich leichtfüßig und schnellstmöglich aus brenzligen Situationen flüchten.«

Inge umarmte mich. »Wenn dich der Pygmäenhäuptling jagt?«

»Zum Beispiel.«

Aufgekratzt fuhren wir zum Museum. Dort ging es hektisch zu: ein »kleiner Brauner« mit Schlagobers und letzte Kontrolle der Medikamente - Antihistamine, Fansidare, Penizilline, Antischlangendings, Malariapips und Pipapo. Ein bärtiger junger Mann tapste mit einem Schmetterlingsköcher zwischen der Ausrüstun
g herum und versuchte mit bärenhafter Grazie, die dichtgestapelten Tüten und Kartons zu umgehen. Gebannt sah ich zu.

»Das ist unser Biologe und Zoologieprofessor Nosbusch. Er reist mit uns«, erklärte Adalbert, dem plötzlich einfiel, daß wir uns noch gar nicht begrüßt hatten. »Entschuldige, Julia, aber die Hektik ...« Und er drückte mich eilig an seinen langen, hageren Körper.

Der Biologe hielt mir seine kräftige Hand entgegen: »Nenn mich einfach Nossi, okay?«

»Freut mich, ich bin Julia, das Greenhorn.«

Der Chauffeur kam, Gepäck wurde verladen, Inge weinte zum Abschied, und weiter ging es nach Wien.

Auf der Fahrt fanden wir endlich Zeit, uns in Ruhe zu begrüßen. Adalbert nahm mich väterlich in die Arme. »Ich freue mich so, daß du doch noch zugesagt hast. Du wirst sehen, daß deine ganze Angst unnötig war. Nosbusch kennt sich in Afrika bestens aus, und schließlich sind wir immer in deiner Nähe.«

Die letzte Bemerkung gefiel mir überhaupt nicht, und mir kamen wieder Zweifel. Hatte es eigentlich schon Expeditionen mit weißhäutigen langhaarigen Großstädterinnen auf Pygmäenjagd gegeben? Die beiden anderen waren zumindest Biologe, Ethnologe, Mediziner und »Hofrat«, ich hingegen war nur ein fotografierendes Greenhorn. Wenigstens sprach ich als einzige französisch - glaubte ich zumindest. Flughafen Wien, 18 Uhr, sechs mal acht Meter Rucksack, acht prall gefüllte Plastiktonnen und drei Meter mittelgroße Taschen standen vor uns, unser »Handgepäck«. Ich kannte bereits den Schmerz einer zehn Kilo schweren Tasche, die möglichst leicht und elegant am kleinen Finger baumeln sollte. Nosbusch hatte Erbarmen und verteilte sämtliche Rucksäcke am eigenen Körper. Sein Gesicht lief gerade blutrot
an, als Adalbert ihm noch drei Taschen entgegenhielt. »Kannst du das noch umhängen, wir müssen sonst ein Vermögen für Übergewicht bezahlen.« Nosbusch sah so ratlos aus, daß ich ihm eine Reisetasche abnahm und zusätzlich über meinen Tragesack hängte. Das Gewicht zwang mich fast in die Knie. Bei der Paßkontrolle folgte uns ein spöttischer Blick ... Rucksacktouristen, aber man ließ uns hindurch.

Weiter nach Paris. Dort der Transitgang, nein, zurück, verdammt, die Zeit wurde knapp. Air Afrique, wo bitte, vite. Ahhh, am anderen Ende, Dauerlauf, schweißtreibende Kontrollen. Bei der Gepäckdurchleuchtung wäre ich beinahe auf dem Fließband mitgefahren, ein Riemen hatte sich an meinem Ärmel verheddert. Dabei sollten wir uns doch unauffällig verhalten wegen des ›Handgepäcks‹. Nosbusch schubste mich von hinten weiter, schob mich mit der einzigen unbepackten Stelle seines warmen Bauches voran, bis wir im Flugzeug endlich unsere Plätze erreichten.

Entnervt ließ ich alles zu Boden fallen und verschwand auf die Toilette. Die Schulter schmerzte, und ich entdeckte unter der Bluse einen dicken rotblauen Striemen, der sich bis zum Busen zog und tief ins Fleisch gekerbt hatte. Die Expedition hatte offensichtlich begonnen. Der Spiegel verriet mir mein gegenwärtiges Alter: der vergrämte Blick einer Mittfünfzigerin ... Ja, ich fühlte mich tatsächlich doppelt so alt, wie ich war. Sachte kühlte ich meine lädierten Körperstellen, versuchte mein Kostüm herzurichten, das einem frisch ausgewrungenen Scheuerlappen glich, und gesellte mich wieder zu meinen Begleitern.

Erschöpft fiel ich in den Sitz am Fenster und freute mich auf einen großen Drink mit klirrendem Eis. Ich spürte das Vibrieren der Motoren, und plötzlich wußte ich: Dies war der Anfang einer langen Geschi
chte. Afrika wartete auf mich mit vorschriftsmäßig blühenden Akazienbäumen, Sklaven, die mit Straußenfederfächern wedelten, untergehender Sonne am Ende eines langgezogenen Savannenpfades ... Regenwald mit Schmusekatze, Vanilleeis an Dschungelbeeren...

In der Morgendämmerung begann der Anflug auf Bangui. Abenteuer verhieß der Blick durch das Fenster: Tief unten dampfte der Urwald. Die Landung war so hart, daß Gepäck, Kartons, Tüten und Proviantreste in den Mittelgang stürzten. Dazu tönte aus dem Lautsprecher die samtige Stimme des Piloten: »Bienvenue à Bangui - Wir haben 41 Grad. Air Afrique wünscht Ihnen einen angenehmen Aufenthalt ...«

Auf der Gangway erstickte mich der erste Atemzug fast, schnürte mir die Kehle zu und war zu heiß für meine Lunge. Feuchtigkeit kroch mir in die Bluse, und im Nu war ich völlig naßgeschwitzt. Neugierig ließ ich die Blicke schweifen. Vereinzelte, ausgedörrte Palmlinge belebten das monotone Bild des verbrannten Geländes, aus dem sich der klotzige, verrottete Flughafenbau erhob. Die Hitze war so drückend, daß ich kaum atmen konnte. Das Gepäck wurde von schwarzen Uniformierten Stück für Stück durchwühlt und in einer fremden Sprache kommentiert.

Nosbusch kauderwelschte bereits mit einem Zollbeamten. »Julia, hilf doch mal. Ich glaube, er will wissen, was wir in der Zentralafrikanischen Republik Vorhaben. «

Nun kam die Stunde der Wahrheit, in der sich mein Schulfranzösisch bewähren sollte. »Mais oui«, entschlüpfte es mir fließend, und ich versuchte dem Menschen mit meinem schönsten Lächeln zu erklären: »Wir ... äähhh, bleiben im ähhh ... forêt... Urwald ... avec ... pygmées.«

Hilfesuchend blickte der Zollmensch zu einem Kollegen in Tipptopp
-Uniform und schneeweißem Hemd. Ich vertiefte mein Lächeln. Da kam er auch schon und blickte auf meinen glänzenden Kugelschreiber.

»Pour vous, monsieur.« Mit diesem wunderbaren Satz schenkte ich ihm den Stift. »Bitte Nosbusch, kümmere dich um unser Gepäck, ich regle das hier schon.« Mir war es peinlich, daß er bei meinen weiteren Sprachversuchen zuhören würde, denn offensichtlich hatte ich das meiste vergessen.

Der Uniformierte begleitete uns freudig zur Paßkontrolle, und dann ging es zügig voran.

Ein gestreßter, völlig verschwitzter Mensch näherte sich uns, Felsfurch, der vierte Teilnehmer unserer Expedition. Er hatte sich bei unserer Begegnung in München bereit erklärt, die Verantwortung für diese Expedition zu übernehmen, allerdings unter der...


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