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Der 7. Tag

Kriminalroman.
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Produktdetails

Titel: Der 7. Tag
Autor/en: Nika Lubitsch

ISBN: 3868824472
EAN: 9783868824476
Kriminalroman.
MVG Moderne Vlgs. Ges.

23. Oktober 2017 - kartoniert - 185 Seiten

"Der 7. Tag" hat monatelang die Kindle-Bestsellerliste angeführt. Auf vielfachen Leserwunsch gibt es den hinterhältigen Kriminalroman mit unerwartetem Ausgang jetzt auch als Taschenbuch. Sybille und Michael sind ein glückliches Paar. Jetzt endlich erwarten sie ein Baby. Da verschwindet Michael spurlos. Sybille befindet sich mitten in einem Albtraum, aus dem es kein Erwachen gibt. Als ihr Mann erstochen aufgefunden wird, gibt es nur eine Verdächtige: seine Ehefrau. Die Anklage lautet auf Mord. Während Sybille vor Gericht den Ausführungen der Zeugen zuhört, zieht ihr gemeinsames Leben an ihr vorbei. Am siebenten Prozesstag erkennt Sybille plötzlich die Wahrheit. Sie muss sie nur noch beweisen.
Nika Lubitsch ist das Pseudonym einer Berliner Autorin, die schon mehrere erfolgreiche Sachbücher veröffentlicht hat. Der 7. Tag ist ihr erster Kriminalroman, weitere werden folgen.

Der zweite Prozesstag


Heute sage ich kein Wort mehr, sonst werde ich wieder im falschen Zusammenhang zitiert. Du kannst dich auf mich verlassen, Ulli.

Und wieder ist der Gerichtssaal vollgestopft mit Neugierigen. Die Vorsitzende Richterin sieht ein bisschen zerknittert aus, hat wohl nicht allzu gut geschlafen. Wechseljahre, vermutlich. Mein Fall wird es wohl kaum sein, der ihr den Schlaf raubt. Dazu schaut sie viel zu unbeteiligt über ihre Goldrandbrille hinweg. Auch kein leichter Job, sich immer das Elend anderer Leute anhören zu müssen. Mitleid kann man sich da nicht leisten. Aber wer will schon Mitleid?

Heute wird die blutige Schlacht weitergehen. Der strebsame Staatsanwalt hat als Zeugen die halbe Polizei von Lichtenrade und Mahlow aufgerufen. Sie werden die Chance nutzen und sich vor den anwesenden Medienvertretern in das rechte Licht der Öffentlichkeit setzen. War ja auch eine tolle Leistung, wie sie drei Stunden nach Auffinden von Michaels Leiche in einer grenzüberschreitenden, konzertierten Aktion in mein Hotelzimmer eindrangen.

Ulli lächelt mich an. Ja, ich weiß, du willst mir Mut machen. Wir kennen uns so lange, Ulli, haben so viel gemeinsam erlebt. Ich erinnere mich noch an die tollen Zeiten zu Beginn des neuen Jahrtausends.

Für mich bedeutete die Jahrhundertwende zunächst einen neuen Job. Ich hatte einen Volontariatsvertrag mit einer renommierten Berliner PR-Agentur unterschrieben. Vom ersten Tag an war ich quer durch Deutschland unterwegs. Dabei lernte ich Supermärkte einweihen, Messen und Kongresse organisieren, Zeitungen produzieren und Wahlkampf machen. Wenn ich nicht gerade unterwegs war, pendelte ich zwischen meiner gemeinsamen Schöneberger Bude mit Gabi in der Regensburger Straße und Michas Charlottenburger Dachwohnung in der Suarezstraße. An den Wochenenden reiste Micha mir quer durch die Republik hinterher. Wir erkundeten Rostock und Aschaffenburg, Dresden und Schwäbisch Hall. Manchmal machten wi
r uns zu viert auf den Weg, bewaffnet mit Picknickkörben und Decken. Es war eine wundervolle, unbeschwerte Zeit. Wir waren grenzenlos verliebt und die Welt schien uns zu Füßen zu liegen.

Sie haben den ersten Zeugen für heute aufgerufen. Ich kann mich an ihn nicht erinnern. Oliver Kausch vom zuständigen Polizei-Abschnitt, der zuerst von den Angestellten des Hotels in Lichtenrade benachrichtigt wurde. Ob der wohl vorher schon mal eine Leiche gesehen hat, frage ich mich. Er sieht aus, als sei er nicht älter als zwanzig. Der Staatsanwalt muss ihm jeden Satz aus der Nase ziehen. Er habe sofort die Mordkommission angerufen. Erstaunlich, dass er das konnte und nicht vorher umgekippt ist. Diesen Zeugen hätten sie sich wohl sparen können. Der träumt wahrscheinlich immer noch jede Nacht von dem grausigen Fund, den er im Februar gemacht hat.

Als Nächstes ist der Leiter der ermittelnden Mordkommission in Berlin dran. Hans-Peter Schulze. Lederjacke, Jeans, ungepflegte Haare. Ich entsinne mich, der war wirklich dabei, als ich in meinem Bett in diesem Hotelzimmer in Mahlow, direkt an der Stadtgrenze zum Berliner Bezirk Lichtenrade, wieder zu mir gekommen bin. Aber es waren so viele dabei. Ich habe kaum registriert, wer da was zu sagen hatte und wer nicht.

Die Kompetenz-Show kann beginnen. Hans-Peter scheint Gerichts-Profi zu sein. Er ist kaum zu stoppen, erzählt, welche Maßnahmen er zur Sicherung des Tatortes vorgenommen hat. Die Zuschauer langweilen sich. Sie wollen Sensationen, nicht polizeiliche Routinearbeit. Ulli zwinkert mir zu. Er hat Hans-Peter schon bei den endlosen Vernehmungen in Rage gebracht. Heute ist dein Tag, Ulli.

Unser Schicksal hat zum ersten Mal an diesem schwülheißen Sommertag im Jahr 2000 angeklopft. Es war wieder August, was sonst. Wir hatten einen verschwiegenen See in der Nähe vom Kloster Chorin gefunden und uns zu viert am Ufer zu einem Picknick niedergelassen. Wie wir unsere wenigen freien, gemeinsamen Wochenenden genossen hab
en! Wir sind einfach ins Auto gestiegen und raus aufs Land gefahren. Wir liebten die Melancholie unserer heimischen, brandenburgischen Landschaft: Barnim, Fläming, Havelland, Uckermark, wir waren immer unterwegs.

Gabi hatte Buletten und einen Käsekuchen gemacht, während ich Kartoffelsalat und scharfe Chicken Wings gezaubert hatte. Schon beim Kochen in unserer Rumpelküche in der Regensburger Straße hatten wir unseren Spaß. Wir haben einen Liter Rotwein (natürlich den billigen von Aldi) dazu getrunken und geschnattert wie eine Gänseherde. Ihr Männer wart wie immer für die (besseren) Getränke zum Picknick zuständig.

Wir saßen am Ufer dieses Sees, dessen Namen ich vergessen oder vielleicht auch nie gewusst habe, und ließen den Tag auf uns niederfallen. Und dann sagte Michael, er werde jetzt versuchen, seine Notarzulassung zu bekommen. Michael war damals schon auf Wirtschaftsrecht spezialisiert, Ulli auf Strafrecht. Ich fragte ganz naiv, was das mit der Notarzulassung bedeuten würde.

Na, ganz einfach, sagtest du, Micha ist jetzt seit zehn Jahren niedergelassener Anwalt. Jetzt kann er sich um die Notarzulassung bewerben. Aber er wird heftig lernen und viel Glück haben müssen, damit es klappt. Die Zahl der Notare ist beschränkt, es entscheidet ein Losverfahren. Wenn es klappt, wird er reich.

Und wieso machst du das nicht?, fragte ich Ulli. Nee, Verträge vorlesen ist nicht mein Ding. Ich bin Strafrechtler und bleibe Strafrechtler. Aber Micha kann mir die Mandanten bringen. Erst macht er mit denen die Grundstücksverträge und beglaubigt sie. Und wenn seine Mandanten dann in Schwierigkeiten geraten und für irgendwelche obskuren finanziellen Transaktionen angeklagt werden, kann ich sie wieder raushauen.

Fröhlich singend haben wir uns in Michaels BMW auf den Heimweg gemacht. Mir wurde zuerst schlecht. Salmonellenvergiftung, konstatierte Gabi kühl, bevor sie sich selbst in den Straßengraben erbrach. Unser Ruf als begnadete Köchinnen war danach n
icht mehr zu erschüttern.

Hans-Peter Schulze ergeht sich in der Aufwandsschilderung der Zeugenvernehmung in Michaels Hotel. Sehr geschickte Einleitung zu seinem großen Coup! Also zugegeben, das war schon eine geniale Idee, die eingegangenen Anrufe für Michael zu kontrollieren. Wäre nicht jeder drauf gekommen, dass das Hotel so einen Speicher hat, in dem die Nummern der ein- und ausgehenden Anrufe aufgezeichnet werden. Der Staatsanwalt strahlt und die Zuschauer sind wie gebannt. So was erlebt man sonst schließlich nur im Fernsehen. Ulli versucht ihn zu stoppen. Er solle doch mal genau erklären, wie er so schnell Amtshilfe aus dem brandenburgischen Mahlow bekommen habe. Danke Ulli, du hast den Bann gebrochen.

Kurz vor Weihnachten 2000 platzte die Bombe. Mir ist, als sei es gestern gewesen: Gabi saß heulend in unserer Zwei-Frauen-WG in der Regensburger Straße. Was ist denn mit dir los?, fragte ich entsetzt, während ich versuchte, meine Stiefel auszuziehen.

Ich bin schwanger, sagte Gabi.

Ach du Scheiße! Ich ließ mich noch im Mantel in unseren Rattan-Schaukelstuhl fallen.

Hast du die Pille vergessen?

Nein. Aber entsinnst du dich an unsere Salmonellenvergiftung nach dem Picknick im August? Da muss es wohl passiert sein.

Ich entsann mich sehr gut. Wir hatten uns alle vier fast eine Woche die Seele aus dem Leib gekotzt. Aber, wieso August, ich meine, jetzt ist Dezember. Soll das heißen, dass du im vierten Monat bist?, fragte ich entsetzt.

Du sagst es, heulte Gabi.

Heißt das, du kannst es nicht mehr wegmachen?

Das heißt es. Und ich würde es auch nicht wegmachen.

Oh Mann, und was ist mit deinem Facharzt? Dein Studium kannst du dir doch jetzt in die Haare schmieren. Weiß Ulli schon davon?

Nein, gab Gabi kleinlaut zurück. Ich komme damit schon klar, dann mache ich eben meine Ausbildung später fertig.

Wieso hast du eigentlich bis jetzt nichts gemerkt?, fragte ich Gabi noch immer fassungslo
s.

Du weißt doch, ich war im Stress, die ganzen Nachtschichten und, na ja, ein bisschen Blutungen habe ich auch gehabt. Ich bin nur zum Gyn, weil mir immer so schlecht war.

Du musst es Ulli sagen.

Ich weiß, aber ich habe Angst.

Wir haben die ganze Nacht über eine Strategie geredet, wie man dir beibringen könnte, dass es bald einen oder eine Henke junior geben würde.

Endlich, Hans-Peter Schulze wird aus dem Zeugenstand entlassen. Jetzt kommt sein brandenburgischer Kollege, Rolf Sikorsky. Der hat schon dem Arbeiter- und Bauernstaat gedient.

Sei nicht ungerecht Sybille, die Männer machen doch auch nur ihren Job. Und weiß Gott keinen leichten. Jetzt werde ich einfach öffentlich seziert. Klasse. Die Journalistenkollegen spitzen schon die Bleistifte. Ich hoffe, dass Sikorsky nicht allzu plastisch erzählt, in welchem Zustand sie mich in diesem miesen Hotelzimmer in Mahlow, keine fünfhundert Meter von Michaels Hotel in Lichtenrade entfernt, gefunden haben. Ich werfe einen flehentlichen Blick in Ullis Rücken, in den ich die ganze Zeit schauen muss. Hilf mir, Ulli, bitte, hilf mir. Ich hoffe, er hat telepathische Fähigkeiten.

Gabi jedenfalls brauchte ich damals nicht zu helfen. Das mit der Strategie, die wir uns ausgedacht hatten, um dir schonend beizubringen, dass du Vater werden würdest, war zwar lieb gemeint, aber völlig unnütz. Du hast einfach selbst gemerkt, dass Gabi schwanger war. Als sie am Sonnabendmorgen nicht vom Klo runterkam, hast du gesagt:

Ich glaube, Liebling, du bist schwanger.

Gabi hat geheult, du auch. Dann hast du Micha angerufen und uns zum Abendessen...


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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Der 7. Tag - von Papierwenderin - 03.04.2013 zu Nika Lubitsch „Der 7. Tag“
Dieses eBook hatte ich schon so lange auf meinem Pad, dass ich es schon wieder fast vergessen hatte. Nun steht ¿Der 7. Tag¿ schon so lange auf Platz 1 der Kindle Bestseller Liste bei amazon, dass ich es wieder ausgebuddelt und schnell gelesen habe. Der 7. Tag ist ein Kriminalroman, der am Anfang sehr verwirrend geschrieben ist. Sybille sitzt im Gerichtssaal und hört ihrem Strafverteidiger zu ¿ Sibille soll ihren Mann Michael brutal ermordet haben ¿ nur, sie kann sich an nichts erinnern. Während der Verhandlung switchen ihre Gedanken immer weiter in die Vergangenheit und der Leser hüpft mehr oder weniger mit. Ich fand diese Sprünge grauenhaft. Ein Absatz (!) im Gericht, der nächste irgendwann früher. Wären die Abschnitte in Kapiteln aufgeteilt gewesen hätte mich das sehr gefreut. Es gab zwar Kapitel, aber diese waren leider nur in Prozesstage unterteilt, schade. Im zweiten Teil geht es dann mit Sybilles Geschichte so richtig los und der Leser erfährt wie es mit Micheal und Sybille anfing und endete. Dieser Teil war sehr spannend bis vorhersehbar aber gut gelungen. Im letzten Teil werden alle Unklarheiten, die es eventuell noch geben sollte durch die Presse erzählt. Alles in allem ist es ein schöner Kriminalroman für zwischendurch. Am Anfang etwas schwierig später besser zu lesen. Ich selbst habe mir mehr von einem Buch erhofft, welches sich so lange auf der Top 1 halten kann, daher vergebe ich 3 Sterne.
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