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Bezugsbetreuung für Kinder mit Bindungsstörungen

Ein Konzept für die heilpädagogisch-therapeutische Praxis.
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Produktdetails

Titel: Bezugsbetreuung für Kinder mit Bindungsstörungen
Autor/en: Britta Schroll

EAN: 9783828856264
Format:  EPUB
Ein Konzept für die heilpädagogisch-therapeutische Praxis.
Tectum Verlag

2. September 2013 - epub eBook - 193 Seiten

Nach Erfahrungen der Verwahrlosung, dem Verlust von Elternteilen oder gar sexuellem Missbrauch können Kinder häufig keine tragenden Bindungen zu Erwachsenen aufbauen. Diesen schwer traumatisierten jungen Patienten fehlt zumeist die Erfahrung positiver Zuwendung, die nicht mit körperlichen oder seelischen Schmerzen erkauft werden muss. Von Erwachsenen um ihrer selbst Willen angenommen zu werden, ist für diese Kinder zuerst ein verwirrendes Erlebnis. Seit vielen Jahren setzt die pädagogische und therapeutische Begleitung von Kindern mit Bindungsstörungen erfolgreich auf die Bezugsbetreuung. Dabei wird jedem Kind bei stationärer Behandlung eine feste Bezugsperson zur Seite gestellt, die die von Eltern gelassene Leerstelle ausfüllt. Trotz zahlreicher Therapie-Erfolge wurde dieser Behandlungsansatz bislang nicht fachtheoretisch beschrieben. Anhand eines erhobenen Fallbeispieles und unter Rückgriff auf bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse legt Dipl. Soz. Päd./-arbeiterin Britta Schroll hiermit endlich einen längst überfälligen Konzeptentwurf für die Bezugsbetreuung im (heil)pädagogisch-therapeutischen Arbeitsfeld vor.

4 Kinder mit Bindungsstörungen und deren Bedürftigkeiten

4.1 Definition des Begriffes Beziehung

Beziehung kann oberflächlich betrachtet definiert werden als Rolleninteraktion. Zwei Beziehungspartner gehen nicht als Individuen, sondern funktionell als Rollenträger miteinander um (z. B. Mutter – Kind, Sozialpädagoge – Klient, usw.). Die gesellschaftliche Definition der jeweiligen Rolle legt das Verhalten beider im Wesentlichen fest (vgl. Kistner 2002, 19). Obwohl die soziale Interaktion die Grundlage für Beziehung bildet, lässt diese sich nicht auf die sichtbare Handlungsebene reduzieren. Eine maßgebliche Rolle spielen nämlich darüber hinaus die wechselseitigen Emotionen und die jeweiligen individuellen Persönlichkeiten der beiden Beziehungspartner. Dies zeigt sich besonders darin, dass Beziehungen auch bei Trennungen weiter bestehen können, obwohl in dieser Zeit keine Interaktion stattfindet.

Die Art von Beziehungen hängt dennoch von der objektiven Situation, d. h. den Rahmenbedingungen und den gesellschaftlichen Vorgaben ab. Die wichtigsten sind:

- die sozialen Rollen der Beteiligten
- der Gegenstand der Interaktion
- der Zweck der Interaktion
- die voraussichtliche Dauer
- die Wahl oder Vorgabe des Interaktionspartners
- die wechselseitige soziale Macht der Beteiligten (vgl. ebd.)

Da Beziehungen aber zwischen Personen und nicht zwischen Rollen bestehen, entwickeln sie sich auf dem Hintergrund der Persönlichkeit der Beteiligten, wozu z. B. die eigene Rollendefinition und -gestaltung, eigene Normen und Werte, Stereotype, Wünsche, Bedürfnisse, der eigene Kommunikationsstil sowie die individuelle Beziehungsfähigkeit gehören. Es kann also gesagt werden, dass die Grundvoraussetzung von Beziehung ein „personales Gegenüber“ ist (vgl. ebd.).

Der Begriff der Beziehung und d
eren Bedeutung beschäftigt die Anhänger verschiedener Wissenschaften, wie Theologen, Philosophen und Erziehungswissenschaftler bereits seit mehreren hundert Jahren. Insbesondere auch die pädagogische Beziehung rückte dabei in den Mittelpunkt der Betrachtungen und wurde aus unterschiedlichen Zeit- und Gesellschaftskontexten heraus erfasst und definiert. Einige davon sind aus der heutigen Sicht der pädagogischen Arbeit sicherlich überholt und nur noch von historischem Wert. Andere wirken, sei es ganz oder teilweise, bis heute auf das Verständnis von pädagogischer Beziehung ein oder geben Anlass zu kritischen Auseinandersetzungen. In diesem Kapitel sollen einige ausgewählte Sichtweisen zusammenfassend dargestellt werden.

4.1.1 Das dialogische Prinzip nach Martin Buber

Der Theologe und Philosoph Martin Buber beschäftigte sich intensiv philosophisch-anthropologisch mit der zwischenmenschlichen Beziehung, deren Wesen, Entstehung und Bedeutung für den Menschen. Buber sieht das Prinzip des Menschseins als ein auf zwei Aspekten beruhendes Sein. Der erste Aspekt ist die „Urdistanzierung“, also die Fähigkeit, sich getrennt von seinem Gegenüber wahrnehmen zu können sowie das Gegenüber als selbstständige Person zu erkennen. Darauf aufbauend folgt das „In-Beziehungtreten“, denn nach Buber kann nur derjenige in eine Beziehung eintreten, der sich auch distanziert von seinem Gegenüber sehen kann (vgl. Buber 1978, 11).

Aufgrund dieser beiden Aspekte ist es dem Menschen möglich, durch Sprache mit anderen in einen Dialog treten, den Buber als dialogische „Ich-Du“ Beziehung bezeichnet. Um überhaupt Mensch werden zu können, ist er geradezu existenziell auf die Bestätigung und Anerkennung angewiesen, die er aus dieser Ich-Du-Beziehung gewinnt (vgl. Buber 1973, 7).

Weiterhin misst Buber der Beziehung die zentrale Bed
eutung für die Selbstwerdung des Menschen bei. „Denn das innerste Wachstum des Selbst vollzieht sich nicht, wie man heute gerne meint, aus dem Verhältnis des Menschen zu sich selber, sondern aus dem zwischen dem Einen und dem Andern, unter Menschen also vornehmlich aus der Gegenseitigkeit der Vergegenwärtigung“ (Buber 1978, 36). Der Mensch braucht also ein Gegenüber, um sich in seinem Selbst bestätigt und gespiegelt zu wissen, er erkennt sich erst durch den anderen, kann sich nur in Beziehung und Abgrenzung zum anderen als Ich wahrnehmen.

Die Grundlage jeder Beziehung besteht deshalb aus dem Wunsch, so akzeptiert und bestätigt zu werden, wie man ist sowie im Akzeptieren des Gegenübers in seiner Andersartigkeit. Diese grundsätzliche Öffnung für andere Personen bildet die Basis für ein „partnerschaftliches Gespräch“ und damit für Beziehung (vgl. Buber 1978, 28, 30). Damit ist es die Fähigkeit zur Beziehung, die nach Buber den Menschen erst zu einem solchen macht - oder, plakativ gesprochen: Beziehung ist die Grundlage für alles.

4.1.2 Der pädagogische Bezug Herman Nohls

Ein weiterer Wissenschaftler, der sich mit dem Thema der pädagogischen Beziehung auseinander setzte, war Herman Nohl. Als Schüler von Friedrich Paulsen und Wilhelm Dilthey war er ein Vertreter der geisteswissenschaftlichen Pädagogik. Nohl führte 1918 den Begriff des „pädagogischern Bezugs“ ein, ein Konzept, das bis zum Ende der 50-er Jahre als Grundsatz gültig blieb (vgl. Giesecke 1997, 217-219). Nach Nohls Meinung ist die Grundlage der Erziehung die „Bildungsgemeinschaft“, die Erzieher und Zögling (mit dessen Bildungswillen) eingehen. Der Zögling bedarf der Beziehung zu einem gebildeten Erwachsenen, um selbst seine Bildungsmöglichkeiten entwickeln zu können.

Die pädagogische Beziehung be
ruht dabei auf dem elterlichen Vorbild, soll also durch Liebe, Schutz, Vertrauen und Autorität getragen werden. Im Gegensatz zur elterlichen Beziehung wahrt jedoch der Pädagoge dabei „pädagogischen Takt“, womit eine gewisse Distanz zum Zögling sowie einfühlsames Verhalten, Warten und Handeln im richtigen Moment gemeint sind (vgl. Knapp 1999, 114). Nur durch zwischenmenschliche Beziehung und personale Vermittlung können dem Zögling Werte und Inhalte vermittelt werden. Der Pädagoge bringt etwas in die Beziehung ein, was dem Zögling noch fehlt, nämlich das, was Nohl als „Bildungsideal“ bezeichnet (vgl. Giesecke 1997, 222f. ). Auf diesem Hintergrund definiert er den pädagogischen Bezug als „[…] das leidenschaftliche Verhältnis eines reifen Menschen zu einem werdenden Menschen und zwar um seiner selbst willen, dass er zu seinem Leben und seiner Form komme.“ (Nohl 1933, 22). Das Adjektiv leidenschaftlich bezieht sich auf die emotionale Dimension, die sich für Nohl aus der personalen Ganzheitlichkeit der Beziehung ergibt und versteht sich als vorbehaltsloses Engagement.

Nohl geht davon aus, dass der Erzieher das Kind - ohne Gegenleistung zu erwarten - vorbehaltlos liebt und das Kind aus dieser intensiven Zuwendung Vertrauen zu sich selbst, seinen Fähigkeiten und zum Erzieher entwickeln kann. Autorität, worunter Führung und Festigung zu verstehen sind, erlangt der Erzieher durch die Bindung und das Vertrauen des Zöglings an ihn, im Sinne einer „Wertvermittlung zwischen einem, der mehr hat, zum Beispiel Wissen, Erfahrung, Können, aber auch Güte, Geduld, Menschlichkeit, Weisheit und einem, der […] noch mehr davon brauchen kann“ (Beer 1975, 14). Der Zögling nimmt aus diesem Verhältnis heraus den Erwachsenenwillen frei auf. Der Erzieher fördert als Vorund Leitbild den Zögling mit seinen Entwicklungs
möglichkeiten und zielt so auf dessen Selbstständigkeit und damit die Auflösung des pädagogischen Bezugs.

Nohls Definition vom pädagogischen Bezug hat sehr viel Kritik erfahren und kann aus heutiger Sicht und Erfahrung nicht mehr als leitender Grundsatz für die pädagogische Beziehungsgestaltung heran gezogen werden. Am deutlichsten wird dies in der Kritik von Klafki, der Nohls Erziehungs- und Bildungsraum als einen Schonraum sieht, der sich von der realen Ernstsituation unterscheidet. Der Zögling könne sich nicht daraus lösen und habe keine Möglichkeit, Verantwortung zu lernen, die eine große Bedeutung als Erziehungsziel einnimmt (vgl. Knapp 1999, 114).

Ganz ähnlich argumentiert Giesecke. Im pädagogischen Bezug Nohls sei die Außenwelt für den Zögling durch den Erzieher gefiltert. Außerdem erhalte er nur so viel Distanz, wie dieser erlaube. Auch kritisiert er, dass das Leitbild die Familienerziehung ist und diese nicht auf professionelle Erziehungssituationen übertragen werden könne. Außerdem stelle der pädagogische Bezug eine hohe Anforderung an den Pädagogen, die er kaum erfüllen könne und die von Nohl geforderte Zweierbeziehung sei im Erzieheralltag nicht zu realisieren. Giesecke empfindet die emotional dichte Sozialbeziehung in der Beziehung als überschätzt (vgl. Knapp 1999, 115-116).

Trotz dieser berechtigten Kritik kann jedoch nicht geleugnet werden, dass eine gute zwischenmenschliche Beziehung zwischen Kind und Erzieher eine...


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