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Der Himmel stirbt nie

Historischer Roman.
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Produktdetails

Titel: Der Himmel stirbt nie
Autor/en: Eugen Speyer

EAN: 9783804230033
Format:  EPUB ohne DRM
Historischer Roman.
Boyens Buchverlag

1. Oktober 2013 - epub eBook - 446 Seiten

Wie in seinem erfolgreichen Roman "Wind der Freiheit" gelingt es Eugen Speyer auch in seinem neuen Buch, historische Ereignisse aus der Dithmarscher Geschichte vor dem Hintergrund menschlicher Leidenschaften darzustellen.

Der Autor erzählt spannend und in bildhafter Sprache von der Zeit der Reformation, die zu den schwärzesten Kapiteln in der Geschichte der Bauernrepublik Dithmarschen zählt. Bei den blutigen Auseinandersetzungen um die "richtige" Religion im Lande stehen sich zwei außergewöhnliche Menschen im Zentrum des dramatischen Geschehens gegenüber. Die streitbare Lutheranerin Wibe Junge führt gemeinsam mit dem Meldorfer Geistlichen Nicolaus Boie die religiöse Reformbewegung im Lande an. Peter Swyn, reicher Großbauer und angesehener Regent des Landes, zählt als eifernder Katholik zu ihren erbittertsten Gegnern.

Als leidenschaftliche Verfechter ihrer miteinander verfeindeten Glaubensrichtungen stehen sich beide unversöhnlich gegenüber. Als Mann und Frau fühlen Wibe Junge und Peter Swyn sich jedoch schicksalhaft zueinander hingezogen. Hin- und hergerissen von ihrer Liebe auf der einen und ihrer religiösen Feindschaft auf der anderen Seite, sind die beiden der Dramatik des unerbittlichen Glaubensstreits ausgeliefert.

Ein spannender historischer Roman, der seine Leser mitten ins Geschehen zieht und Geschichte lebendig macht.
Eugen Speyer, geboren 1930, von Beruf Journalist, ehemaliger Chefredakteur der "Dithmarscher Landeszeitung", verbindet in seinen Romanen spannungsreiche Erzählkunst mit fundiertem Wissen. Autor des Romans "Wind der Freiheit" (3-8042-0850-9).

3

Wibes Gedanken rasten: Du brauchst nur noch die Hand nach dem Kurzschwert auszustrecken, dich umzudrehen und auf ihn einzustechen. Heiß schoß es durch ihren Körper. Sollte sie?

Doch sie zuckte zurück. Einen Menschen töten?

Sie horchte in sich hinein: Nein – niemals würdest du das tun können! Und statt Haß fühlte sie plötzlich nur noch lähmende Leere in sich. Wie schmerzhafte Stiche spürte sie den bohrenden Blick ihres Mannes von hinten im Nacken. Er mußte gemerkt haben, dachte sie entsetzt, daß sie wie gebannt auf die Waffe an der Wand starrte. Daß sie ihn verachtete, wußte er. Aber bestimmt war er sich ebenso sicher, daß sie ihn niemals würde umbringen können. Abrupt wandte sie sich von dem Kurzschwert ab und stürmte aus dem Zimmer.

Kaum aus der Tür, hastete sie die Holzstiege hinauf und floh in ihre Schlafkammer. Weinend und wütend über die entwürdigende Niederlage warf sie sich aufs Bett. Sie konnte es nicht fassen, daß sie beinahe nach der Tsake gegriffen hätte, um ihren Mann auf diese Weise für immer loszuwerden. Oh, mein Gott, stöhnte sie, wie tief bin ich schon gesunken!

„Oh, Gott Vater im Himmel, erbarme dich meiner!“, flehte Wibe. „Ich habe versagt. Verzeih mir. Ich schäme mich, auch nur einen winzigen Augenblick gedacht zu haben … Es tut mir leid. Bitte, erlaube mir, daß ich mich wieder mit dir versöhne – mit dir, mit den Menschen um mich und mit mir selbst.“ Sie kniete nieder und bat leise: „Erlaß mir meine Sünde, führe mich zum ewigen Leben. Amen.“ Dann legte sie sich aufs Bett, drehte sich auf den Rücken und starrte wie geistesabwesend gegen die Holzdecke.

Wie sehr verwünschte sie den Tag, an dem ihre Eltern sie als blutjunges, unschu
ldiges Mädchen in die Ehe mit diesem dreißig Jahre älteren Mann gezwungen hatten. Noch nicht einmal ihre Mutter hatte sie damals auch nur ein einziges Mal gefragt, ob sie diesen Mann überhaupt gern hätte, geschweige denn liebte. Und sie? Sie mochte den angesehenen Claus Junge von Anfang an nicht. Aber sie mußte ihren Eltern gehorchen, wollte ihnen auch nicht weh tun.

Später hatte dieser Mann sein wahres Gesicht gezeigt. Wibe fand ihn von Tag zu Tag verabscheuungswürdiger. In der Öffentlichkeit spielte er den eifernden Verfechter aller hehren Tugenden. Innerhalb der eigenen vier Wände jedoch hatte er seine eigene Wertevorstellung:

Frau und Kind besaß er, sich selbst aber liebte er.

Der Gedanke, seine Demütigungen womöglich bis zu ihrem oder seinem Lebensende ertragen zu müssen, hatte sie im Laufe der Jahre richtig krank gemacht. Stets fühlte sie sich hin- und hergerissen zwischen panischer Furcht vor der Zukunft und der verzweifelten Entschlossenheit, Claus Junges menschenverachtender Unterdrückung zu entfliehen. Denn wieviel Schmerz würde sie überhaupt noch aushalten können, fragte sie sich wieder und wieder bang. Aber: Wer würde sie und ihre Tochter aufnehmen, wenn sie ihren Mann verließe?

Zu ihren Eltern konnte sie nicht. Die lebten nicht mehr. Zu ihrem Bruder Olde Peter auf dem Stammsitz der Nannen im benachbarten Lunden mochte sie nicht hinziehen. Sie wollte ihm nicht zur Last fallen. Ihr Stolz verbot dies. Schließlich war er Großbauer, Schiffsreeder, Händler und als führender Achtundvierziger einer der mächtigsten Männer im Lande. Und er hatte weitaus größere Probleme, als daß er sich mit ihren privaten Schwierigkeiten hätte befassen können.

Niedergedrückt sah sich Wibe bereits in abgrundtiefer Schicksalsergebenheit versinken. Vom wirklichen Leben für
verschollen erklärt. Denn eine Flucht aus der Hölle dieser Ehe schien unmöglich. Das sah sie ganz nüchtern. Schließlich war sie sich bewußt, daß es nach vorherrschender Moralauffassung der katholischen Kirche und der Dithmarscher Geschlechterordnung eine Todsünde war, den angetrauten Mann zu verlassen. In einem solchen Fall hätte sie als Frau einen hohen Preis zu zahlen. Mit Gewißheit würde sie den Gnadenschutz der Kirche verlieren. Außerdem spräche die Geistlichkeit ihr das Seelenheil ab. Oder belegte sie mit höchsten, unerfüllbaren Sündenstrafen. Dann bliebe ihr nur die Möglichkeit, diese der Kirche über den Ablaß abzukaufen – für ein Vermögen, das sie persönlich aber nicht besaß. Für die Schmach und Schande, die sie darüber hinaus ihrer Familie angetan hätte, würde sich die Sippe an ihr rächen. Obendrein würde der mächtige Geschlechterbund der Wurtmannen, dem ihre Kluft angehörte, sie aus dem Land jagen – so, wie es seit alters her Brauch war. Und sie müßte ihr einziges Kind für immer bei Claus Junge zurücklassen. Eine gräßliche Vorstellung!

Nur jetzt nicht die Nerven verlieren, versuchte Wibe bei dem Gedanken an ihre Tochter ihr seelisches Gleichgewicht wieder zu erlangen. Sie erhob sich vom Bett, ging in der Kammer erregt auf und ab und überlegte, wie sie ihr weiteres Leben zu führen hätte.

Beherzt rang sie sich schließlich zu einem bitteren Entschluß durch. In der Hoffnung, daß es irgendwann einmal eine wirkliche göttliche Gerechtigkeit geben würde, wollte sie um ihrer Tochter willen bei diesem Kerl bleiben. So schrecklich der Gedanke auch war. Doch mochte Claus Junge noch so roh und rabiat mit ihnen beiden umgehen, mochte er sogar weiter gewalttätig gegen sie sein, sie hätte doch niemals auc
h nur die geringste Chance, sich von ihm ungestraft zu trennen.

Sie war also bereit, jeden Preis zu zahlen, damit sie nur bei ihrem Kind bleiben konnte. Und wenn auch nur so lange, tröstete sich Wibe trotzig, bis Margareta einen Mann gefunden und eine eigene Familie gegründet haben würde.

Ihre Ausweglosigkeit schnürte Wibe beinahe die Kehle zu. Sie fühlte unsagbare Bitterkeit gegen dieses Ungeheuer von Mann. Plötzlich hatte sie das beklemmende Gefühl, in diesem Haus ersticken zu müssen. Nur raus hier, dachte sie mit einem Mal panikartig. Raus aus dieser Enge! Ihr war, als würde sie von allen Seiten erdrückt.

Im Geiste sah Wibe schon die platte, bis zum Horizont reichende Tiefebene der Marsch vor sich. Niemals würde sie die endlos weiten Viehweiden und die goldgelben Getreidefelder missen mögen. Sie hing an dieser Landschaft, die bis zum Horizont mit ewigem Frieden gefüllt schien. Wie sehr sehnte sie sich jetzt nach der freien Natur draußen, besonders nach den Kornblumen, die zu Tausenden die hochgrasigen Feldraine mit ihrem satten Blau betupfen. Schon roch sie den würzigen Duft der letzten weißen Kamille, deren hohe, dichte Stauden sie im Rhythmus des sanften Seewindes die Vorfluter sacht entlang tanzen sah.

Eilig erhob sie sich vom Bett, stieg behende in ihre Reitkleidung und hastete schnurstracks durch die hohe, weiträumige Diele des Bauernhauses. Vorbei an korndreschenden Knechten und Mägden, die sich neugierig, aber nur kurz nach ihr umdrehten. Wibe blickte weder nach links noch nach rechts. Das gleichmäßige Klopfen der Dreschflegel vernahm sie bald nur noch von fern.

Schon von weitem streckte Hedda Wibe freudig wiehernd ihren Kopf über die Stallbrüstung entgegen. Wie zur Begrüßung nickte der Rotfuchs mehrmals heftig mit dem schmalen, wohlgeformten Kopf auf dem schlanken Hals. Zu beiden Seiten
der winzigen weißen Flocke auf der Stirn glänzten dunkelbraune Augen. Wibe liebte ihr Pferd. Mit eigener Hand hatte sie es als Fohlen aufgezogen. Schon früh hatte es seine Mutter verloren. Nicht lange, und beide waren ein Herz und eine Seele geworden. Lächelnd dachte Wibe an Heddas Bemühen, ihr treue Freundschaft zu zeigen: Grundsätzlich duldete sie niemanden auf ihrem Rücken – nur sie, Wibe.

Einen Augenblick lang dachte Wibe an ihren Mann, der ihre Pferdeliebe boshaft hysterischen Weiberkram nannte. Nie hatte er sich mit dem Gedanken befaßt, daß ein Mensch ein anderes Lebewesen brauchte, und sei es ein Tier, um sich selber zu spüren, sich selbst zu erleben. Ihre, Wibes, Gegenwart jedenfalls hatte er seit Jahren nicht mehr wirklich gesucht. Deshalb würde er sie auch diesmal bestimmt nicht vermissen, wenn sie für Stunden das Haus verließ.

Übermannt von einer plötzlich aufkommenden ungestümen Liebe zu dem Pferd, legte sie ihren Arm um den Hals der Stute. Um nichts in der Welt würde sie es jemals hergeben. Tapfer schluckte sie das leichte Würgen im Hals herunter. Gerührt empfand sie Heddas Wärme, die wohltuend ihren Körper durchdrang. Dankbar streichelte sie den Nasenrücken des Tieres. Dann hob sie den Sattel vom Balken, und schon kurz danach ritt sie zum Hof hinaus in das Gegenlicht der Mittagssonne.

Der angebrochene Tag würde sicher noch viele schöne Stunden für sie bereithalten. Nach dem Streit mit ihrem Mann ein Geschenk des Himmels, dachte sie. Beschwingt schnalzte sie, das Pferd zum Trab anspornend, mit der Zunge.

Wenig später schon genoß Wibe Heddas völlige Losgelassenheit. Fordernd preßte sie die Unterschenkel entlang des Sattelgurts gegen den Leib des Rotfuchses und feuerte ihn mit einem lauten, jubelnden Ruf an. Sofort wechselte das Pferd
vom Trab in den Galopp. Nach jedem Dreitakt des dumpfen Hufaufschlags auf dem ausgetrockneten Kleiweg folgte für einen Moment der schwebende, raumgreifende Sprung. Wibe spürte förmlich Heddas Kraft in den Hinterbeinen. Wuchtig stießen die sich vom Boden ab. Geschmeidig streckte sich der rotbraune Körper, der schlanke Hals dehnte sich. Der Rücken schwang federnd auf und ab.

Wibe durchflutete ein triumphales Glücksgefühl. Endlich frei! Endlich weit weg von der Tyrannei ihres Mannes. Endlich ohne Angst, ohne Tränen.

Als hätte sie alle Fesseln ihrer Ehe für immer gesprengt, streckte sie ergriffen und begeistert zugleich den rechten Arm empor, wollte das unendlich hohe Blau des Himmels mit der Hand streifen....


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