eBook.de : Ihr Online Shop für eBooks, Reader, Downloads und Bücher
Connect 01/2015 eBook-Shops: Testsieger im epub Angebot, Testurteil: gut Die Welt: Kundenorientierte Internetseiten Prädikat GOLD
+49 (0)40 4223 6096

Der Kirchenaustritt

Rechtliches Problem und pastorale Herausforderung.
Sofort lieferbar (Download)
eBook epub

Dieses eBook können Sie auf allen Geräten lesen, die epub-fähig sind. z.B. auf den tolino oder Sony Readern.

Häufig gestellte Fragen zu epub eBooks und Watermarking

eBook epub € 11,99* inkl. MwSt.
Machen Sie jemandem eine Freude und
verschenken Sie einen Download!
Ganz einfach Downloads verschenken - so funktioniert's:
  1. 1 Geben Sie die Adresse der Person ein, die Sie beschenken
    möchten. Mit einer lieben Grußbotschaft verleihen Sie Ihrem
    Geschenk eine persönliche Note.
  2. 2 Bezahlen Sie das Geschenk bequem per Kreditkarte,
    Überweisung oder Lastschrift.
  3. 3 Der/die Geschenkempfänger/in bekommt von uns Ihre Nachricht
    und eine Anleitung zum Downloaden Ihres Geschenks!

Produktdetails

Titel: Der Kirchenaustritt

EAN: 9783451800337
Format:  EPUB
Rechtliches Problem und pastorale Herausforderung.
Herausgegeben von Georg Bier
Herder Verlag GmbH

5. Dezember 2013 - epub eBook - 240 Seiten

Kann man nach staatlichem Recht aus der kath. Kirche "austreten" und trotzdem weiter zur Glaubensgemeinschaft gehören? Die neu entfachte Debatte führen Experten aus Theologie und Rechtswissenschaft fort. Sie erörtern religionssoziologische, dogmatische, pastorale und kirchenrechtliche Aspekte, fragen nach der Situation in Österreich, der Schweiz sowie in den Evangelischen Landeskirchen und entwerfen so ein facettenreiches Bild des Kirchenaustritts.
Georg Bier, geb. 1959, Dr. theol. Lic. iur. can., Professor für Kirchenrecht und Kirchliche Rechtsgeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg i.Br.

Die geschichtliche Entwicklung des Kirchenaustritts1


René Löffler

1. Staatliche Regelungen zur Kirchenmitgliedschaft in einem konfessionell gemischten Land


Im Mittelalter bildeten Staat und Religion eine Einheit. Eine Loslösung von der einen Kirche war auch aus staatlicher Sicht nicht erlaubt. Mit der Reformation endete die konfessionelle Einheit, was auch eine neue staatskirchenrechtliche Situation im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und darüber hinaus mit sich brachte. Das Zusammenleben der katholischen und protestantischen Konfession wurde zunächst im Augsburger Religionsfrieden von 1555 geregelt. Danach hatten die Reichsstände das Recht, zwischen den Konfessionen zu wählen. Nach dem Grundsatz „cuius regio – eius religio“ mussten die Untertanen der vom Landesherrn gewählten Religion folgen oder auswandern. Der evangelischen Forderung nach einer freien Wahl des Bekenntnisses wurde nicht entsprochen. Dies blieb im Westfälischen Frieden von 1648 nahezu unverändert. Aufgrund der Kräfteverschiebung durch den Dreißigjährigen Krieg mussten die Rechte der Konfessionen jedoch spezifiziert werden. Den Angehörigen der je anderen Konfession wurde die öffentliche Religionsausübung für die Zukunft in dem Maße garantiert, wie sie im fixierten Vorkriegsjahr – dem Normaljahr 1624 – praktiziert wurde. Ein Übertritt zu einer anderen Konfession war möglich, so sie im Land erlaubt ausgeübt werden konnte. Staatskirchentum und Staatskirchenhoheit blieben jedoch das beherrschende System.

In Folge der Aufklärungsbewegung mit ihren religionskritischen Einflüssen kam es auch zu einer zunehmenden Differenzierung des christlichen Milieus. Friedrich Wilhelm II. sah durch Aufklärung und Freidenkertum die drei Hauptkonfessionen Reformierte, Lutherische und Römisc
h-Katholische gefährdet und beabsichtigte mit dem Woellnerischen Religionsedikt vom 25. 07. 1788 deren Stabilisierung. Das im Augsburger Religionsfrieden und im Westfälischen Frieden festgeschriebene geschützte Verhältnis der drei Hauptkonfessionen wurde bestätigt, andere Religionsgemeinschaften („geduldete Sekten“) toleriert. Ein Konfessionswechsel war nun bei den staatlichen Behörden zu melden. Religionsfreiheit im eigentlichen Sinn räumte das Woellnerische Religionsedikt nicht ein, war doch nur ein Wechsel zwischen den vorgegebenen Religionsgemeinschaften gegeben, nicht aber die Möglichkeit, keiner Religion anzugehören.

Nach wenigen Jahren wurde das Woellnerische Religionsedikt wieder außer Kraft gesetzt, da mit dem „Allgemeinen Preußischen Landrecht“ von 1794 neue Regelungen getroffen wurden. Dieses sicherte jedem Einwohner Preußens die volle Glaubens- und Gewissensfreiheit und damit auch die freie Wahl einer Religion zu. Wer das 14. Lebensjahr vollendet hatte, konnte unter den bestehenden Religionen frei wählen. Eine Konfessionslosigkeit war im Allgemeinen Landrecht nicht vorgesehen. Vielmehr musste jeder Bürger nach dem Willen des Staates einer Kirche angehören, hatten die Kirchen, vor allem die protestantischen, doch den Auftrag, ihre Mitglieder zum Gehorsam gegenüber den Gesetzen, zur Treue gegenüber dem Staat und zu sittlich guter Gesinnung gegenüber ihren Mitbürgern zu erziehen. Neue religiöse Gesellschaften durften nur mit staatlicher Genehmigung gebildet werden und der Staat beanspruchte die Oberaufsicht über die Kirchen. Die Pfarrer der drei anerkannten Kirchen wurden zur Personenstandsführung verpflichtet, indem sie Kirchenbücher zu führen und eine überprüfte Abschrift beim Amtsgericht des Wohnsitzes zur Aufbewahrung abzugeben hatten. Auch die Angehörigen der nur geduldeten Religionsgem
einschaften waren hierin aufzunehmen. Auf diese Weise erhielten die Kirchenbücher den Charakter staatlicher Register.

Das Allgemeine Preußische Landrecht war nur ein Schritt in Richtung Religionsfreiheit, eine Trennung von Kirche und Staat noch nicht vollzogen. Ein Kirchenaustritt mit der Folge der Religionslosigkeit war noch nicht denkbar.

Nach 1789 wurde auch in Preußen die Forderung nach einer Trennung von Staat und Kirche erhoben, gipfelnd in der Revolution von 1848. Um ein friedliches Zusammenleben der Religionen zu gewährleisten, erließ Friedrich Wilhelm IV. das Religionspatent vom 30. 03. 1847, nach dem unter Bezugnahme auf das Allgemeine Landrecht die freie Wahl des Glaubens und des Bekenntnisses, religiöse Vereinigungsfreiheit und die Möglichkeit eines Austritts ohne Verlust der bürgerlichen Rechte zugesagt wurde. Die religiösen Gemeinschaften bedurften der Anerkennung durch den Staat. Nur die drei großen Bekenntnisse erhielten einen öffentlich rechtlichen Status. Ergänzt wurde das Religionspatent durch die „Verordnung betreffend die Geburten, Heirathen und Sterbefälle vom 30. 03. 1847“. Während die Aus- bzw. Übertrittsmöglichkeit des staatlichen Rechts schon immer gegen das Selbstverständnis der katholischen Kirche verstießen und sie die Verpflichtung zur Personenstandsführung für Nichtkatholiken widerwillig umsetzte, stellte sich durch die Abspaltungen der Freikirchen nun auch für die evangelischen Kirchen die Frage nach einer Fortführung der bisherigen Praxis. Während in anderen Ländern dies zunächst erhalten blieb, entschärfte der preußische Staat dieses Konfliktpotential, indem der Austritt aus einer anerkannten Kirche nur noch durch eine persönliche Erklärung vor dem Ortsrichter erfolgen konnte. Damit war jedoch kein allgemeines Austrittsrecht beabsichtigt. Vielmehr ging die Ve
rordnung von 1847 davon aus, dass der Ausgetretene sich wieder an eine neue Konfession bindet. Der Grundsatz der negativen Religionsfreiheit fehlte auch in dieser Verordnung. Die preußischen Untertanen sollten einer Religionsgemeinschaft angehören, das (Staats-)Kirchentum seine ihm zugedachte staatstragende Rolle behalten.

Obwohl vom Gesetzgeber nicht beabsichtigt, gab es dennoch schon Mitte des 19. Jahrhunderts einzelne Fälle des Kirchenaustritts ohne einen anschließenden Übertritt zu einer anderen Religionsgemeinschaft. In diesen Fällen blieb aber der Kirchenzwang erhalten, da der Ausgetretene weder von den Personalzehnten noch von anderen Pflichten der Kirchenmitgliedschaft einschließlich des Religionsunterrichts für die Kinder entbunden wurde. Diese Praxis wurde durch die Rechtsprechung bestätigt, da Spezialgesetze wie das Allgemeine Landrecht oder die Verordnung von 1847 Vorrang vor der Preußischen Verfassung von 1850 hatten, welche die Trennung von Kirche und Staat sowie die individuelle und negative Religionsfreiheit beinhaltete.

2. Das „Preußische Gesetz, betreffend den Austritt aus der Kirche vom 14. April 1873“


Dieser Zwiespalt zwischen der neuen Preußischen Verfassung und dem Allgemeinen Landrecht bzw. der Verordnung von 1847 sowie Unterschiede in der Rechtsprechung, unterschiedliche Circular-Reskripte der Regierung, keine einheitliche steuerrechtliche Regelung im Staatsgebiet sowie zahlreiche Petitionen und Beschwerden von Dissidenten verlangten nach einer Lösung, die 1873 durch das „Preußische Gesetz, betreffend den Austritt aus der Kirche“ herbeigeführt wurde. Der gerade tobende „Kulturkampf“ war somit nicht die Ursache dieses Gesetzes.

Im Unterschied zu den vorherigen Regelungen handelte es sich nun tatsächlich um ein Kirchenaustrittsgesetz, das nur für mit Korporationsrechten ausgestattete R
eligionsgemeinschaften galt. Für den Übertritt zwischen solchen Religionsgemeinschaften blieben das Allgemeine Landrecht und das Religionspatent von 1847 in Geltung. Ein Austritt aus einer Religionsgemeinschaft ohne Korporationsrechte richtete sich nach dem Gesellschafts- oder Vereinsrecht.

Der Kirchenaustritt mit bürgerlicher Wirkung erfolgte durch die persönliche Erklärung des Austretenden vor dem Ortsrichter. Nach vier bis sechs Wochen musste die Austrittserklärung noch einmal vor dem Ortsrichter wiederholt werden („Karenzzeit“). Inzwischen informierte der Richter den Vorstand der zuständigen Kirchengemeinde, damit der zuständige Geistliche während dieser Zeit auf den Austrittswilligen zwecks Änderung seines Entschlusses einwirken konnte. Dem Ausgetretenen war, so gewünscht, eine Austrittsbescheinigung auszustellen.

Mit seinem Austritt entledigte man sich der bürgerlichen Wirkungen seiner Kirchenmitgliedschaft, insbesondere der finanziellen Verpflichtungen zum Ende des auf die Kirchenaustrittserklärung folgenden Kalenderjahres. Nicht betroffen war jedoch die Verpflichtung der Kinder zum Besuch des Religionsunterrichts, da das preußische Staatskirchenrecht keine konfessionslose Erziehung der Kinder kannte. Negative Auswirkungen hatte der Austritt auf das elterliche Erziehungsrecht der Kinder, die aktive und passive Wahlfähigkeit etwa bei Schulvorstandswahlen sowie den Erwerb von Stipendien, Armenstiftungen, Vermächtnissen, die häufig von der Konfessionszugehörigkeit abhängig waren. Über einen Verlust der innerkirchlichen Mitgliedschaftsrechte konnte und wollte der staatliche Gesetzgeber keine Regelung treffen. Es handelte sich im Gesetz ausdrücklich um einen „Austritt aus der Kirche mit bürgerlicher Wirkung“.

Die katholischen Bischöfe lehnten eine Mitwirkung am Vollzug des Gesetzes von 1873 ab, da sie hier
in eine Verletzung der kirchlichen Rechte sahen. Infolgedessen missachtete der Klerus gezielt das Gesetz. Aufgrund des dem Kirchenaustritt zugrunde liegenden Gedankens der Religions- und Gewissensfreiheit waren sie sogar durch den Papst zum Widerstand verpflichtet, denn dieser wurde von Pius IX. in seiner Enzyklika „Quanta cura“ vom 08. 12. 1864 als Irrtum und verderblich für das Seelenheil abgelehnt und im der Enzyklika folgenden Syllabus verurteilt. In seiner „Enzyklika an die...


Dieses eBook wird im epub-Format geliefert und ist mit einem Wasserzeichen versehen. Sie können dieses eBook auf vielen gängigen Endgeräten lesen.

Sie können dieses eBook auf vielen gängigen Endgeräten lesen.

Für welche Geräte?
Sie können das eBook auf allen Lesegeräten, in Apps und in Lesesoftware öffnen, die epub unterstützen:

  • tolino Reader
    Laden Sie das eBook direkt auf dem Reader im eBook.de-Shop herunter oder übertragen Sie das eBook auf Ihr tolino Gerät mit einer kostenlosen Software wie beispielsweise Adobe Digital Editions.

  • Sony Reader und andere eBook Reader
    Laden Sie das eBook direkt auf dem Reader im eBook.de-Shop herunter oder übertragen Sie es mit der kostenlosen Software Sony READER FOR PC/Mac oder Adobe Digital Editions.

  • Tablets und Smartphones
    Installieren Sie die tolino Lese-App für Android und iOS oder verwenden Sie eine andere Lese-App für epub-eBooks.

  • PC und Mac
    Lesen Sie das eBook direkt nach dem Herunterladen mit einer kostenlosen Lesesoftware, beispielsweise Adobe Digital Editions Sony READER FOR PC/Mac.

Die eBook-Datei wird beim Herunterladen mit einem nicht löschbaren Wasserzeichen individuell markiert, sodass die Ermittlung und rechtliche Verfolgung des ursprünglichen Käufers im Fall einer missbräuchlichen Nutzung der eBook-Datei möglich ist.

Bitte beachten Sie: Dieses eBook ist nicht auf Kindle-Geräten lesbar.

Ihr erstes eBook?
Hier erhalten Sie alle Informationen rund um die digitalen Bücher für Neueinsteiger.

Kundenbewertungen zu „Der Kirchenaustritt“
Noch keine Bewertungen vorhanden
Zur Rangliste der Rezensenten
Veröffentlichen Sie Ihre Kundenbewertung:
Kundenbewertung schreiben
Unsere Leistungen auf einen Klick
Unser Service für Sie
Zahlungsmethoden
Bequem, einfach und sicher mit eBook.de. mehr Infos akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal mehr Infos
Geprüfte Qualität
  • Schnelle Downloads
  • Datenschutz
  • Sichere Zahlung
  • SSL-Verschlüsselung
Servicehotline
+49 (0)40 4223 6096
Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 18.00 Uhr
Chat
Ihre E-Mail-Adresse eintragen und kostenlos informiert werden:
1 Ihr Gutschein NEUESJAHR gilt bis einschließlich 30.09.2020. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.eBook.de. Der Gutschein ist nur gültig für Kalender, die nicht der gesetzlichen Preisbindung unterliegen. Der Gutschein ist nicht gültig für Spielwaren-Adventskalender Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

2 Diese Artikel unterliegen nicht der Preisbindung, die Preisbindung dieser Artikel wurde aufgehoben oder der Preis wurde vom Verlag gesenkt. Die jeweils zutreffende Alternative wird Ihnen auf der Artikelseite dargestellt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

3 Ihr Gutschein AUDIO20 gilt bis einschließlich 27.09.2020 und nur für die Kategorie Hörbuch Downloads und Hörbuch CDs. Der Gutschein kann mehrmals eingelöst werden. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.eBook.de. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

4 Der gebundene Preis dieses Artikels wird nach Ablauf des auf der Artikelseite dargestellten Datums vom Verlag angehoben.

5 Der Preisvergleich bezieht sich auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers.

6 Der gebundene Preis dieses Artikels wurde vom Verlag gesenkt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

7 Die Preisbindung dieses Artikels wurde aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.

eBook.de - Meine Bücher immer dabei
eBook.de ist eine Marke der Hugendubel Digital GmbH & Co. KG
Folgen Sie uns unter: