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Perry Rhodan 1886: Nach der Apokalypse

Perry Rhodan-Zyklus "Die Heliotischen Bollwerke".
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Produktdetails

Titel: Perry Rhodan 1886: Nach der Apokalypse
Autor/en: Susan Schwartz

EAN: 9783845318851
Format:  EPUB ohne DRM
Perry Rhodan-Zyklus "Die Heliotischen Bollwerke".
Familiy Sharing: Ja
Pabel- Moewig Verlag Kg

9. Januar 2014 - epub eBook - 64 Seiten

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In den Trümmern von Terrania - Menschen ringen ums Überleben

Seit die Nonggo - gegen den Willen der Menschheit - das Heliotische Bollwerk im Solsystem installiert haben, hat sich für die Terraner einiges verändert: Es kommt zum ersten offiziellen Kontakt zwischen Gorhoon, der Galaxis der Nonggo, und der Milchstraße.
Der Oktober 1289 Neuer Galaktischer Zeitrechnung, der dem Oktober 4876 alter Zeit entspricht, könnte somit eine neue Epoche in der terranischen Geschichte markieren: weit weg vom Streit zwischen den galaktischen Großmächten, hin zu einer Zusammenarbeit verschiedener Galaxien unter dem Dach der nach wie vor ominösen Koalition Thoregon. Wie es scheint, gehören die Terraner - verkörpert durch Perry Rhodan - nun zu dieser Koalition, die eine wichtige Rolle im Universum spielen möchte.
Doch dann läuft aufgrund eines Attentats alles schief. Das Heliotische Bollwerk spielt verrückt, zuletzt vergeht es in einer gigantischen Explosion. Zwei sogenannte Faktorelemente bleiben auf der Erde zurück - im Umfeld von Kalkutta und von Terrania. Das heißt, dass die betroffenen Gebiete, auf denen jetzt Faktorelemente stehen, in einer anderen Region des Universums »gestrandet« sind.
Kalkutta-Nord kam im Teuller-System heraus, der Heimat der Nonggo. Dort wurden die Terraner bereits mit den Aktivitäten konfrontiert, die der sogenannte Chaosmacher von Norrowwon im System der Nonggo entfesselte. Im letzten Moment konnte die Lage durch Perry Rhodan beruhigt werden, die Kalkuttani sind in Sicherheit.
Wo der verschwundene Teil Terranias »gelandet« ist, weiß bislang niemand; zum Ausgleich verstecken sich im Faktorelement in der terranischen Hauptstadt die barbarischen Dscherro. Deren Ziel ist, die Erde zu tyrannisieren. Es gelingt den Barbaren, Terrania zu erobern, für die Menschen in der Megalopolis beginnt eine Zeit der Leiden.
Sie dürfen nur kurz Atem holen - und zwar NACH DER APOKALYPSE ...
Science Fiction dreht sich um die Technik der Zukunft, heißt es oft. Doch Uschi Zietsch räumt mit diesem Irrglauben auf: Die Münchnerin schreibt unter dem Künstlernamen Susan Schwartz mit großem Erfolg Science Fiction und Fantasy, wobei sie den Schwerpunkt auf fremde Kulturen legt.

Die 1961 geborene Autorin, die nach dem abgebrochenen Studium in Jura, Geschichte, Theaterwissenschaft und Politik eine kaufmännische Lehre absolvierte und bis 1996 hauptberuflich im Marketing-Bereich tätig war, schrieb bereits als Kind ihre ersten Geschichten. Ihr erster Roman, ein imponierendes Fantasy-Epos, erschien 1986 unter dem Titel "Sternwolke und Eiszauber" im Wilhelm Heyne Verlag in München.

1988 gründete Uschi Zietsch zusammen mit ihrem Ehemann Gerald Jambor den Fabylon-Verlag, in dem neben den Werken anderer Autoren auch eigene Erzählungen erschienen.

Der Einstieg in die PERRY RHODAN-Serie erfolgte Ende 1992: Das Taschenbuch "Chandris Welt" wurde unter dem Künstlernamen Susan Schwartz publiziert. "Susanne ist mein Zweitname", so begründet Uschi Zietsch das Pseudonym, "und die Farbe Schwarz mag ich nun mal ganz besonders."

Dem bei Lesern und Kritikern der PERRY RHODAN-Serie gut angekommenen Taschenbuch folgte der Einstieg in die Romanserie: Das Debut der Münchnerin war "Im Netz des Quidor", im April 1993 als PERRY RHODAN-Band 1652 erschienen. Mit "Der Hyperschock" (Band 2202) und "Quinto-Center" (Band 5 der PERRY RHODAN-Autorenbibliothek) nahm die Autorin im November 2003 nach über 60 Heften ihren Abschied von der Serie. Sie blieb ihr freundschaftlich verbunden und steuerte unlängst sogar mehrere Gastromane bei.

Bei der Fantasy-Reihe "Elfenzeit" war sie für die gesamte Konzeption zuständig und steuerte die wichtigsten Romane bei. Parallel dazu erschien bei Bastei-Lübbe ihre Fantasy-Trilogie "Die Chroniken von Waldsee" sowie zwei in sich abgeschlossene Einzelbände aus derselben Welt. Aktuell beschäftigt sich Uschi Zietsch unter anderem mit der "Elfenzeit"-Folgeserie "Schattenlord", für die sie ebenfalls verantwortlich zeichnet.

1.


Terrania, 12. Oktober 1289 NGZ

 

»Mimi, träum nicht, lauf!« Darena Sar sprang hastig auf, packte die Hand ihrer Tochter und zerrte sie hinter sich her.

Die Terranerin hatte das laute Knattern eines Chresch gehört. Zuerst hatte sie gehofft, es wäre nur vorübergehend, aber der Lärm kam rasch näher. Augenblicklich vergaß sie alle Schmerzen und Müdigkeit.

Wir hocken hier wie auf dem Präsentierteller, schalt sie sich selbst.

Für einen kurzen Moment hatten sie sich niedergelassen, wirklich nur für ein paar Sekunden, um Luft zu schöpfen. Danach hatte Darena ohne Umweg den nächsten Fluchtpunkt erreichen wollen, den sie mit Kolon vereinbart hatte. Warum wurden ihnen nicht einmal diese paar Sekunden gegönnt?

»Vielleicht haben wir Glück!«, rief sie Mimi zu, um das Kind zu beruhigen.

»Ich bin so müde, Mama«, beklagte sich das kleine Mädchen. »Du hast doch gesagt, ich darf kurz ausruhen …«

»Bitte, Mimi, reiß dich jetzt zusammen!«, sagte Darena energisch und riss unnötig grob an ihrem Arm. Ihr Blick suchte den von Feuern erhellten Himmel ab; sie entdeckte rasch eine schwarze Rauchfahne in etwa vierzig Metern Höhe, noch mehrere hundert Meter entfernt.

Nur einer, wenigstens nur einer, dachte sie. Die Angst blieb jedoch, sie konnte sich nicht selbst täuschen. Der Chresch wurde eindeutig in ihre Richtung gelenkt. Sobald der Dscherro sie entdeckte, waren sie verloren.

Sie rannte über zerstörte Förderbänder hinweg in die Nähe größerer, noch stehender Mauerteile, um wenigstens etwas Schutz zu finden. Immer wieder schaute sie über die Schulter; bald konnte sie den Chresch als hellen kleinen Punkt vor der schwarzen Rauchfahne erkennen.

<
p>Er dreht nicht ab, er dreht nicht ab. Hat er uns schon entdeckt? Wie viel Zeit bleibt uns noch?

Hier am Straßenrand hatten sie zwar etwas mehr Deckung, dafür war aber auch der Weg viel beschwerlicher. Während sie mühsam den Weg durch die Trümmer suchte, hielt Darena Sar unablässig nach einem geeigneten Versteck Ausschau.

Der Dscherro lenkte den Chresch leicht auf Sinkflug. Darena Sar ließ Mimis Hand los, hob das Kind auf eine umgestürzte Säule und befahl ihm, auf der anderen Seite hinunterzurutschen und zu warten. Dann sprang sie selbst hoch, suchte mit Händen und Füßen nach einem Halt in den Rissen und zog sich mühevoll nach oben.

Für einen unsinnigen Moment dachte sie darüber nach, welches Kunstwerk hier wohl zerstört worden sein mochte. Gleichzeitig wartete sie jeden Moment darauf, durch die Desintegratorstrahlen des Bogantöters atomisiert zu werden.

Dann war sie oben und ließ sich einfach fallen, ergriff wieder Mimis Hand und lief geduckt im Schatten der Säule entlang auf die andere Straßenseite. Mimi stolperte hinter ihr her, die Mutter zog sie jedes Mal sofort hoch, wenn sie zu straucheln drohte.

»Mama …«, begann Mimi.

Darena entfuhr es fast hysterisch: »Still! Spar deinen Atem!«

Sie rannten weiter. Der Lärm wurde allmählich ohrenbetäubend, und die Frau konnte nur hoffen, dass der Dscherro sie immer noch nicht entdeckt hatte. Bisher schien er mit seinem Chresch das Gebiet nur abzusuchen, er hatte den Sinkflug bereits gestoppt und beschleunigt.

Niemand sonst war in der Nähe, keine rettende Hand streckte sich irgendwo aus den Überresten zerbombter Gebäude hervor und winkte sie zu sich, in den Schutz eines unterirdischen Rohrbahnnetzes. Die ganze Stadt wurde davon durchzogen, aber bisher hatte Darena Sar weder einen Eingang entdec
ken können, noch konnte sie sicher sein, dass gerade hier noch nicht alles eingestürzt war.

In der Ferne konnte sie den Schlachtenlärm hören; in anderen Stadtgebieten waren die Kämpfe noch in vollem Gange.

Darena zwang Mimi über die nächsten Trümmer, sie hoffte auf eine Lücke zwischen größeren Teilen, in die sie hineinkriechen konnten. Aber bisher waren die Lücken entweder zu klein oder die Einsturzgefahr zu groß.

»Mama, sieh doch!« Mimi zerrte an Darenas Hand und deutete aufgeregt.

Ungefähr sechzig Meter weiter, neben einem großen Trümmerhaufen, lag ein abgestürzter Luftbus, den Darena bisher nicht bemerkt hatte. Eine sehr geringe Hoffnung, aber immerhin …

»Schnell, schnell!« Darena senkte unwillkürlich die Stimme zu einem kaum hörbaren Flüstern.

Mimi verstand aber auch so. Sie löste sich von ihrer Mutter und rannte flink wie ein Wiesel zwischen den Ruinen hindurch. Die Hoffnung auf ein Versteck schien sie zu beflügeln, ihre Müdigkeit war völlig verflogen.

Darena folgte ihr, so schnell sie konnte. Von dem Luftbus war nicht mehr allzu viel übrig, aber sie konnten sich zwischen die Sitze hineinquetschen und darauf hoffen, dass der Dscherro nicht landen und jede Lücke genau in Augenschein nehmen würde.

Und noch eine Hoffnung gab es, wenngleich auch eine makabre: Neben und in dem Luftbus lagen einige Leichen. Mimi zuckte zuerst zurück, aber dann kletterte sie zwischen ihnen hindurch. Von den Toten drohte keine Gefahr, und zwischen ihnen versteckt lagen ihre Chancen höher, nicht entdeckt zu werden.

Mimi kroch zuerst in einen Sitzzwischenraum im mittleren Teil des Busses, dann quetschte sich Darena neben sie.

»Verhalt dich ganz still«, mahnte Darena leise. »Wenn er uns bisher nicht entdeckt hat, können w
ir's schaffen …«

 

*

 

Das Knattern des Chresch kam näher und näher. Darena spürte, wie sich die kleinen Finger ihrer Tochter schmerzhaft in ihren Arm krallten.

»Er hat uns doch gesehen …«, flüsterte Mimi.

»Still!«, zischte Darena und versetzte ihr einen leichten Stoß, mit dem sie sich gleichzeitig aus dem Klammergriff befreite.

Mimi schien noch mehr in den Spalt hineinzukriechen, nur ihre großen dunklen Augen schauten ängstlich hervor.

Darena war selbst einer Panik nahe und konnte sich nur mit Mühe davor zurückhalten, aufzuspringen und weiterzulaufen, egal wohin, nur fort. Dieser Drang wurde um so schlimmer, je näher das Geknatter kam, sie konnte bereits den Gestank der Abgase riechen.

Er sinkt wieder, dachte Darena verzweifelt, großer Gott, er geht direkt bei uns nieder!

Sie schloss die Augen und zwang sich, langsam bis zehn zu zählen. Sie musste jetzt vernünftig bleiben, durfte der Angst nicht nachgeben. Hoffentlich machte Mimi keinen Unsinn. Ihre Hand tastete nach der Tochter, sie merkte, wie sie zitterte.

Lass das Kind deine Angst nicht merken, ermahnte sie sich.

Aber wie sollte sie das Zittern abstellen? Wie zuvor Mimi bei ihr, so krallte sie sich jetzt in die Kleidung des Mädchens und drückte sich an es.

Der Chresch wurde immer langsamer. Dann stellte der Dscherro das für Lärm und Rauch sorgende Zusatzgerät ab. Mit nahezu lautlosem Gravoantrieb bewegte er das Gefährt weiter, in höchstens fünf Metern Höhe, dicht an den Ruinen entlang. Darena konnte nicht anders, sie musste versuchen, einen heimlichen Blick auf ihn zu werfen. Nicht zu wissen, was um sie herum geschah, machte sie fast verrückt; wenn schon, dann wollte sie dem Tod ins Auge blicken.

Er mu
ss uns gesehen haben, sonst würde er nicht ausgerechnet hier so langsam herumkurven
, dachte sie panisch.

So behutsam wie möglich hob sie den Kopf gerade so weit, um durch die schmalen Lücken zwischen den aufgerissenen Metallteilen hindurchspähen zu können.

Der Dscherro trug eine schwere Rüstung mit einem geschlossenen schwarzen Helm; nur an der Stirnseite befand sich eine Öffnung für sein gerades, etwa dreißig Zentimeter langes Horn. Er bewegte den mächtigen Schädel auf seinem dicken, kurzen Hals nach links und rechts. Als das Stirnhorn direkt auf sie zu zeigen schien, zuckte Darena unwillkürlich zusammen und zog den Kopf ein.

Jetzt hat er mich gesehen, ganz bestimmt.

Sie hielt den Atem an. Bestimmt waren sie längst geortet, und der Gehörnte machte sich nur einen Spaß mit ihnen.

Ganz langsam flog der Chresch über sie hinweg. Mimi zitterte so sehr, dass es sich auf Darena übertrug. Es kam ihr so vor, als würde der ganze Bus inzwischen wegen ihnen beben und sie damit verraten.

In diesem Moment war der Frau schon fast alles egal. Sie schloss mit dem Leben ab, jeden Moment würde der auf dem Chresch befestigte Trümmertoser den Bus und sie beide zu einem miteinander verschmolzenen Klumpen verwandeln. Selbst wenn sie es jetzt gewollt hätte, hätte sie nicht mehr aufspringen und fortlaufen können. Sie war völlig gelähmt vor Angst und gleichzeitiger Todeserwartung. Und Mimi schlotterte so sehr, dass sie vermutlich keine koordinierte Bewegung zustande gebracht hätte.

Dann beschleunigte der Chresch plötzlich und raste lärmend und rauchend davon.

Darena stieß leise zischend den Atem aus. Ungläubig lauschte sie dem rasch leiser werdenden Getöse.

»Mama!«, wisperte Mimi aufgeregt. »Wir haben es doch noch geschafft! Er hat uns n
icht bemerkt!«

Ihr strahlendes Gesicht tauchte aus der Versenkung auf, und sie versuchte, Darena wegzuschieben.

»Lass mich vorbei, ich will ihm nachschauen!«, bat sie.

Darena, immer noch wie gelähmt, ließ sich beiseite drücken. Sie lehnte sich an einen Sitz, legte den Kopf zurück und schloss die Augen. Sie zitterte immer noch heftig. In die Ruhepause hinein meldete sich der Schmerz wieder; ihr überbeanspruchter Körper beschwerte sich.

»Mimi«, murmelte sie, »Mimi, bleib von den Fenstern weg. Geh wieder in deine Deckung!«

»Nein, wir müssen weiter!«, widersprach das Mädchen. »Hier ist es nicht sicher! Und Papa ist vielleicht schon zurückgekehrt!« Sie kämpfte sich weiter in den...


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