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Twelve Years a Slave

Die wahre Geschichte.
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Produktdetails

Titel: Twelve Years a Slave
Autor/en: Solomon Northup

EAN: 9783492967082
Format:  EPUB
Die wahre Geschichte.
Originaltitel: Twelve years a slave.
Übersetzt von Johannes Sabinski, Alexander Weber
Piper Verlag GmbH

17. Februar 2014 - epub eBook - 288 Seiten

Solomon Northup lebte als freier Bürger, bis er von Sklavenhändlern verschleppt und an einen Plantagenbesitzer in Louisiana verkauft wurde. Zwölf Jahre erlitt er grausamste Gefangenschaft, bevor er seine Freiheit zurückgewann und zu seiner Familie heimkehrte. Seine Memoiren von 1853 sind nicht nur wertvolles historisches Testament, sondern auch berührendes Zeugnis eines mutigen und unnachgiebigen Mannes. John Ridleys Drehbuch basiert auf seinem wahren Bericht.
Solomon Northup, geboren 1807 in New York, war ein freier Bürger, bis er verschleppt und in die Sklaverei verkauft wurde. Erst zwölf Jahre später konnte er seine Freiheit wieder erlangen und schrieb noch im selben Jahr seine Memoiren. Um den Abolitionismus, eine Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei, zu unterstützen, hielt er Vorträge über seine Erfahrungen und das Leben als Sklave. Ort und Datum seines Todes sind nicht bekannt.

Vorwort

Ein Buch über den Mut

Steve McQueen

Dreieinhalb Jahre bevor die Produktion von Twelve Years a Slave endete, war ich verloren. Ich wusste damals, ich wollte eine Geschichte über Sklaverei erzählen – doch wo beginnen?

Mir schwebte ein Protagonist vor, mit dem sich jeder Zuschauer identifizieren kann, ein freier Mann, der gefangen genommen und gegen seinen Willen festgehalten wird. Monatelang versuchte ich eine Geschichte um diesen Anfang zu schreiben, ohne großen Erfolg – bis meine Partnerin Bianca Stigter, eine Historikerin, mir vorschlug, dass ich mir wahre Berichte über Sklaverei anschaue. Nur Tage nach Beginn unserer Recherche hatte Bianca Twelve Years a Slave entdeckt.

»Ich glaube, ich habe es gefunden«, sagte sie. Was für eine Untertreibung. Das Buch verschlug uns den Atem: der epische Umfang, die Details, das Abenteuer, der Horror und die Menschlichkeit. Das Buch liest sich wie ein Drehbuch, bereit, gefilmt zu werden. Ich konnte kaum glauben, dass ich noch nie von diesem Buch gehört hatte. Es schien uns ebenso bedeutend wie Das Tagebuch der Anne Frank, nur dass es fast hundert Jahre früher veröffentlicht worden war.

Und nicht nur ich kannte das Buch nicht. Keiner der Menschen, mit denen ich sprach, hatte von Twelve Years a Slave oder von Solomon Northup gehört. Das war erstaunlich! Eine solch wichtige Geschichte, erzählt mit dermaßen viel Herz und Schönheit, musste mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Ich hoffe, mein Film kann einen Teil dazu beitragen, diesem wichtigen Buch über den Mut eine größere Bekanntheit zu verschaffen.

Solomons Tapferkeit und Leben verdienen nichts weniger.

Steve McQueen,

Amsterdam, 2013

Wie ich Solomon North
ups Twelve Years a Slave fand

Bianca Stigter

Als ich Brad Pitt nach der Premiere von Twelve Years a Slave in Toronto traf, drängte er mich dazu, etwas zu tun, wozu ich keine Ermutigung brauche: »Lies weiter.« Ich lese viel – Belletristik und Sachbücher, Romane und historische Berichte, Bücher über Kunst und Bücher über Lernen. Ich habe immer gelesen – als Kind, als Historikerin und als Journalistin. Einer meiner liebsten Schriftsteller ist der Römer Plinius der Ältere. Er schrieb seine Naturalis Historia zu einer Zeit, in der alles Wissen in ein Buch passte. Ein weiterer ist der surreale, französische Dichter Francis Ponge, der in seinem Prosagedicht Die Seife zeigte, dass man nicht alles wissen kann, nicht einmal über ein Stück Seife. Doch selten las ich ein Buch, das einen solch nachhaltigen Effekt auf mich hatte wie Solomon Northups Bericht seiner jahrelangen Gefangenschaft als Sklave in Amerikas tiefem Süden.

Im Internet stolperte ich darüber. Die Ausgabe war nicht besonders ansprechend – sie hatte einen beigefarbenen Einband mit einem einfachen Cover. Als das Buch bei mir eintraf, schaute ich es mir ohne große Erwartungen an. Doch das änderte sich schon nach wenigen Seiten. Es war, als würde ich Homers Odyssee lesen, doch gleichzeitig auch wie Dan Browns The Da Vinci Code – Sakrileg; die Geschichte war so fesselnd, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Ich las im Gehen, beim Kochen, während ich die Kinder zu Bett brachte – und vor allem las ich mit Unglauben. Wie hatte so etwas geschehen können?

Ich rannte die steilen Stufen in unserem Haus in Amsterdam hoch und fand Steve in seinem Zimmer (er nennt es nicht gerne sein Studio), umringt von Büchern und Kinderspiel
zeug. Wie immer war er am Telefon, doch als er meine geweiteten Augen und geröteten Wangen sah, legte er sofort auf. »Du musst dieses Buch lesen«, sagte ich und sprach dabei in Großbuchstaben.

»Ich glaube, ich habe es gefunden. Du kannst aufhören zu suchen. Alles ist hier drin.« Steve wollte mir das Buch aus der Hand nehmen. »Du kannst es haben, wenn ich fertig bin.«

Ich hatte Twelve Years a Slave zusammen mit einigen anderen Büchern über Sklaverei im Internet bestellt, um Steve mit seinen Recherchen zu helfen. Das war im Winter 2009 gewesen. Steve hatte gerade Hunger, seinen ersten Spielfilm, abgedreht und arbeitete an seiner zweiten Produktion, Shame. Er hatte bereits begonnen, über sein nächstes Projekt nachzudenken, einen Film über Sklaverei. Sklaverei ist ein Thema, das – soweit es Filme angeht – fast nicht stattfindet. Wenn das Kino die einzige Quelle wäre, um etwas über unsere Vergangenheit zu erfahren, dann wäre Sklaverei nur eine unbedeutende Erscheinung, etwas, das weniger Bedeutung hatte als, sagen wir, der Tod von Prinzessin Diana. Es wurden mehr Filme über den römischen Sklaven Spartakus gedreht als über alle amerikanischen Sklaven zusammen. Selbst Filme über Sklaverei wie Lincoln zeigen kaum ein Abbild der Zustände und haben selten einen Sklaven als Protagonisten.

Wir leben in Amsterdam – ich bin hier geboren und Steve zog in den Neunzigerjahren hierher –, der Hauptstadt der Niederlande, einem Land, das sich stark an dem transatlantischen Sklavenhandel beteiligt und als eines der letzten die Sklaverei in seinen amerikanischen Kolonien abgeschafft hat. Bis zum vergangenen Jahr war kein einziger niederländischer Film über dieses Thema produziert worden. Im Zentrum von Amsterdam ist Sklaverei nur für diejenigen
sichtbar, die wissen, dass einige der opulenten Kanalhäuser des goldenen Zeitalters von Sklavenbesitzern erbaut worden sind, die ihr Vermögen in den Westindischen Inseln gemacht haben.

Steve hatte sich bereits überlegt, seinen nächsten Film um einen freien amerikanischen Mann spielen zu lassen, der entführt und versklavt wird und mit dem sich jeder Zuschauer identifizieren konnte. Doch er war festgefahren. Ich hatte ihm vorgeschlagen, dass er nach wahren Berichten über Sklaverei suchen solle, denn die Vergangenheit ist eine gewaltige Fundgrube. Die Geschichte hält so viele erstaunliche Gegebenheiten bereit, da muss man vielleicht keine erfinden.

An diesem Abend in seinem Zimmer bat mich Steve, ihm die bisherige Geschichte von Solomon Northup zu erzählen. Sie beginnt im Jahre 1841 im Staat New York, wo Northup als freier Bürger mit seiner Familie lebt, bis er verschleppt, nach Süden verschifft, auf einem Sklavenmarkt in New Orleans verkauft und auf verschiedenen Plantagen versklavt wird, bevor er 1853 seine Freiheit zurückerlangen kann. In jedem Kapitel berichtet Northup mit unglaublichem Detailreichtum von unfassbaren Ereignissen, sodass man meinen könnte, Zeitreisen seien doch möglich. Auf einmal war ich dort, von Amsterdam nach Louisiana befördert, über einen Kontinent und zwei Jahrhunderte, um eine Hinrichtung zu bezeugen. Sein neuer Besitzer will Northup töten: »Na dann«, erkundigte sich einer von Tibeats Gesellen, »wo sollen wir den Nigger hängen?« Einer schlug einen Ast vor, der vom Stamm eines Pfirsichbaums abzweigte, nahe der Stelle, wo wir standen. Sein Kamerad hielt dagegen, er könnte brechen, und schlug einen anderen vor. Schließlich einigten sie sich auf den letzteren. Wir hatten dies schon vorher bei dem unglaublichen Roman Blindness von José Saramago gemacht, der später verfilmt wor
den war. Steve war zu der Zeit unterwegs gewesen und hatte das Buch zu Hause vergessen, also hatte ich angefangen zu lesen. Jeden Abend hatte er mich angerufen und sofort gefragt: »Was ist passiert?!« Dann hatte ich ihm nach und nach die Geschichte erzählt, so weit wie ich an dem jeweiligen Tag gekommen war. Mit Northups Memoiren versuchten wir das Gleiche, doch dieses Mal war es schwieriger. Neben der schnell voranschreitenden Handlung besteht die Eindringlichkeit des Buches in der Fülle an Beschreibungen und Charakterisierungen. Jede Figur hätte ihr eigenes Buch verdient.

Außerdem liest sich der Roman zeitweise wie eine Betriebsanweisung für eine Zucker- oder Baumwollplantage. Und trotz des Elends, das Northup erleiden musste, schafft er es sogar hin und wieder, lyrisch zu sein: Wenige Anblicke schmeicheln dem Auge mehr als ein weites Baumwollfeld in voller Blüte. Es bietet ein Bild von Reinheit ähnlich einer hellen Fläche jungfräulichen Neuschnees.

Wenn man sich einmal an den langsamen, etwas hochtrabenden Schreibstil des 19. Jahrhunderts gewöhnt hat, schafft Twelve Years a Slave es, Geschichte so zu visualisieren, wie es kaum ein anderes Buch vermag.

Seite um Seite erstaunte Northup mich mit jeder Drehung und Wendung seines Berichts. Als ich das Buch zuschlug, trocknete ich meine Tränen und riß Steve erneut vom Telefon weg. »Du musst kein Skript mehr schreiben«, sagte ich ihm. »Dieses Buch ist ein Skript.« Ich gab es ihm, und Steve begann zu lesen – und stimmte mir bald zu. Nach der Lektüre wurde die erstaunliche Geschichte von Solomon Northup zu seiner Leidenschaft.

Als ich drei Jahre später, im Sommer 2012, zum Filmset kam, einer Plantage in der Nähe von New Orleans, drehten sie gerade die Hinrichtungsszene. Es war unglaublich bewegend, den Aufwand zu sehen, der in di
e Nachbildung von Northups Bericht investiert wurde – so akribisch und doch so frei wie nötig. Im letzten Moment bat Steve einige der Kinderkomparsen, hinter dem am Ast baumelnden Northup durch das Gras zu laufen. Dieses Detail war so nicht im Buch, hätte es aber ebenso gut sein können. Es zeigt die Brutalität und Schonungslosigkeit der Sklaverei, die für Kinder zur bedeutungslosen Normalität geworden war. Sie kannten es nicht anders. Die Tatsache, dass Solomon Northup es anders erlebt...


»Brutal, schonungslos und emotional (...). Ein berührendes Stück Geschichte.«, Wiener Bezirksblatt (A), 31.03.2014

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