Agnes Sassoon war eine der 133 Überlebenden, die an den Gedenkfeierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau im Mai 2015 teilnahmen. 1933 im tschechischen Vylok (heute Ukraine) als Agnes Lichtschein geboren, wurde sie als Elfjährige in das Konzentrationslager Dachau deportiert; später kam sie nach Bergen-Belsen, wo sie die Befreiung erlebte. Der britische Bürgermeister von Hannover nahm sie als seine Tochter auf, bis ihre Eltern sie fanden und sie nach Budapest, Prag und Bratislava zog. Später wurde sie Mitarbeiterin einer zionistischen Untergrundorganisation, die die Emigration europäischer Juden nach Israel unterstützte. 1950 wanderte sie nach Israel aus; später heiratete sie, bekam zwei Söhne und arbeitete als Journalistin. Bis zu ihrem Tod 2020 lebte sie in London. Die tiefe Überzeugung, dass der Holocaust nie vergessen werden möge, begleitete ihre lebenslange Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Großbritannien, Deutschland und Israel.
Heike Brandt, geboren 1947, wuchs in Berlin auf. Sie studierte dort Pädagogik und arbeitete vier Jahre in einer Obdachlosensiedlung. Danach arbeitete sie in einem von ihr mitgegründeten Kinderbuchladen-Kollektiv. Seit 1986 ist sie freiberuflich als Übersetzerin und Autorin tätig. Weiterhin rezensiert sie Kinder- und Jugendbücher für den Rundfunk. Heike Brandt hat einen erwachsenen Sohn und lebt in Berlin-Kreuzberg.
Ihr erstes Buch "Die Menschenrechte" haben kein Geschlecht war 1990 auf der Auswahlliste des Deutschen Jugendliteraturpreises.
Für die Übersetzung des Buches "M. C. Higgins der Große" von Virginia Hamilton erhielt sie 1991 den Gustav-Heinemann-Friedenspreis.
Für die Übersetzung von F. L. Buss "Ein fremdes Land" erhielt sie 1994 die Blaue Brillenschlange.