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Das Leben ist kein Oktoberfest - Eine Wirtin erzählt

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Produktdetails

Titel: Das Leben ist kein Oktoberfest - Eine Wirtin erzählt
Autor/en: Roswitha Gruber

EAN: 9783475542312
Format:  EPUB
Familiy Sharing: Ja
Rosenheimer Verlagshaus

27. Februar 2014 - epub eBook - 368 Seiten

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Die Zwillinge Liesl und Gretl wachsen in gutbürgerlichen Verhältnissen in München auf, bis der Zweite Weltkrieg das Familienglück zerstört. Der Vater gilt als verschollen. Die Mutter lebt mit den Kindern in einem mittelfränkischen Städtchen in bitterer Armut. Daher setzt Liesl, schon früh aus dem Nest geworfen, alles daran, Wirtin eines eigenen Speiselokals zu werden. Es ist ein langer, steiniger Weg, bis sie ihr Ziel erreicht. Doch dann fangen die Probleme erst richtig an.

Die Bestsellerautorin Roswitha Gruber widmet sich der Schilderung starker Frauen mit außergewöhnlichen Lebensgeschichten. Für jeden ihrer Romane recherchiert sie ausführlich und nähert sich in langen, intensiven Gesprächen dem Schicksal ihrer Protagonistinnen an. Roswitha Gruber lebt und arbeitet in Reit im Winkl.
Die in Trier geborene Roswitha Gruber brachte bereits als 15-Jährige ihre ersten schriftstellerischen Versuche zu Papier. Durch jahrelanges, intensives Zuhören konnte sie viele bewegende Schicksale erfahren und hat diese in beeindruckenden Romanen festgehalten. Sie widmet sich vor allem der Schilderung starker Frauen mit außergewöhnlichen Lebensgeschichten. Die Bestsellerautorin lebt in Reit im Winkl und arbeitet in ihrem alten Bauernhof unermüdlich an neuen Buchideen.

Überraschung im Kreißsaal


Bei meiner Geburt hatte ich es sehr eilig. Es war am 7. Januar 1937 in der Münchener Frauenklinik, da drängelte ich mich vor und kam als erster Zwilling um 10.15 Uhr mit einem kräftigen Schrei ans Tageslicht. Mein einziger Fehler dabei war, dass ich nicht als Junge auf die Welt gekommen bin. Nachdem die Hebamme mich abgenabelt hatte, wickelte sie mich in eine Sanitaswindel und reichte mich dem renommierten Professor Gutewohl, der auf ausdrücklichen Wunsch meiner Mutter anwesend war. Während er mich eingehend untersuchte, bemühte sich die Hebamme weiterhin um die Gebärende. Sie vermutete nämlich, es könne noch ein zweites Kind folgen.

Unterdessen forderte meine Mutter ungeduldig: »Herr Professor, nun reichen Sie mir endlich meinen Sohn!«

Er unterließ es, sie darauf hinzuweisen, dass ich eine Tochter war. »Sofort, gnädige Frau«, sagte er. »Es ist alles in Ordnung. Ein kerngesundes Kind. Meinen Glückwunsch!« Damit übergab er ihr das nackte Menschlein, das er wieder mit der schützenden Windel umhüllt hatte.

Triumphierend schlug meine Mutter die Windel auseinander und stieß einen spitzen Schrei aus: »Nein, das ist nicht mein Kind! Ich habe einen Sohn geboren!«

Mit ausgestreckten Armen hielt sie mich von sich, als ob ich eine glitschige Kröte wäre, und ich begann vor Schreck zu schreien. Der Professor, der befürchtete, sie könne mich fallen lassen, griff rasch zu und barg mich in seinen Armen. »Aber gnädige Frau, so fassen Sie sich doch! Natürlich ist das Ihr Kind. Da Sie zur Zeit die einzige Gebärende in diesem Kreißsaal sind, ist eine Verwechslung ausgeschlossen.«

»Aber … ein Mädchen!«, schrie meine Mutter hysterisch auf. »O Gott! Das überleb ich nicht. Ich bring
mich um!«

»Aber, aber, Frau Wagner, wie können Sie so etwas sagen!«, mischte sich nun die Hebamme ein. »So etwas darf man ja noch nicht mal denken! Außerdem, wie wir vermutet haben, kommt noch ein zweites Kind. Das kann doch der erhoffte Bub sein.«

»Wenn das erste Kind ein Mädchen ist, wird auch das zweite eines sein!« Meine Mutter klang völlig verzweifelt.

Jetzt wandte sich der Professor wieder an die Kreißende: »Das ist keineswegs gesagt, gnädige Frau. Bis jetzt spricht nichts dafür, dass es sich um eineiige Zwillinge handelt. Bei zweieiigen Zwillingen kann das zweite Kind auch ein Junge sein.«

Die Unterhaltung brach ab, weil meine Mutter erneut mit Presswehen zu kämpfen hatte. Genau fünf Minuten nach dem ersten Kind war das zweite da, völlig problemlos, denn es hatte ein zierlicheres Köpfchen als das erste. Auch dieses Kind ließ spontan – wenn auch in gemäßigterer Lautstärke – seine Stimme ertönen, sehr zur Beruhigung der beiden Geburtshelfer. Professor Gutewohl untersuchte dieses Kind ebenfalls gründlich, bevor er es der Wöchnerin reichte. »Sie haben recht gehabt, gnädige Frau. Das zweite Kind ist ebenfalls ein Mädchen, obwohl zweifelsfrei zu erkennen ist, dass es sich um zweieiige Zwillinge handelt.«

Wir waren nämlich schon bei der Geburt so unterschiedlich, wie Zwillinge unterschiedlicher nicht sein können: Ich blond und blauäugig und von kräftiger Statur, meine Schwester zierlicher mit brünettem Haar und braunen Augen.

»Dieses Mädchen ist Ihnen wie aus dem Gesicht geschnitten, gnädige Frau«, sagte der Professor, als er ihr das zweite Kind reichte. »Dann kommt das andere wohl mehr nach Ihrem Herrn Gemahl? Beide jedoch sind allerliebste kleine Wesen. Zu Ihren hübschen Töchtern ka
nn ich Ihnen nur gratulieren.«

Er beobachtete seine Patientin aufmerksam, um gleich rettend eingreifen zu können, falls sie etwas Unüberlegtes tat. Erstaunlicherweise aber nahm sie dieses Kind an. Sie hob die Windel ein wenig hoch, wohl um sich vom Wahrheitsgehalt der Worte des Mediziners zu überzeugen. Dann drückte sie das hilflose Wesen kurz an sich, nicht besonders herzlich, aber immerhin.

Das nächste Kapitel dieses »Dramas« spielte sich in einem Zimmer der ersten Klasse auf der Wochenstation ab. Am Nachmittag desselben Tages stürmte mein Vater, der Obersturmbannführer Ludwig Wagner, mit einem Arm voll roter Rosen in das Wochenbettzimmer meiner Mutter. Er strahlte über das ganze Gesicht. »Herzlichen Glückwunsch, Traudl! Da hast du dich aber beeilt. Ich war völlig überrascht, als ich den Anruf aus dem Krankenhaus erhielt. Mit dem freudigen Ereignis hatte ich frühestens in einer Woche gerechnet.«

»Ludwig, du sollst mich doch nicht mehr Traudl nennen«, rügte die junge Mutter ihren Gatten. »Du weißt doch, seit wir wer sind, ist das nicht mehr angebracht.«

»A geh, Traudl, hier hört uns doch eh keiner«, verteidigte er sich lachend.

»Du sollst dich an ›Gertraud‹ gewöhnen«, beharrte sie, »sonst rutscht dir die ›Traudl‹ auch raus, wenn Leute dabei sind.«

Dann erst nahm sie huldvoll die Rosen entgegen, zwölf langstielige, dunkelrote Rosen. Zu dieser Jahreszeit mussten sie ein Vermögen gekostet haben.

Mutters Augen füllten sich mit Tränen. »Sie sind wunderschön! Danke, Ludwig!«, brachte sie mühsam heraus. »Leider war die Ausgabe völlig umsonst.« Sie begann zu schluchzen.

»Wie? Was?«, fragte er erschrocken. »Ist das Kind tot?«

»Ne
in, nein«, sie wischte sich über die Augen. »Aber es ist nicht der Sohn, auf den wir gehofft hatten.«

»Also wieder eine Tochter«, stellte er resignierend fest.

Sie schüttelte heftig den Kopf. Erneut quollen Tränen aus ihren Augen.

»Kein Sohn und keine Tochter? Willst du mich zum Narren halten?« Seine Stimme nahm eine gewisse Schärfe an.

»Zwei Töchter sind es«, schluchzte sie auf.

»Zwei Töchter? Sind sie gesund?«

Gertraud nickte.

»Dann gibt es doch gar keinen Grund zum Weinen.« Er zog sein großes, weißes Taschentuch hervor und trocknete ihr liebevoll die Tränen ab.

Nachdem er sich auf der Säuglingsstation seine beiden Töchter angeschaut hatte, kehrte er in das Zimmer seiner Frau zurück. »Das sind ja zwei ganz süße Dirndln. Dafür hast du die Rosen allemal verdient.« Mit diesen Worten überspielte er seine eigene Enttäuschung, denn ein Sohn wäre auch sein sehnlichster Wunsch gewesen. »Nun ja, mein Herz, diesmal hat es mit dem Buben nicht geklappt, bestimmt aber klappt es beim nächsten Mal.«

Sie nickte dazu nur schwach. Gleichzeitig aber dachte sie: Oh nein, ein nächstes Mal wird es nicht geben.

»Jetzt stehen wir vor dem Problem mit den Namen«, sagte sie laut zu ihrem Mann. »Mit einem Ludwig ist es ja nun nichts. Oder sollen wir eines der Dirndln Ludowika nennen?«

»Aber nein, diesen Namen möchte ich aufsparen für den Stammhalter, der gewiss noch kommt.«

Sie lächelte säuerlich. »Hast recht«, gab sie zu. »Außerdem hätten wir dann noch immer keinen Namen für das andere Kind.«

Nachdem beide eine Weile nachgedacht und verschiedene Vorschläge vorgebracht und wieder verworfen
hatten, hellte sich sein Gesicht auf: »Ich hab’s!«, rief er aus. »Weißt du noch, wie wir den Namen von Gudrun ausgesucht haben? Wir haben erst diskutiert, ob wir den Namen deiner oder meiner Mutter nehmen sollten und dann doch einen ganz anderen gewählt, damit keine von beiden beleidigt sein kann. Aber diesmal ist es doch ideal: Wir nennen sie nach unseren Müttern: Elisabeth und Margarete.«

Gertraud gefiel dieser Vorschlag auf Anhieb. »Ja, Liesl und Gretl, das passt auch gut für Zwillinge.«

Als Ludwig wieder gegangen war, wanderten die Gedanken der jungen Mutter zurück in die Zeit vor fünf Jahren, denn an ihre erste Entbindung erinnerte sie sich nur mit Schrecken. Unter ungeheuren Schmerzen und Lebensgefahr hatte sie ihre Tochter Gudrun zu Hause zur Welt gebracht. Danach hatte sie sich geschworen, diese Prozedur nie wieder über sich ergehen zu lassen. Zwei Jahre geduldigen Werbens hatte ihr Mann benötigt, bis sie ihn endlich wieder ins eheliche Bett gelassen hatte.

Alleine hätte er diese Überzeugungsarbeit aber bestimmt nicht geschafft. Es war die nach 1933 aufgekommene Ideologie von der Mutterschaft, die seine heimliche Verbündete wurde, denn ihr gelang es schließlich, meine Mutter davon zu überzeugen, dass ein Frauenleben nur durch die Geburt eines Sohnes wirklich Erfüllung findet. Daneben fühlte sie aber auch eine Verpflichtung, mit einem Sohn eine gewisse Dankesschuld gegenüber ihrem Ehemann, aber auch gegenüber dem Regime abzutragen. Das Regime hatte immerhin ihrem Mann den beruflichen Aufstieg ermöglicht und ihnen damit zu Wohlstand und Ansehen verholfen und zu dem angenehmen Leben, das sie jetzt führten.

Gertraud stammte aus einfachen Verhältnissen. Ihr Vater, Friedrich Klein, war Ofensetzer in Kulmbach, und sein Verdienst war nicht gerade üppig, zumal er davon sechs Kinder zu ern&aum
l;hren hatte. Zum Glück brauchte er keine Miete zu zahlen. Sie lebten nämlich in dem kleinen Haus, das Friedrich samt der Werkstatt von seinem Vater geerbt hatte. Wenn andere arbeitslos wurden, hatte er dennoch immer sein Auskommen gehabt, trotz des Weltkrieges, trotz der Inflationszeit, trotz der anschließenden allgemeinen Arbeitslosigkeit.

Gertrauds Eltern hatten – und dafür galt ihnen die volle Bewunderung ihrer Tochter – das Kunststück fertiggebracht, alle Kinder, selbst die Mädchen, etwas lernen zu lassen, obwohl man damals noch Lehrgeld zahlen musste. Ihr ältester Bruder hatte selbstverständlich vom Vater das Ofensetzerhandwerk gelernt und lebte davon, dass er offene Kamine und Kachelöfen in herrschaftliche Häuser einbaute. Gerburg, ihre ältere Schwester, hatte die Gastronomie von der Pike auf...


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