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Zu dritt im Ehebett - Geschichten einer Berghebamme

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Produktdetails

Titel: Zu dritt im Ehebett - Geschichten einer Berghebamme
Autor/en: Roswitha Gruber

EAN: 9783475542770
Format:  EPUB
Rosenheimer Verlagshaus

25. Februar 2014 - epub eBook - 272 Seiten

Im vierten Buch über die Berghebamme Marianne Feldmoser erzählt Roswitha Gruber erneut von deren bewegenden Erlebnissen. Oft musste Nanni, wie sie von ihren Schützlingen liebevoll genannt wurde, weite Wege bestreiten. Weder Eiseskälte noch tiefe Nacht konnten sie davon abhalten zu einer Geburt zu eilen. Ihr begegneten die unendliche Freude über den ersehnten Stammhalter sowie die Ängste der Eltern, wenn doch Komplikationen auftraten. So hat Nanni im Laufe ihres Arbeitslebens traurige, aber auch viele beglückende Momente erlebt.

Roswitha Gruber widmet sich der Schilderung starker Frauen mit außergewöhnlichen Lebensgeschichten. Für jeden ihrer Romane recherchiert sie ausführlich und nähert sich in langen, intensiven Gesprächen dem Schicksal ihrer Protagonistinnen an. Roswitha Gruber lebt und arbeitet in Reit im Winkl.
Die in Trier geborene Roswitha Gruber hat in den letzten Jahren mehr als 15 Bücher veröffentlicht, die ausnahmslos Bestseller geworden sind. Durch ihr großes Einfühlungsvermögen gewinnt sie schnell das Vertrauen ihrer Mitmenschen und schafft es, dass diese ihr vorbehaltlos ihre Schicksale schildern. Diese bringt sie dann in ihrer unnachahmlichen Art zu Papier. Roswitha Gruber widmet sich vor allem den Lebensgeschichten starker Frauen vom Land.

Besatzungskinder


Nach dem Zweiten Weltkrieg war unsere Region noch über zehn Jahre lang von amerikanischen Truppen besetzt gewesen. Die Auswirkungen davon bekamen wir sogar noch im Jahre 1957 zu spüren, als ich meine Ausbildung in der Hebammenlehranstalt zu Salzburg begann. Dort wurden wir nämlich nicht nur mit theoretischem Wissen vollgestopft, wir wurden auch immer wieder für einige Wochen auf verschiedenen Stationen des Krankenhauses eingesetzt, um möglichst viel Praxis mitzubekommen. Besonders die Einsätze im Kreißsaal waren interessant, dort profitierten wir am meisten für unseren zukünftigen Beruf. Unter Anleitung von erfahrenen Lehrhebammen wurden wir mit den unterschiedlichsten Situationen, die bei einer Entbindung auftreten können, vertraut gemacht. Denn in diese Lehranstalt wurden vor allem jene Frauen von ihrem Arzt oder von ihrer Hebamme geschickt, bei denen eine Komplikation zu befürchten war.

Wir hatten aber auch mit einer ganzen Reihe von »normalen« Geburten zu tun. Aus der Stadt kamen nämlich auch diejenigen Frauen zu uns, bei denen die Gegebenheiten für eine Hausgeburt nicht gerade ideal waren. So erinnere ich mich noch lebhaft an die erste Entbindung, die ich selbstständig durchführen durfte, allerdings unter den strengen Augen der Frau Schäfer, meiner Lehrhebamme. Bis dahin hatte ich nur einige Male zugeschaut, wie sie das machte, und hatte mich auf kleine Handreichungen beschränken müssen.

Es war an einem Samstagabend, Mitte März, als uns eine Krankenschwester eine Hochschwangere an der Tür des Kreißsaales übergab. Diese trug eine Reisetasche bei sich und war, da noch immer winterliche Temperaturen herrschten, in einen weiten Kamelhaarmantel gehüllt. Sowohl die Tasche als auch der Mantel, die schon ziemlich abgewetzt waren, ließen vermuten, dass die Frau aus bescheidenen V
erhältnissen stammte. Die Kleidung, die nach Ablegen des Mantels zum Vorschein kam, bestätigte diese Vermutung. Auch die Frau selbst war nicht mehr »taufrisch«, sie musste schon Ende dreißig, Anfang vierzig sein.

Die Hebamme bedeutete mir, die Aufnahme zu machen. Zur Aufnahme gehörte nicht nur, dass man die Personalien abfragte, dazu gehörte auch die Anamnese. In der Anamnese erfährt man etwas über den Verlauf der Schwangerschaft und über durchgemachte Krankheiten der Gebärenden. Diese Kenntnisse können für den Geburtsverlauf sehr wichtig sein.

Stolz wie Oskar fragte ich zunächst – wie ich das bei meiner Lehrherrin in den vorangegangenen Tagen beobachtet hatte –, in welchem Abstand die Wehen kämen. Daran ließ sich nämlich ermessen, ob oder wie sehr ich mich bei der Anamnese beeilen musste. Die Frau warf einen Blick auf die große runde Uhr, die unübersehbar über dem Schreibtisch hing.

»Die letzte war vor ungefähr zehn Minuten«, antwortete sie. »Aber gerade geht es wieder los.«

Sie atmete so gekonnt ein und aus, als ob sie bereits Erfahrung mit Entbindungen hätte. Deshalb war meine nächste Frage, nachdem die Wehe abgeklungen war: »Das wievielte Kind ist dieses?«

»Das dritte«, war die Antwort. Ungefragt fügte sie hinzu: »Ich habe bereits zwei Dirndln, im Alter von acht und sechs Jahren.«

»Aha, dann ist dieses hier sozusagen ein Nachkömmling«, konstatierte ich und machte meine Notizen.

»Ja«, antwortete die Schwangere, »uns fehlt nur noch der Bub.«

Dann erfragte ich das Übliche: ihren Namen, ihr Geburtsdatum, die Adresse, Namen und Beruf des Ehemannes, den sie mit Obusfahrer angab.

Nachdem ich dies alles auf dem Erhebungsblatt notiert hatte, erkundigte ich mich noch nach
dem Verlauf der beiden vorangegangenen Entbindungen, nach durchgemachten Krankheiten und ob sie irgendwelche Medikamente nehme.

Die Wehen kamen inzwischen in immer kürzeren Abständen, also wurde es Zeit für die Geburtsvorbereitungen. Das lief alles wie am Schnürchen. Und auch die eigentliche Entbindung verlief völlig glatt, zumal die erfahrene Mutter gut mitarbeitete. Als ich dann das Kind in Händen hielt, das erste, das ich selbstständig auf die Welt geholt hatte, das war schon ein stolzes Gefühl! Zu meiner großen Freude schrie es auch gleich aus Leibeskräften los. Nun kam der Augenblick, wo ich es abnabeln musste. Behutsam legte ich das Neugeborene zwischen den Oberschenkeln seiner Mutter ab. Dann nahm ich die bereitliegenden Klammern, um die Nabelschnur abzuklemmen. Die eine setzte ich ziemlich nah am Bauch des Kindes an, die andere in einigen Zentimetern Abstand dazu. Dann ergriff ich die Nabelschere. Statt aber die Nabelschnur zu durchtrennen, starrte ich unschlüssig darauf, weil ich das Blut darin noch pulsieren sah und spürte.

»Auf was wartest du denn?«, fragte mich meine resolute Lehrhebamme. »Irgendwann musst du es tun.«

Also gab ich mir einen inneren Ruck und schnitt die Verbindung zwischen Mutter und Kind durch, nach Ansicht meiner Lehrmeisterin jedoch zu zaghaft. »Richtig war es schon«, kommentierte sie, »aber nächstes Mal bitte etwas entschlossener. Es tut nämlich weder der Mutter noch dem Kind weh.«

Während ich den Nabelverband anlegte und noch bevor das Kind gewogen und gemessen war, ertönte vom Kopfende des Bettes die Stimme der Mutter: »Ist alles in Ordnung?«

»Ja, schon«, antwortete Frau Schäfer zögerlich. »Einen strammen Buben haben S’ gekriegt, aber …«

Noch ehe sie ihren Satz beendet hatte, fiel ihr die Wöchnerin ins
Wort: »Ah, gut, da wird sich mein Mann riesig freuen.«

»Ich bin mir da nicht so sicher, dass er sich freuen wird«, schränkte die Hebamme ein.

»Wieso? Was ist?«, fragte die frisch Entbundene ungeduldig.

»Der Bub hat krause schwarze Haare, dicke Lippen, eine platte Nase und schwarze Hoden.«

»Ach so«, konstatierte die Frau ziemlich emotionslos, worüber wir uns sehr wunderten. Dann reichten wir ihr das Kind. »Aber weiß ist er schon«, stellte die Mutter sachlich fest.

»Ja, schon. Aber das wird er nicht lange bleiben. In einigen Tagen wird seine Haut dunkel sein, wie sehr, lässt sich nicht voraussagen.«

Auch diese Mitteilung nahm die Frau so gelassen zur Kenntnis, dass wir uns beide verdutzt anschauten. Für uns sah es ganz danach aus, als habe die Frau nicht begriffen, was die Lehrhebamme damit hatte andeuten wollen. Deshalb versuchte sie, ihr mit anderen behutsamen Worten zu erklären, was womöglich an Problemen auf sie zukommen könne. »Da Sie den Beruf Ihres Mannes mit Obusfahrer angegeben haben, gehe ich davon aus, dass er kein Amerikaner ist und schon gar kein farbiger.«

»Nein, ein Ami ist der nicht. Der ist so weiß wie Sie und ich. Er ist ein waschechter Salzburger.«

»Das hab ich mir gedacht. Wird er nicht blöd schauen, wenn Sie mit einem Negerkind daherkommen?«

Anders als heute empfand damals niemand das Wort »Neger« als beleidigend, und jeder verwendete dieses Wort ganz selbstverständlich, ohne etwas Schlimmes dabei zu denken. »Neger«, das war halt das Wort für einen Menschen mit dunkler Hautfarbe.

»Nein, das wird er nicht. Ich habe ihm rechtzeitig erzählt, dass ich von einem Neger vergewaltigt worden bin.«

Ob das wirklich stimmte oder ob die Frau so schlau gewesen war,
rechtzeitig eine Schutzbehauptung aufzustellen, dahinter sind wir nicht gekommen. Das ging uns im Grunde genommen aber auch nichts an. Wenn die Frau die Geburt eines Mischlings so gelassen nahm, dann würde sie mit ihrem Ehemann schon klarkommen. Wahrscheinlich machte ich mir über ihr Schicksal mehr Gedanken als sie selbst. Deshalb suchte ich in einer ruhigen Minute das Gespräch mit meiner Lehrhebamme. »Ist das in der Vergangenheit öfters vorgekommen, dass eine Ehefrau ein Besatzungskind zur Welt gebracht hat?«

»Das kannst glauben! Vermutlich häufiger, als man es gemerkt hat. Diese Frauen waren klug genug, sich nur mit einem weißen Ami einzulassen.«

»Die meine ich nicht. Ich meine, ob es weiße Ehefrauen gegeben hat, die ein farbiges Kind geboren haben?«

»Leider gab es auch solche Fälle«, seufzte Frau Schäfer.

»Das haben doch bestimmt nicht alle Mütter so gelassen hingenommen wie diese hier?«

»Nein, ganz gewiss nicht«, versicherte mir die Hebamme. »Die sind in Panik ausgebrochen, und eine wollte sich gar umbringen.«

»Und wie habt ihr darauf reagiert?«

»Wir haben diese Mütter beruhigen können, indem wir ihnen anboten, ihr Kind erst mal in einem Heim unterzubringen. Dann könnten sie in Ruhe überlegen, ob sie es zur Adoption freigeben wollen. ›Da brauche ich nicht lange zu überlegen‹, hatte eine von ihnen geantwortet. ›Machen Sie mit dem Kind, was Sie wollen. Hauptsache, Sie schaffen es irgendwie weg, damit mein Mann es nicht zu sehen kriegt.‹«

»Und wie hat der Mann darauf reagiert, dass die Frau nach der Entbindung kein Kind vorzuweisen hatte?«

»Sie hat behauptet, es sei tot zur Welt gekommen, und das Krankenhaus kümmere sich um die Beerdigung. Das war ihm gerade recht. So entstan
den ihm weder Kosten noch Mühen. Aber nicht alle haben auf diese Weise reagiert. In einem anderen Fall hat mir die junge Mutter unter Tränen erzählt, ihr Mann habe gleich nach ihrem Geständnis die Scheidung eingereicht.«

Es stand mir nicht an, mich als Richter über diese Frauen aufzuspielen, dennoch konnte ich die Enttäuschung eines Ehemannes verstehen.

»Nach dem Krieg waren es aber meist junge Witwen und junge Mädchen, die ein Besatzungskind zur Welt brachten. Die hatten zwar keine Probleme mit einem Ehemann zu befürchten, aber mit der Reaktion ihrer Eltern oder der lieben Mitmenschen. Deshalb gaben sie ihre Mischlingskinder spontan zur Adoption frei«, erzählte meine...


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