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Arcadia

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Produktdetails

Titel: Arcadia
Autor/en: Lauren Groff

EAN: 9783406653667
Format:  EPUB
Übersetzt von Judith Schwaab
Beck C. H.

28. Mai 2014 - epub eBook - 301 Seiten

In den Siebzigerjahren auf dem Land in New York haben sich einige Aussteiger auf einem großen Grundstück mit einem alten Schulhaus niedergelassen. Sie haben den Traum, autark und frei zu leben, und nennen ihren Ort Arcadia. Die packende Geschichte vom romantischen Aufbruch, von Hochzeit, Niedergang und Nachwirken dieser Landkommune wird aus der Perspektive von Bit erzählt. Als Sohn von Hannah, einer Bäckerin, und Abe, einem Schreinermeister kam er in der ersten Zeit der Gemeinschaft zur Welt. Bit verliebt sich in Helle, die aufmüpfige und eigenwillige Tochter von Handy, Rockmusiker und charismatischer Anführer der Hippiegemeinschaft, und Astrid, einer Hebamme. Die Kinder wachsen ungezwungen und in enger Verbundenheit mit der Natur in der geschützten Abgeschiedenheit Arcadias auf. Später, nach der gewaltsamen Auflösung der Landkommune, wird Bit Professor für Fotografie in New York City sein und mit Helle ein Kind haben. Sie aber, die immer robuster war als er, ist letztlich dem Leben außerhalb Arcadias nicht gewachsen. Auch als Großstädter, und obwohl er seine Kinderzeit kritisch sieht, bewahrt Bit die Utopie vom friedlichen Landleben in seinem Herzen; sein Leben ist stärker als jedes der anderen mit diesem Ort und seinen Hoffnungen verwurzelt. Am Ende am Grab seiner Mutter in Arcadia söhnt er sich trotz aller politischen und Umweltkatastrophen und im Bewusstsein der Irrtümer seiner Eltern mit dem widerstrebenden Nebeneinander von Traum und Realität aus. Ein berührend und spannend erzählter Roman über einen begeisterten Aufbruch.
Lauren Groff, 1978 in Cooperstown, New York, geboren, lebt heute in Gainesville, Florida. Ihre Erzählungen erscheinen unter anderem im New Yorker und wurden mehrfach in die Best American Short Stories aufgenommen. Für ihre schriftstellerischen Werke hat Lauren Groff zahlreiche Preise und Stipendien erhalten. Arcadia ist ihr zweiter Roman.

HELIOPOLIS


 

 

 

 

So hübsch, die Mädchen in ihren schlaff gewordenen Badeanzügen, mit Gänsehaut, die Lippen blau vor Kälte. Helle ist die Königin von allen. Seit Beginn des Winters ist sie mit Astrid weggewesen und vor einer Woche zurückgekehrt. Sie ist betörend. Weiß wie Porzellan sitzt sie auf einem Felsen am Ufer des Teichs. Sie hat Dreadlocks, einen kleinen Stecker in der Nase, und ihre Ellbogen sind runzlig vor Kälte. Sie ist so blass, dass Bit sie kaum anschauen kann.

Laute Stimmen hallen am Teich wider; es schmerzt in Bits Ohren. Es ist Anfang Mai, eisig, doch die Kinder und Jugendlichen von Arcadia sind trotzdem hier, um in der kühlen Sonne ein Bad zu nehmen. Was Bit einmal wie eine gewaltige Wasserfläche vorgekommen war, ist jetzt, wo zweihundert Körper darin plantschen, zu einer Pfütze geschrumpft. Er schwimmt in die Mitte des Teichs und taucht unter. Die Jungs machen die Oberfläche weiß, die Mädchen lassen die Füße über dem Wasser baumeln, kleine flüchtige Dinger. Er taucht tiefer, bis zum Grund, wo sich die jungen Wasserpflanzen wie mit knubbeligen Fingern um seine Füße legen und die Kälte nach ihm greift.

Hier unten in der Tiefe ist es friedlich. Er ist frei von den vielschichtigen Spannungen in Arcadia, der Überfüllung, dem Hunger. Doch oben, wo Himmel und Wasseroberfläche aufeinandertreffen, wird ein Fleck zur offenen Hand und dann zu einem Stern, der langsam auf ihn herabfällt. Es zieht in seinem Inneren, als er sieht, dass es Helle ist, die mit offenen Augen nach ihm sucht. Als ihre Füße auf Grund treffen, wirbeln sie Schlamm auf, der wie eine Wolke bis zu seinen Knien aufquillt. Sie greift nach Bit, berührt ihn an der Seite. Böse Helle, sie kitzelt ihn.

Er muss dem silbrigen Streifen
seiner Atemluft folgen, um an die Oberfläche zu steigen. Dort hustet und würgt er, bis ihm die Tränen kommen. Helle taucht neben ihm auf, lacht. Ihre Dreadlocks treiben rings um ihren Kopf im Wasser, wie Schlingpflanzen.

Du gehst mir aus dem Weg, Bit, sagt sie, den Mund halb unter Wasser.

Nein, sagt er, kann ihr jedoch nicht direkt in die Augen blicken. Er geht ihr nicht aus dem Weg; er kann einfach nur die Helle von früher unter ihrer neuen, schimmernden und glitzernden Oberfläche nicht mehr erkennen.

Sie lacht nicht mehr, als sie sagt: Schau mich an. Ich bin’s, Bit.

Die anderen Mädchen schwimmen auf sie zu, die Köpfe wie eine Schar bleicher Entenköpfe über dem Wasser. Bevor sie bei Helle angekommen sind, schaut er sie an. In diesem einen Moment erkennt er die Helle von früher, dieses verletzliche Mädchen, das noch verlorener, noch verschlossener war als er selbst.

Schließlich sind die Kinder blau angelaufen und aus dem Wasser geflohen, nur die Zähesten sind geblieben – zwölf Jugendliche, die allesamt zum alten Arcadia gehören. Neben Bit zittern seine besten Freunde im Sprühregen. Ike, schlaksig und im selben weißen Licht leuchtend wie seine Schwester; Cole und Dyllie, die Sweeties schönes Gesicht geerbt haben und es in den Schattierungen Rosa und Braun zeigen. Sie alle sitzen zusammen und machen auf lässig, hören Helle zu, die nie dafür bekannt war, große Reden zu schwingen, ihnen jetzt aber alles über Draußen erzählt. Alle sind fett und riechen nach Chemie. Sie tragen blöde Knöpfe überall auf ihren Jacken und reden bloß von der Weltausstellung.

Plötzlich scheinen seine Freunde auf irgendetwas zu lauschen. Dann hört er es auch und weiß, dass er diesen Rhythmus schon eine ganze Weile gehört hat, unter dem Vogelgezwitscher, dem Wind, u
nter dem Blätterrascheln. Hubschrauber. Sie brechen über die Baumwipfel, glänzend schwarz und mit Krallen, sie fliegen tief. Bit kann die Piloten mit ihren Kopfhörern sehen und die finsteren Männer mit Maschinengewehren im Anschlag an den Türen.

Die Rotorblätter der Helikopter blasen ihnen Wasser in die Augen, fegen Steinchen gegen die Haut. Die Hubschrauber fliegen über sie hinweg, und das Wasser des Teiches schwappt an den Ufern hoch. Bit springt auf und rennt mit seinen Freunden zum Arcadia House, wobei er die anderen auf den Trampelpfaden, die sich in den Grund gegraben haben, mühelos hinter sich lässt; nur Cole ist fast so schnell wie er. Menschen drängen sich in den Eingängen der Sojamolkerei, der Bäckerei, des Speisesaals; Köpfe recken sich wie Pilze aus den Fenstern und ziehen sich ängstlich wieder zurück. Ein Häuflein Junkies stiebt auseinander und lässt seine Aufpasser hinter sich zurück. Menschen strömen auf die Terrassen, sammeln sich an der kreisrunden Auffahrt, und Bit drängt sich durch die Masse sonnenverbrannter, ungewaschener Leiber, vorbei an Heugabeln und Schaufeln, an schlammverspritzten Füßen, schreienden Kindern und Babys, die in ihren Tragetüchern quäken. Praktisch alle Bewohner Arcadias, fast neunhundert Menschen, haben an ihren diversen Arbeitsplätzen alles stehen und liegen lassen, um sich hier zu versammeln. Bit sucht wie panisch nach Hannah. Als er sie findet – sie trägt das Haar in einer doppelten Zopfkrone um den Kopf geschlungen, wegen der Pillen ist sie rundlicher geworden und blickt mit finsterer Miene gen Himmel –, erfüllt ihn Erleichterung. Ihre Schürze ist mit Soja verschmiert; er nimmt Hannah an der Hand und stellt sich schützend zwischen sie und die Maschinen. Doch sie ruft ihm Abe ins Ohr, und da ist es wieder, sein schlechtes Gewissen, wie ein scharfe
r Stein; an Abe denkt er immer zuletzt. Bit sucht alles mit den Augen ab, bis er seinen Vater im Rollstuhl entdeckt. Er steht auf der Terrasse von Arcadia House, die dünnen, bleichen Beine in Shorts, der strähnige Bart. Oben auf dem regenglitschigen Hügel steckt Abe fest. Ohne Hannah hätte er dort oben bleiben müssen. Bit rennt die Terrassen hoch. Sein Vater klopft ihm auf die Schulter, sagt: Guter Junge, schieb mich runter.

Bit kann nur mit Mühe den Rollstuhl festhalten, während sie den schmalen Weg neben der Treppe hinunterfahren, mit seinen kümmerlichen hundert Pfund hat er Abes Masse und der Beschleunigung nichts entgegenzusetzen. Bits nackte Brust und sein Gesicht werden vollgespritzt.

Die Hubschrauber verschwinden über dem Wald in Richtung Norden, sind aber immer noch laut. Durch den Lärm hindurch brüllt Handy. Seit die Probleme begonnen haben, ist er halb kahl geworden und versteckt seine immer höhere Stirn hinter einem gefalteten Tuch. Er steht auf der Terrasse wie ein römischer Orator und hält eine Ansprache.

… Die suchen nach einem Vorwand, um Arcadia dichtzumachen, ruft er, und wir sind so blöd, ihnen diesen Vorwand zu liefern. Dieser alte Scheißkerl Reagan! Sein Krieg gegen die Drogen wird genau hier geführt, Leute. Und deshalb werden wir jetzt eines tun, und zwar sofort: Wir reißen dieses verdammte Marihuana raus und verbrennen es. Und zwar jetzt, jetzt gleich.

Der friedliche Handy, der Buddha Handy, ist so wütend, dass sein Gesicht rot anläuft. Elektrische Spannung liegt in der Luft. Bit merkt, dass er unwillkürlich hinter den Rollstuhl seines Vaters getreten ist.

Doch Abes Schulter ist verkrampft und bebt unter Bits Hand. Er erhebt die Stimme, und als er das tut, scheint sich die Welt zusammenzuziehen. Scheiße, Handy, etwa ohne Konsens?, ruft er. Kein Rat der Neun? Du gibst einfach Befehle
aus, und das war’s?

Handy sucht mit den Augen nach Abe, und als er ihn gefunden hat, nimmt er die Brille ab und putzt sie sorgfältig mit dem Saum seines T-Shirts. Es sind langsame und betonte Bewegungen, und in den Raum hinein, den er mit seinem Schweigen öffnet, beginnen die Leute zu murmeln, einander etwas zuzurufen. Doch als Handy seine Brille wieder aufsetzt, ist es, als wäre auf wundersame Weise aller Ärger von ihm gewichen, als hätte er eine Häutung vollzogen. Seine Haltung ist wieder entspannt, die Fäuste nicht mehr geballt, und sein altes anziehendes Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus, das dieser Tage nur durch einen abgestorbenen Eckzahn verunstaltet ist. Die Wandlung in den Leibern rund um Bit vollzieht sich rasch. Er kann spüren, wie sich die Menge um ihn beruhigt und alle zu Handy streben.

Okay, alter Kumpel, sagt Handy mit seiner konzertlauten Stimme. Du hast recht. Sobald der Rat der Neun gewählt war, konnte ich mich mehr auf die spirituelle Führung konzentrieren. Aber vergiss nicht, dass ich hier ein ganz persönliches Risiko trage: Als Titus’ Dad uns diesen Platz für eine Handvoll Dollar verkauft hat, war es mein Name, der unter die Urkunde gesetzt wurde. Martin «Handy» Friis, dieser großartige norwegische Beinamen, den mir Astrid gab, als wir frisch verheiratet waren. Die Urkunde liegt in der Bibliothek, schau nach. Und weißt du, die werden nicht alle neunhundert Beatniks verhaften, die werden mich verhaften. Und wenn du dich recht erinnerst, bin ich schon mal für euch alle in den Knast gegangen.

Er schaut von einem Gesicht zum nächsten. Als er schließlich wieder bei Abe landet und abzuwägen scheint, wie seine Worte angekommen sind, spürt Bit die kollektive Schuld wie eine Leerstelle in seinem Inneren. Es ist fünf Jahre her, dass die Bullen ihre Zucht von Magic...


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