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Zeitschrift für Ideengeschichte Heft VIII/2 Sommer 2014

1914. Mit 10 Streifschüssen aus dem Archiv.
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Produktdetails

Titel: Zeitschrift für Ideengeschichte Heft VIII/2 Sommer 2014

EAN: 9783406658860
Format:  EPUB
1914. Mit 10 Streifschüssen aus dem Archiv.
Herausgegeben von Sonja Asal, Helwig Schmidt-Glintzer
Beck C. H.

26. Mai 2014 - epub eBook - 128 Seiten

Sommer 2014 - die Zeitschrift für Ideengeschichte spürt dem Jahrhundertdatum "1914" nach. Aber nicht auf der Vorderbühne der militärischen Ereignisse, sondern auf der Hinterbühne der Ideen. Hier verlaufen die Fronten unübersichtlicher, erleben wir erstaunliche Aufrüstungen, unheimliche Allianzen und abgründige Nachbarschaften. Zehn Streifschüsse aus dem Archiv beleuchten den Großen Krieg auf überraschend neue Weise.

Mit Beiträgen von Holger Afflerbach, Julia Encke, Friedrich Wilhelm Graf, Valentin Groebner, Herfried Münkler und vielen weiteren.

 

 

 

 

 

1914


 

GANGOLF HÜBINGER

Hingabe an die Nation


Die Ideenkämpfe 1911–1914

 

 

In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg wurden die europäischen Gesellschaften weltweit in immer größere transnationale «Kontaktzonen» eingebunden.[1] Dieser Prozess steigerte die Rivalität unter den modernen Nationalstaaten und beförderte Ideen und Weltbilder, die kämpferisch die «Stärke der eigenen Nation» auf die Fähigkeit hin prüften, «sich im globalen Wettbewerb zu behaupten».[2] Den militärischen Kämpfen gingen agonale Ideenkämpfe voraus.

Die zeitgenössische Formel von der Hingabe an die Nation, die diesem Essay zugrunde liegt, findet sich bei dem Theologen, Kulturphilosophen und Publizisten Ernst Troeltsch. Troeltsch hat wirkungsvoll das Schlagwort vom «Kulturkrieg» geprägt. Seine bedeutendste Rede hierzu hielt er im März 1916 vor der «Deutschen Gesellschaft 1914» und publizierte sie stark erweitert im Mai 1916 in der Neuen Rundschau unter dem Signal-Titel Die Ideen von 1914. Die Neue Rundschau aus dem renommierten S. Fischer-Verlag zählte zu den führenden literarischen Zeitschriften. Troeltsch listete sorgfältig auf, welche «Ideen von 1914» bei deutschen Intellektuellen seit dem 1. August 1914 militant gegen die westlichen «Ideen von 1789» in Anschlag gebracht wurden und nannte an erster Stelle: «Wiedergeburt der in Selbstkultus entarteten Subjektivität zur freien Hingabe an den Nationalgeist.»[3]

Geschichtspolitisch wird hier der frische Nationalgeist von 1813 abgerufen.
Die Mobilisierung der deutschen Nation gegen Napoleons imperiale Ansprüche sollte 1914 aktiviert und aktualisiert werden, denn «nicht anders liegt die Sache heute», befand Troeltsch[4] und lag damit ganz im europäischen Trend. Nach dem August 1914 ordneten die europäischen Intellektuellen nicht nur ihre Gegenwart, sondern gleich die ganze europäische Geschichte in Freund-Feind-Polarisierungen neu. Viel zitiert ist Henri Bergson mit seiner Verpflichtung der Académie des sciences morales et politiques auf den «Kampf der Zivilisation gegen die Barbarei».[5] Der führende deutsche Soziologe Werner Sombart wähnte die deutschen Helden im Krieg gegen die englischen Händler.[6] Hohe Identifikationskraft besaßen die zahllosen Aufrufe zum Kampf der germanischen gegen die slawische Rasse. Um solche Schwarz-Weiß-Zeichnungen des «Kulturkrieges» nach dem 1. August 1914 geht es im Folgenden nicht. Schon Troeltsch stellte in Rechnung, die Zeiten seien unter den Bedingungen «planetarischer Weltpolitik»,[7] wie er den Globalisierungsprozess an der Schwelle zum 20. Jahrhundert nennt, viel zu komplex für simple Schemen. Sein Punkt ist ein anderer. Troeltsch mobilisiert seine Leser in der Überzeugung, Franzosen und Engländer hätten agonale Muster eines Kulturkrieges bereits auf Abruf bereit, die Deutschen dagegen müssten sie in ihrer existenziellen Not im «Schmelztiegel der großen Katastrophe» erst herausbilden.[8]

Troeltsch lenkt mit seinem Vergleich zu den ideenpolitischen Ressourcen der Kriegsgegner den Blick auf die Vorkriegsphase. Wie kulturkämpferisch denken Europas Kultureliten, wie rivalisieren die intellektuellen Zeitdiagnostiker, ohne das Datum des 1. August zu kennen? Wie sehen die Experten für die Selbstbeobachtung und Selbstbeschreibung m
oderner Gesellschaften, die Zeithistoriker, Sozialwissenschaftler, Philosophen und politischen Publizisten, den Wert und den Ort ihrer eigenen Nation im Gefüge der «planetarischen Weltpolitik»? Also, welche Ideen und Ideenkämpfe versetzen die räsonierende Öffentlichkeit in eine agonale Bereitschaft zum Krieg oder in eine fatalistische Kriegserwartung, ohne zu wissen, dass einer der Regionalkriege und eine der vielen diplomatischen Krisen tatsächlich die Maschinerie der Mobilmachungen unaufhaltsam in Gang setzt?

Die europäische Konfliktgeschichte nennt einen Zeitpunkt, zu dem sich ideenpolitische Gegensätze so steigerten, dass vor allem in Frankreich und Deutschland und – davon beeinflusst – in England, Österreich-Ungarn und Russland das Denken definitiv auf Krieg gestimmt wurde – das ist der Herbst 1911. Zwischen Juli und Oktober 1911 führte die zweite Marokkokrise nach der deutschen Kanonenbootdiplomatie mit dem Panthersprung nach Agadir Europa näher an den Rand des Krieges als in den bisherigen Krisen. Die deutsche Publizistik, vom Massenblatt bis zu den literarischen Quartalsschriften, etwa Maximilian Hardens Zukunft, schürte eine nationalistische Kampagne, deren Melodie bis zum tatsächlichen Kriegsausbruch auf Aggressivität gestimmt war.

Die «Nation» wurde immer beschwörender als Letztinstanz äußerer wie innerer Krisenbewältigung angerufen. Wer sich in Europa nach 1911 auf die politische Gemeinschaft der «Nation» berief, der verstand «Nation» als Kampfgemeinschaft, die Hingabe bis zum Opfertod erfordert; er argumentierte im öffentlichen Kommunikationsraum in Codierungen von Wir und die Anderen, Freunde und Feinde, Sicherheit und Bedrohung, auch Fortschritt und Untergang.

Aktuelle Untersuchungen bestätigen im Prinzip die ältere dezidierte These von Wolfgang J. Momm
sen, hier habe sich endgültig die Idee von der «Unvermeidlichkeit» eines großen europäischen Krieges, eines Weltkrieges, festgesetzt und sei handlungsleitend geworden. Eine Idee, weniger forciert von berufsblinden Militärs oder reaktionären Machtcliquen, sondern von der modernen medialen Öffentlichkeit und ihren geistigen Wortführern. Die politischen Akteure der Julikrise hätten sich dem Fatum der Kriegserwartung gebeugt, ihre kompromisslose Krisenverschärfung sei «die Folge von zwei Jahrzehnten nationalistischer Agitation, welche die amtliche Politik in Schranken zu verweisen niemals im Stande gewesen war».[9] Das neueste Buch hierzu, Christopher Clarks Sleepwalkers, verweist zwar auf mäßigende Zwischentöne vor allem in England.[10] Aber das politische Gesamtklima war «von einer Polarisierung der Gegensätze und einer Ausweglosigkeit» durch eine «zunehmend negative Darstellung der ‹feindlichen Mächte›» gekennzeichnet. Durch den Druck der Presse wurde der «Handlungsspielraum der politischen Akteure […] immer enger».[11]

Mir geht es jetzt weniger um das anonyme Kollektiv der medialen öffentlichen Meinung. Es geht um die zeitdiagnostischen Eliten, die in ihrer exponierten Sprecherrolle «als geistige Führer der Nation» betrachtet wurden,[12] sei es, indem sie deutliche Wertakzente zu Selbst- und Fremdbildern setzten, sei es, indem sie Ordnungsmodelle nationaler Herrschaft systematisch durchrationalisierten. Hier geriet Europa spätestens seit 1911 in heftigste Bewegung.

In Frankreich gewann gegenüber der alten Opposition der «deux Frances» aus Dreyfusards und Action française eine neue Strömung mit den Schriftstellern Charles Peguy, Henri Massis und Alfred de Tarde an Einfluss. Sie verstand es, die akademische Jugen
d «auf die Mühlen des Nationalismus» umzuleiten und die Verständigungspolitik eines Jean Jaurès auszubremsen.[13] Auch im Deutschen Kaiserreich verstärkte sich eine solche dritte Kraft zwischen den Bellizisten, wie sie sich traditionell im Alldeutschen Verband sammelten, und den Kriegsgegnern rund um die Sozialdemokratie. Lauter wurden die Stimmen eines imperialen Liberalismus, und typisch für die deutsche Kultur: es waren nicht wie in Frankreich die Schriftsteller, es waren die politischen Professoren, die den nationalen Ton vorgaben.

Der Historiker Friedrich Meinecke hielt im liberalen Südwesten Deutschlands, in der beschaulichen Universitätsstadt Freiburg an der Grenze zu Frankreich, im Juni 1913 die Festrede «Deutsche Jahrhundertfeier und Kaiserfeier» zum Doppeljubiläum «Hundert Jahre Befreiungskriege» und «Fünfundzwanzig Jahre Regentschaft Wilhelms II.».[14] Meinecke hatte sich 1907 mit Weltbürgertum und Nationalstaat an die Spitze der deutschen Neuzeithistoriker geschrieben. Im Vorwort zur 2. Auflage von 1911 benannte er als Zweck des Buches, dass «in freier Regung und Fühlung mit den großen Mächten des Staats- und Kulturlebens» die deutsche Geschichtsforschung «mutiger baden dürfe in Philosophie wie in Politik, ja daß sie erst dadurch ihr eigenstes Wesen entwickeln könne, universal und national zugleich zu sein».[15] Für das mutigere Baden in Politik enthielt die Freiburger Jubiläumsrede von 1913 nun einen impliziten agonalen Subtext und eine explizite agonale Botschaft.

Unter der Leitfrage «Was ist das Wesen der Nation?» richtete sich der Subtext gegen Frankreich. Der «Vernunftstolz der französischen Revolution», gepaart mit der imperialen Machtentfaltung Napoleons, habe Frankreich zum bedrohlichen nationalen euro
päischen Machtstaat zusammengeschweißt. Die...


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