Gustav Weils 1001 Nacht: Arabische Märchen und Sagen erschließt einen der wirkmächtigsten Erzählkomplexe der Weltliteratur: Rahmenerzählung, höfische Intrige, Wunderreise, Liebesgeschichte, Schelmenstück und moralische Exempel verschränken sich zu einem polyphonen Panorama islamisch-orientalischer Erzählkultur. Weils Fassung verbindet philologische Genauigkeit mit erzählerischer Anschaulichkeit und steht im Kontext der europäischen Orientalistik des 19. Jahrhunderts, die arabische Quellen nicht nur sammelte, sondern literarisch vermittelte. Gustav Weil, 1808 in Sulzburg geboren und 1889 in Freiburg gestorben, war Orientalist, Historiker und Kenner der arabischen Sprache und Literatur. Seine Studienreisen und seine Beschäftigung mit islamischer Geschichte, darunter Arbeiten zu Mohammed und den Kalifen, prägten seinen Blick auf die Erzählungen. Gerade sein wissenschaftliches Interesse an Quellen, Überlieferung und Kulturgeschichte erklärt die Sorgfalt, mit der er diesen Stoff dem deutschsprachigen Publikum zugänglich machte. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die mehr suchen als exotische Unterhaltung. Es bietet ein reiches Archiv erzählerischer Formen, religiöser Vorstellungen, sozialer Ordnungen und poetischer Fantasie. Wer Weltliteratur in ihrer historischen Tiefe verstehen möchte, findet hier eine zugleich gelehrte und fesselnde Ausgabe.
Diese erweiterte Ausgabe wurde mit großer Sorgfalt gestaltet, um Ihr Leseerlebnis zu bereichern.
- Abschließend fassen unsere handverlesenen unvergesslichen Zitate zentrale Aussagen und Wendepunkte zusammen und verdeutlichen so die Kernthemen der gesamten Sammlung.