Anstelle der gängigen dichotomisierenden Erzählperspektive auf »muslimische« Diskurse bringt diese Studie die postkoloniale und vermischte Perspektive der »Erzählten« ins Spiel.
In den bisherigen Forschungen zu 'muslimischen' Denkerinnen und Denkern sind die dichotomisch verwendeten Begriffe 'Moderne' und 'Islam' zentral. Dabei wird 'Moderne' meist mit 'westlich', 'säkular', 'reformerisch' und neuerdings 'global' gleichgesetzt - und 'Islam' mit 'orientalisch', 'religiös', 'traditionell' und 'partikular'. Abbas Poya nimmt einen Wechsel der 'Erzählperspektive' vor. Anhand von vier gegenwärtig wichtigen iranischen Autoren - Al-e Ahmad, Shari'ati, Sorush und Malekyan - untersucht er den Transformationsprozess in den heutigen islamisch-intellektuellen Diskursen im Lichte global vorherrschender postkolonialer Zustände und zeigt, dass ihre Gedankengänge durch die sogenannten islamischen/orientalischen Ideen ebenso geformt sind wie durch die vermeintlich säkularen/westlichen Vorstellungen.