»Die Studie von Nökel analysiert, wie im Austausch mit einer dominierenden nicht-islamischen und in Distanz zu einer traditionellen islamischen Kultur individuelle Prozesse der Konstituierung eines universalistisch orientierten islamischen Selbstes verlaufen. « INAMO, 30 (2002)
»'Selbstislamisierung' ist klassische Identitätspolitik, sie dient der doppelten Selbstbehauptung als souveränes Subjekt. Das ist bei Nökel so gründlich, begriffsscharf und theoretisch durchdacht geschildert, dass es nur ein Wort dafür gibt: meisterlich. Es ist auch die beste Antwort auf die Verkennung, die aus pauschalen Urteilen spricht, wie dem neulich zu lesenden, der Islam sei eine unaufgeklärt gebliebene, frühmittelalterliche Religion, die periodisch aggressiv ausbreche. « Ludwig Ammann, NZZ, 26. 06. 2002
»Nökels junge Musliminnen leben ihren Glauben selbstbewusst und offen mitten in der Aufnahmegesellschaft, nicht konspirativ in einer abgeschotteten Parallelgesellschaft. An ganz konkreten alltagspraktischen Erfahrungen macht Nökel aber deutlich, dass der Anpassungs- und Integrationsprozess von beiden Seiten gewollt und geleistet werden muss, wenn er gelingen will. « Oliver Ernst, DAVO, 18 (2003)
Besprochen in:Neue Zürcher Zeitung, 26. 06. 2002, Ludwig AmmannSchlangebrut, 5 (2002), Ruth Klein-HesslingDAVO, 18 (2003), Oliver ErnstGegenwind, 3 (2005), Reinhard Pöhl
»Welche Motive haben junge Frauen, diese 'Ikonen des Fortschritts' in der multikulturellen Gesellschaft, das Kopftuch als äußeres Kennzeichen ihrer Identität zu tragen, das sie gleichzeitig als das kulturell Andere stigmatisiert. Die dem Buch zugrundeliegende These lautet, dass der Islam für die Frauen als Medium der Vergesellschaftung dient, weil sich erst durch die Anerkennung von Differenz radikale Gleichheit herstellen lässt. Die Anerkennungspolitiken, und hier ist der Islam eine wichtige Ressource, geschehen aber stets im alltagsweltlichen Kontext. Um diese Alltagswelt zu erfassen, hat die Autorin biographische Erzählungen gesammelt und systematisch ausgewertet. Herausgekommen ist ein faszinierender Einblick in die Lebenswelt junger Muslima in Deutschland. Eingebettet ist das äußerst spannende empirische Material in soziologische Diskurse um Identität, Weiblichkeit und Migration. So ergibt sich eine neue, immer wieder auch überraschende Sicht auf 'die Töchter der Gastarbeiter' als selbstbewusste autonome Subjekte in einer modernen Gesellschaft. « Ruth Klein-Hessling, Schlangebrut, 5 (2002)
»Der zentrale Beitrag von Nökel ist eine ungeheuer einfühlsame von Bordieu und Foucault angeleitete Beschreibung der Komplexität des Kampfes um das Recht auf Differenz wobei sie die Besonderheiten herausarbeitet, die entstehen, wenn bei diesem Anliegen auf den Islam als organisiertes Symbolsystem zurückgegriffen wird. « Werner Schiffauer, Neue Politische Literatur, 51/1 (2006