Am Beispiel der Transplantationsmedizin untersucht Oliver Decker die Wirkung der medizinisch-technischen Entwicklung, die in ihrer doppelten Bewegung Lebenserhaltung und Beschädigung des Subjekts zu einer problematischen Synthese vereint.
Die Transplantationsmedizin wird entweder als Erfüllung eines Menschheitstraumes betrachtet oder als entsinnlichende Technik kritisiert. Oliver Decker deckt dahinter jedoch noch eine andere Dimension auf: Die Not des Menschen, nicht ohne Götter, Ideale und Theorien, kurz nicht ohne Prothesen, sein zu können. Dies beinhaltet zwangsläufig auch die Frage nach dem Subjekt und seiner Identität.
Die moderne Transplantationsmedizin gibt gleichzeitig das Versprechen der Erlösung während sie auf die Transzendenz des Bestehenden verzichtet. Decker diskutiert diese Entwicklung theoretisch und lässt Patienten Tagebuch über ihr Befinden nach Transplantationen führen. Dabei zeigt sich eine zunehmende Entsinnlichung.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
1. Das Ideal des Prothesengottes
1. 1 Ideal und Subjekt
1. 2 Ideal und Kultur
1. 3 Ideal des Prothesengottes
1. 3. 1 Gott als Prothese
1. 3. 2 Ideal als Prothese Gottes
1. 3. 3 Gott durch Prothesen
2. Grenzerfahrungen: Der prothetisierte Körper
2. 1 Der Andere und der Körper als Prothese
2. 2 Erfahrbare Grenze und Grenzverletzung
2. 2. 1 Prothesen des Begehrens
2. 2. 2 Vervollständigende Prothesen
2. 2. 3 Durchdrungen von Prothesen
3. Methodische Ideale
3. 1 Askese und Subjektivität
3. 2 Das reflexive Arbeitsbündnis
3. 2. 1 Intimität
3. 2. 2 Arrangement
3. 2. 3 Analyse
4. Vervollständigung und Beschädigung: Die Prothesenerfahrung
4. 1 Herr Creutz
4. 1. 1 Zeitreihenanalyse
4. 1. 2 Repertory-Grid
4. 1. 3 Konfliktanalyse
4. 2 Herr Müller
4. 2. 1 Zeitreihenanalyse
4. 2. 2 Repertory-Grid
4. 2. 3 Konfliktanalyse
5. Diskussion