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Der Tod ist mein

Roman. Deutsche Erstausgabe. Originaltitel: Conspiracy in…
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Produktdetails

Titel: Der Tod ist mein
Autor/en: J. D. Robb, Nora Roberts

ISBN: 3442360277
EAN: 9783442360277
Roman. Deutsche Erstausgabe.
Originaltitel: Conspiracy in Death.
'Blanvalet Taschenbücher'. 'Eve Dallas, In Death'.
Übersetzt von Uta Hege
Blanvalet Taschenbuchverl

1. Februar 2005 - kartoniert - 480 Seiten

Er durchstreift die Straßen von New York auf der Suche nach den Ärmsten der Armen und tötet sie mit der Präzision eines Chirurgen. Seine Opfer: die Obdachlosen am Straßenrand. Und immer fehlt den Opfern ein Organ. Selbst eine abgebrühte Polizistin wie Lieutenant Eve Dallas ist über diesen Fall entsetzt. Doch sie ermittelt nach allen Regeln der Kunst, bis mitten in dem hochgefährlichen Katz-und-Maus-Spiel mit dem Killer plötzlich Dallas' Karriere - und ihr Leben - in Gefahr ist...



J. D. Robb ist das Pseudonym der international höchst erfolgreichen Autorin Nora Roberts. Nora Roberts wurde 1950 in Maryland geboren und veröffentlichte 1981 ihren ersten Roman. Inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt: Ihre Bücher haben eine weltweite Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren überschritten. Auch in Deutschland erobern ihre Bücher und Hörbücher regelmäßig die Bestsellerlisten. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.


Prolog


In meinen H'en halte ich die Macht. Die Macht, zu heilen oder zu zerst'ren. Leben zu erhalten oder zu beenden. Ich achte diese Gabe, habe sie im Lauf der Zeit zu einer Kunst erhoben, die so prachtvoll und so ehrfurchtgebietend wie ein Gem'e aus dem Louvre ist.
Ich bin die Kunst, ich bin die Wissenschaft. In s'lichen Bereichen, die von Bedeutung sind, bin ich ein wahrer Gott.
Ein Gott darf keine Skrupel haben. Er muss Weitsicht zeigen, seine Gesch'pfe studieren und unter ihnen w'en. Die Besten von ihnen muss er hegen, sch'tzen und erhalten. Denn nur aus der Gr'' erw'st wahre Perfektion.
Doch selbst die mangelhaften Exemplare erf'llen ihren Zweck.
Ein weiser Gott erprobt, betrachtet und benutzt, was in seinen H'en liegt, und schafft daraus neue Wunder. Ja, h'ig ohne jede Gnade, h'ig mit einer Gewalt, die die Gew'hnlichen verdammen.
Uns, die wir die Macht besitzen, ist es nicht gestattet, uns von der Verdammnis der gew'hnlichen Gesch'pfe, von den kleingeistigen, elenden Gesetzen der normalen Menschen ablenken zu lassen. Sie sind blind, sie werden von der Angst vor Schmerzen, von der Angst zu sterben allzu sehr beherrscht. Sie sind zu beschr't, um jemals zu verstehen, dass der Tod bezwungen werden kann.
Ich habe es schon fast geschafft.
Wenn sie entdecken w'rden, was ich tue, w'rden sie mich aufgrund von ihren n'ischen Gesetzen und ihren tumben Einstellungen verdammen.
Wenn ich mein Werk jedoch vollende, beten sie mich an.


1
Es gab Menschen, f'r die war nicht der Tod, sondern das Leben der allergr''e Feind. F'r die Geister, die wie Schatten durch das Dunkel glitten, die Junkies mit ihren blass pinkfarbenen Augen, die Fixer mit ihren zitternden H'en, war das Leben nichts weiter als eine gedankenlose Reise von einem Schuss zum n'sten, wobei die Zeit dazwischen eine Phase gr''en Elends darstellte.
Auch der Trip selbst war meistens voller Schmerzen, voll Verzweiflung und manchmal voll des Grauens. r/>F'r die Armen und die Obdachlosen, die zum eisigen Beginn des Jahres 2059 im Untergrund von New York City hausten, waren Schmerz, Verzweiflung, Grauen st'ige Begleiter. F'r die geistig Verwirrten und die k'rperlich Behinderten, die durch das Sozialnetz fielen, war die Stadt nichts anderes als ein d'steres Verlies.
Nat'rlich gab es Hilfsprogramme. Schlie'ich war dies eine aufgekl'e Zeit. Das sagten zumindest die Politiker, die, wenn sie den Liberalen angeh'rten, stets nach teuren neuen Unterk'nften, Schulen, Krankenh'ern, Ausbildungs- und Rehabilitationsma'ahmen riefen, ohne dass es jemals einen Plan zur Finanzierung all dieser Projekte gab. Und waren die Konservativen an der Macht, beschnitten sie sogar den Minimaletat, den man Au'nseitern der Gesellschaft zugestanden hatte, und schwangen gro' Reden 'ber die Bedeutung der Familie und die st'ige Verbesserung der Lebensqualit'
Nat'rlich konnten die, die bed'rftig genug waren und die es ertrugen, aus der schmalen, kalten Hand der Wohlfahrt etwas anzunehmen, eine Unterkunft bekommen. Nat'rlich gab es Ausbildungs- und Hilfsprogramme f'r die Menschen, die es schafften, bei Verstand zu bleiben, bis die M'hle der B'rokratie, die die Antragsteller oft erdr'ckte, statt ihnen tats'lich zu helfen, endlich mit dem Mahlen fertig war.
Doch noch immer mussten Kinder hungern, Frauen sich verkaufen, und noch immer brachten M'er andere f'r eine Hand voll M'nzen um.
Egal wie aufgekl' die Zeit war, die Natur der Menschen blieb so wenig kalkulierbar wie der Tod.
F'r die Obdachlosen bedeutete der Januar in New York eisig kalte N'te, gegen die mit einer Flasche Fusel oder ein paar ergatterten Tabletten nicht anzukommen war. Einige von ihnen gaben auf und schlurften zu den Unterk'nften, wo sie unter d'nnen Decken auf zerschlissenen Matratzen schnarchten und die w'rige Suppe zusammen mit den Scheiben faden Sojabrotes schl'rften, die ihnen Soziologiestudentinnen mit leuchtenden Gesichtern auf die Teller schaufelten. And
ere hielten, zu verloren oder nur zu stur, um ihr kleines Fleckchen Erde vor'bergehend aufzugeben, ebenso bei Minusgraden aus.
Und viele, allzu viele, glitten w'end dieser bitterkalten N'te lautlos vom Leben in den Tod.
Die Stadt hatte sie get'tet, doch niemand nannte diese Akte Mord.


Als Lieutenant Eve Dallas vor Anbruch der Morgend'erung in Richtung City fuhr, trommelte sie rastlos mit den Fingern auf dem Lenkrad. Der Tod eines Penners in der Bowery h'e nicht ihr Problem sein sollen. Er war Sache der 'Mord-Light' genannten Abteilung, also der Leichensammler, die in den bekannten Obdachlosensiedlungen patrouillierten, um die Lebenden von den Toten zu trennen und die verbrauchten K'rper zur Untersuchung, Identifizierung und anschlie'nden Entsorgung ins Leichenschauhaus zu verfrachten.
Es war ein prosaischer, unangenehmer Job, der meistens von denen 'bernommen wurde, die noch Hoffnung hatten, in das angesehenere Morddezernat zu kommen, oder bei denen die Hoffnung auf ein derartiges Wunder l'st erloschen war. Die Mordkommission wurde nur dann gerufen, wenn der Tod eindeutig verd'tig oder infolge sichtbarer Gewaltanwendung eingetreten war.
Und, dachte Eve, h'e sie an diesem gr'lich kalten Morgen nicht ausgerechnet Rufbereitschaft f'r einen solchen Fall gehabt, l' sie jetzt noch in ihrem sch'nen, warmen Bett bei ihrem wunderbaren Mann.
'Wahrscheinlich irgend so ein hypernerv'ser Anf'er, der auf einen Serienm'rder hofft', murmelte sie w'tend.
Neben ihr riss Peabody den Mund zu einem lauten G'en auf. 'Ich bin doch bestimmt vollkommen 'berfl'ssig hier', erkl'e sie und bedachte ihre Vorgesetzte unter ihrem schnurgeraden Pony hervor mit einem hoffnungsvollen Blick. 'Sie k'nnten mich also an der n'sten Bushaltestelle absetzen, und dann w' ich in zehn Minuten wieder bei mir zu Hause im Bett.'
'Wenn ich leide, leiden auch Sie.'
'Das gibt mir das Gef'hl, wirklich ' geliebt zu werden, Dallas.'
Eve schnaubte und bedachte Peabody mi
t einem schr'n Grinsen. Niemand, dachte sie, war robuster und verl'licher als ihre Assistentin. Obwohl sie sie zu unchristlicher Zeit aus dem Bett geworfen hatte, war Peabodys Uniform wie 'blich frisch geb'gelt, die Messingkn'pfe blitzten, und die harten schwarzen Schuhe waren auf Hochglanz poliert. Auch wenn ihr kantiges, von einem dunklen Pagenschnitt gerahmtes Gesicht etwas m'de wirkte, w'rde sie doch alles sehen, was von Bedeutung war.
'Waren Sie nicht gestern Abend auf einem gro'n Fest?', wollte Peabody jetzt wissen.
'Ja, in Ost-Washington. Roarke hat dieses Galaessen mit anschlie'ndem Tanz f'r irgendeinen wohlt'gen Zweck wie die Rettung der Maulw'rfe oder sonst so etwas gegeben. Dort gab es genug zu essen, um s'liche Penner in der Lower East Side ein Jahr lang zu versorgen.'
'Himmel, das war garantiert wirklich schrecklich. Ich wette, Sie mussten eins von Ihren tollen Kleidern anziehen, in Roarkes Privatjet r'berfliegen und dann auch noch Champagner trinken, bis er Ihnen zu den Ohren rausgekommen ist.'
Eve zog eine Braue in die H'he. 'So in etwa.' Sie beide wussten, dass die glamour'se Seite ihres Lebens an Roarkes Seite f'r sie verwirrend und vor allem Quelle steter 'gernisse war. 'Und dann musste ich auch noch mit Roarke tanzen.'
'War er etwa im Smoking?' Peabody hatte Roarke einmal in einem Smoking gesehen, und das Bild hatte sich ihr f'r alle Zeiten ins Ged'tnis eingebrannt.
'O ja.' Bis sie heimgekommen waren und sie ihn ihm vom Leib gerissen hatte, weil er n'ich ohne Smoking mindestens genauso anziehend f'r sie war.
'Mann.' Peabody schloss die Augen und wandte die Visualisierungstechnik an, in der sie schon als kleines M'hen von ihren Hippie-Eltern unterrichtet worden war. 'Mann', wiederholte sie.
'Wissen Sie, es gibt sicher jede Menge Frauen, die es alles andere als lustig f'en, wenn ihr Ehemann die Hauptrolle in den schmutzigen Fantasien ihrer Assistentin spielt.'
'Aber Sie sind kein solcher Kleingeist. Und genau das
ist es, was mir an Ihnen gef't.'
Knurrend lie'Eve ihre steifen Schultern kreisen. Es war ihre eigene Schuld, dass ihre Lust die Oberhand gewonnen und sie deshalb nur drei Stunden Schlaf bekommen hatte. Aber jetzt war sie im Dienst.
Sie blickte auf die verfallenen Geb'e, die mit Abfall 'bers'n Stra'n, die tiefen, narbengleichen Risse und die fetten, warzen- oder tumor'lichen Beulen, in die der Beton und Stahl in dieser Gegend geborsten oder aufgeworfen war.
Als sichtbares Zeugnis des regen Treibens unterhalb der Stra' stieg aus einem Gitter in der Erde dichter wei'r Dampf. Durch ihn hindurchzufahren war, als taste man sich m'hsam durch den Nebel 'ber einem hoffnungslos verschmutzten Fluss.
Seit sie die Frau von Roarke war, lebte sie in einer v'llig anderen Welt. Einer Welt aus sanft flackernden Kerzen, s''duftenden Blumen, blank poliertem Holz und schimmerndem Kristall. Einer Welt des Reichtums.
Doch kannte sie auch Orte wie den, durch den sie gerade fuhr. Wusste, dass, egal in welcher Stadt, die Mischung aus Ger'chen, t'icher Routine und Hoffnungslosigkeit immer dieselbe war.
Die Stra'n waren beinahe menschenleer. Nur wenige Bewohner dieser widerlichen Gegend gingen bereits vor Tagesanbruch vor die T'r. Die Dealer und die Nutten hatten ihre Arbeit eben erst beendet und krochen nun ins Bett. Die H'ler, die mutig genug waren, ihre Gesch'e in dieser Gegend zu betreiben, zogen die Gitter vor den T'ren und den Fenstern ihrer L'n nicht vor Tagesanbruch hoch, und die Schwebekarrenbetreiber, die verzweifelt genug waren, ihr Gl'ck in dieser Ecke zu versuchen, w'n zweifellos bewaffnet und tr'n ihren Dienst ebenfalls erst, wenn es hell war, und stets nur in Zweiergruppen an.
Eve entdeckte den Streifenwagen und runzelte die Stirn, als sie bemerkte, wie halbherzig die Fundst'e der Leiche gesichert worden war.
'Warum zum Teufel haben sie noch nicht mal die Sensoren aufgestellt? Werfen mich um f'nf Uhr morgens aus dem Bett und sichern noch nicht ein
mal den Tatort? Kein Wunder, dass sie bei den Leichensammlern sind. Idioten.'
Peabody schwieg, als Eve abrupt direkt neben dem Einsatzwagen hielt und zornig aus dem Wagen sprang. Die Idioten, dachte sie mit einem Hauch von Mitgef'hl, machten sich besser auf eine Abreibung gefasst.
Bis Peabody ausgestiegen war, hatte Eve den B'rgersteig schon 'berquert und baute sich direkt vor den beiden elend im Wind kauernden Polizeibeamten auf.
Automatisch nahmen beide Haltung an. Eve sch'chterte andere Polizisten sofort ein, dachte Peabody und zog die T'te mit dem Werkzeug f'r die Spurensuche aus dem Fach neben dem Sitz.
Es lag nicht nur an ihrem Aussehen, an dem langen, geschmeidigen K'rper und dem braunen, mit blonden und roten Str'en durchwirkten, kurzen, oft zerzausten Haar. Nein, es lag vor allem an den Augen, den Augen einer Polizistin in der Farbe guten Whiskeys, und an dem kleinen Gr'bchen in der Mitte ihres Kinns unterhalb des vollen Mundes, der manchmal hart wurde wie Stein.
Peabody fand Eves Gesicht vor allem deshalb derart ausdrucksvoll und attraktiv, weil Eve nicht die geringste Eitelkeit besa'
Vor allem war es die Person, die sich hinter dem Aussehen verbarg, die andere bei ihrem Anblick die Schultern straffen lie'
Sie war die beste Polizistin, die Peabody je hatte kennen lernen d'rfen. Sie machte ihre Arbeit mit einer solchen 'erzeugung, dass man, ohne auch nur eine Sekunde zu z'gern, jede T'r mit ihr durchschritt. Sie trat mit aller Kraft und ganzem Herzen sowohl f'r die Toten als auch f'r die Lebenden ein.
Und, 'berlegte Peabody, als sie nahe genug war, um das Ende von Eves Strafpredigt zu h'ren, sie trat ohne Vorbehalte jedem, der es brauchte, gewaltig in den Arsch.
'Und jetzt zur'ck zu unserem Fall', erkl'e Eve mit k'hler Stimme. 'Wenn Sie einen Mordfall melden und mich dadurch zwingen, meinen Hintern aus dem Bett zu schwingen, obwohl es noch mitten in der Nacht ist, sichern Sie, statt wie zwei Hornochsen total unt'g hier r
umzustehen, bis ich erscheine, gef'igst ordnungsgem'den Fundort und verfassen einen vollst'igen Bericht. Himmel, Sie sind Polizisten! Also benehmen Sie sich auch so.'
'Sehr wohl, Madam, Lieutenant', sagte der j'ngere der beiden Polizisten mit unsicherer Stimme. Er war noch ein halber Junge, und nur deshalb hatte Eve sich bei der Predigt in Zur'ckhaltung ge'bt. Seine Partnerin jedoch war bestimmt schon lange bei der Truppe und handelte sich deshalb einen von Eves todbringenden Blicken ein.
'Sehr wohl, Madam', knurrte sie mit zusammengebissenen Z'en.
Angesichts des unverhohlenen Widerwillens, mit dem sie diese Worte rausbrachte, fixierte Eve sie schr'von oben und fragte: 'Haben Sie irgendein Problem, Officer ' Bowers?'
'Nein, Madam.'
Ihre babyblauen Augen standen in leuchtendem Kontrast zu ihrem kirschholzfarbenen Gesicht. Die Kappe sa'ein wenig schief auf ihrem kurzen, dunklen Haar, an ihrem Mantel fehlte ein Knopf, und ihre v'llig verkratzten Schuhe hatten schon seit Jahren keine Schuhcreme mehr gesehen. Eve h'e sie daf'r ebenfalls zur Rede stellen k'nnen, kam jedoch zu dem Schluss, dass der elendige Job, den Bowers hier erledigte, sicher Entschuldigung genug war, dass man sich nicht herausstaffierte, als ginge man zu einem Ball.
'Gut.' Eves warnender Gesichtsausdruck sagte mehr als tausend Worte, und so nickte sie nur wortlos. Als sie sich an Bowers' Partner wandte, rief sein Anblick eine Spur von Mitleid in ihr wach. Er war kreidebleich, zitterte am ganzen K'rper und kam so frisch von der Schule, dass man es beinahe roch.
'Officer Trueheart, meine Assistentin wird Ihnen gleich zeigen, wie man einen Tatort sichert. Passen Sie gut auf.'
'Sehr wohl, Madam.'
'Peabody.' Sofort wurde ihr die T'te mit dem Untersuchungswerkzeug in die Hand gedr'ckt. 'Zeigen Sie mir, was Sie haben, Bowers.'
'Einen mittellosen wei'n Mann. H'rte auf den Namen Snooks. Das hier ist seine Bude.'
Sie winkte in Richtung eines aus einem mit leuchtenden S
ternen und Blumen bemalten Umzugskarton und dem verbogenen Deckel eines alten Recyclers clever zusammengebastelten Unterstands, vor dessen Eingang eine mottenzerfressene Decke und ein handgemaltes Pappschild hingen, auf dem schlicht SNOOKS geschrieben stand.
'Liegt er dort drinnen?'
'Ja, ein Teil von unserer Arbeit besteht darin, kurz in die Buden reinzugucken, um zu pr'fen, ob es irgendwelche Leichen einzusammeln gibt. Und Snooks ist ganz sicher eine Leiche', versuchte sie zu scherzen.
'Aha. Himmel, was f'r ein angenehmer Duft', murmelte Eve, als sie n'r an den Eingang des Verschlages trat und der Wind den Gestank nicht mehr vertrieb.
'Genau der hat mich aufmerksam gemacht. Hier stinkt es immer. Alle diese Leute riechen nach Schwei' nach M'll und Schlimmerem, aber eine Leiche hat noch einmal einen ganz anderen Geruch.'
Auch Eve kannte den Geruch des Todes. Er war s''ich und rief 'elkeit in einem wach. Und hier, inmitten des Gestanks von Unrat, Urin und s'rlichem Fleisch, vernahm sie den Geruch des Todes sowie ' wie sie mit einem leichten Stirnrunzeln bemerkte ' den leicht metallischen Geruch von frischem Blut.
'Wurde er beklaut?' Mit einem leisen Seufzer griff sie nach der Dose Seal-It und bespr'hte sich die H'e. 'Wozu in aller Welt? Diese Penner haben doch nichts, was zu stehlen sich lohnt.'
Bowers verzog den Mund zu einem schmalen L'eln, ihr Blick jedoch blieb kalt und hart und zeigte die Verbitterung, die sie Eve gegen'ber ' sicher infolge ihrer Strafpredigt ' empfand. 'Irgendwer hat ihm tats'lich was gestohlen.' Zufrieden trat sie einen Schritt zur'ck. Sie hoffte, dass die arrogante Dallas, wenn sie hinter den Vorhang s', einen Schock bekam.
'Haben Sie einen Krankenwagen gerufen?', fragte Eve und spr'hte sich auch noch die Stiefel gr'ndlich ein.
'Die Entscheidung dar'ber wollte ich lieber Ihnen 'berlassen', antwortete Bowers und funkelte Eve mit boshaft blitzenden Augen an.
'Um Himmels willen, sind Sie sich zumindest sic
her, dass er tot ist?' Angewidert trat Eve direkt vor den Verschlag, ging ein wenig in die Hocke und zog den Vorhang auf.
Eve hatte so etwas schon zu oft erlebt, als dass sich Bowers' Hoffnung auf einen entsetzten Aufschrei in diesem Moment erf'llte. Trotzdem war es f'r sie jedes Mal ein Schock, war es f'r sie nie Routine, zu welchen Untaten der Mensch f'g war. Und das Mitgef'hl, das sie versp'rte, war eine Emotion, die die Frau an ihrer Seite nie empfinden und deshalb auch nie verstehen w'rde.
'Armes Schwein', sagte sie leise und sah sich den Toten genau an.
Mit einer Sache hatte Bowers eindeutig Recht. Snooks war mausetot. Er war kaum mehr als ein Haufen Knochen mit wild zerzaustem Haar. Mund und Augen standen offen, und sie konnte erkennen, dass ihm mehr als die H'te seiner Z'e ausgefallen war. Typen wie er nahmen nur sehr selten den Gesundheitsdienst in Anspruch, den es f'r Mittellose gab.
Vor seinen braunen Augen lag bereits ein d'nner Schleier. Sie sch'te ihn auf vielleicht hundert, und selbst wenn man ihn nicht ermordet h'e, h'e er die durchschnittlichen hundertzwanzig Lebensjahre, die gute Ern'ung und der medizinische Fortschritt den Menschen inzwischen bescherten, bestimmt nicht erreicht.
Seine Stiefel waren zwar verschlissen und verkratzt, sahen jedoch genau wie die Decke, die neben seiner Schlafstatt lag, noch durchaus haltbar aus. Offensichtlich hatte Snooks Nippsachen geliebt. Auf dem Boden lag neben dem Kopf einer gro'ugigen Puppe eine Taschenlampe in Form eines Frosches, den Becher mit dem abgebrochenen Henkel hatte er mit h'bschen Papierblumen gef'llt, und die Innenw'e seiner Bude waren mit Scherenschnitten von B'en, Hunden, Engeln und genau wie die Au'nw'e mit Bildern der von ihm geliebten Sterne und Blumen nahezu 'bers'
Sie sah keine Spuren eines Kampfes, keine frischen blauen Flecken oder Schnitte. Wer auch immer den alten Mann auf dem Gewissen hatte, hatte seine Arbeit sorgf'ig gemacht.
Nein, dachte sie beim Anblick de
s faustgro'n Lochs in seiner Brust. Chirurgisch. Wer auch immer Snooks das Herz gestohlen hatte, hatte h'chstwahrscheinlich ein Laserskalpell daf'r benutzt.
'Sie haben tats'lich Ihren Mord, Bowers.'


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Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Bewertungsstern, voll Spannung auf ganzer Linie - von Astrid - 23.06.2005 zu J. D. Robb, Nora Roberts „Der Tod ist mein“
Bin vor einer Weile zufällig beim Buchladen durchstöbern auf dieses Werk aufmerksam geworden und hatte es auch innerhalb kürzester zeit durchgelesen. Leider musste ich am Ende des Buches feststellen das ich mit dem 8. Teil von der Heldin Eve Dallas angefangen habe. Anfangs war es ziemlich gewöhnungsbedürftig sich einen Schritt in die Zukunft zu versetzen wo die Handlung spielt, aber auch das gibt sich mit der Zeit. Das Buch ist auch wie seine Vorgänger eine einzigartige Mischung aus Krimi, Humor und Sex und liest sich einfach fantastisch. Ich für meinen Teil konnte mich super in Eve hinein versetzen:-) Um es anderen Lesern zu erleichtern hier eine kurze Aufstellung der bereits erschienenen Krimis von Eve Dallas: 1.Rendezvous mit einem Mörder 2. Tödliche Küsse 3. Eine mörderische Hochzeit 4. Bis in den Tod 5. Der Kuss des Killers 6. Mord ist ihre Leidenschaft 7. Liebesnacht mit einem Mörder 8. Der Tod ist mein 9. Ein feuriger Verehrer (noch nicht erschienen)
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