"Gelesene Literatur" heißt ein Sonderband der Zeitschrift "Text+Kritik". Er handelt von jenen Bereichen der Literatur, "in denen weiterhin dicke Wälzer verschlungen werden, immer noch astronomisch hohe Erstauflagen auf den Markt kommen und der Lesehunger unersättlich ist". Gibt es wirklich! Und auch Bibliotheken, in denen die Buchrücken ästhetisch zur Wand gedreht sind. Oder Verlage, die Kritiker einladen, "ein Wochenende in einer Blockhütte zu verbringen, um dort einen 1000-Seiten-Roman zu lesen", wie die "FAZ"-Redakteurin Sandra Kegel berichtet. Oder einen Longseller im siebenstelligen Bereich seit 1957 wie "Homo Faber" von Max Frisch, der konstant Schullektüre ist. Oder "den besten Redner der Republik" Navid Kermani, dessen Reden auch gern gelesen werden, denn "das Gemüt ist erhoben, man fühlt sich zum Guten ermuntert", schreibt Jörg Döring
nd, Neues Deutschland, 14. 3. 2019
Zur Freude der die Zeitschrift analog und mit Bleistift lesenden Rezensentin forciert die Publikation von Steffen Marcus und Carlos Spoerhase praxeologische Herangehensweisen und beherzigt die im Aufsatz von Mark-Georg Dehrmann ausgerufene Maxime: Es geht nicht darum, "Lektüren 'gelesener Literatur' außerhalb der literarturwissenschaftlichen Institutionen mit deren Mitteln disziplinieren zu wollen; interessanter ist es, das Phänomen zu verstehen."
Claudia Dürr, Germanistik, 3/2019
Insgesamt eine interessante Zusammenstellung mit umfangreicher weiterführender Literatur bzw. Links, die sicherlich jedem Buchmenschen neue Erkenntnisse liefert. Daher nicht nur für Bibliotheksnutzer, sondern ebenso fürs Personal empfohlen!
Claudia Bußjäger, EKZ, 11. 2. 2019
[D]ie Lektüre ist der Mühe wert, oder im emphatischen Duktus der Buch-Bloggerszene, die viele der Beiträge beschäftigt, man kann daraus viel für sich mitnehmen.
Evelyne Polt-Heinzl, literaturhaus. at, 8. 1. 2029