INHALT:
Edvard hat sich all die Jahre aufopferungsvoll um seine Mutter gekümmert. Er konnte sie mit der Automatenkrankheit - wie er sie nennt - einfach nicht allein lassen. Ein eigenes Leben konnte er dadurch nicht wirklich führen. Zwar hatte er etwas mit Elsie angefangen, doch seine Mutter ging stets vor. Und irgendwann war Elsie plötzlich weg.
Genau wie sein Vater damals die Familie einfach verlassen hatte...
Als die Mutter schließlich stirbt, findet Edvard ein Sparbuch mit seinem Namen und einem kleinen Vermögen. Steckt sein Vater dahinter? Ihm wird klar, dass er sich auf die Suche nach ihm begeben muss, welche ihn nach Norwegen führt...
Alva, eine junge Journalistin, will am liebsten alles hinter sich lassen. Ihre kleine Tochter hat sie bei ihrer Mutter geparkt. Auch Alva begibt sich auf den Weg nach Norwegen, auf die Suche nach sich selbst...
MEINUNG:
Dies ist ein Buch, das mich mit seiner wunderschönen Sprache sehr überrascht hat. Detailreich und manchmal etwas poetisch, vielleicht auch ein bisschen philosophisch - eine wunderbare Mischung! Zwar habe ich etwas gebraucht um mich an den Stil zu gewöhnen und um in die Geschichte hineinzufinden, doch die Sprache hat es mir sehr angetan!
Tragisch, düster, melancholisch, nachdenklich - ein Buch, das viele Stimmungen transportiert. Es ist nicht unbedingt eine leichte Lektüre für zwischendurch. Falls möglich würde ich dazu raten, sie am Stück zu lesen. Durch Unterbrechungen habe ich immer wieder etwas gebraucht, um zurückzufinden.
Sowohl Edvard als auch Alva haben ein Päckchen zu tragen. Mit ihnen hat der Autor tolle, spannende Charaktere geschaffen, in deren Seelenleben der Leser entführt wird. Ich habe mit ihnen mitgelitten, und an manchen Stellen hätte ich sie beide gerne durchgeschüttelt, weil ich mich so über ihr Verhalten geärgert habe. Und doch habe ich ihre interessanten Geschichten sehr gerne verfolgt. Das Buch hatte eine Art Sog, welchem ich mich kaum entziehen konnte. Lediglich die düstere Stimmung ließ mich dann doch immer wieder eine Pause einlegen.
Zwar hätte ich mir die Beschreibungen Norwegens noch etwas bildlicher und atmosphärischer gewünscht, jedoch liegt der Schwerpunkt der Geschichte mehr auf der Suche der beiden Menschen nach sich selbst...
FAZIT: Ein düsteres, melancholisches Buch über die Suche zweier Menschen nach sich selbst. Besonders die sprachliche Gestaltung hat es mir sehr angetan. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4/5 Sterne!