. . . Es ist die Jahrhundertwende, als Minna geboren wird. Sie wächst in einem abgelegenen Dorf im Weserbergland auf, vielleicht in Sonneborn. Sie ist ein kluges Mädchen, hat ein ernstes Wesen. Paul ist das Gegenteil. Er wird in Hamburg groß, macht sich wenig Gedanken, hat keinerlei Berührungsängste. 1914 beginnt der erste Weltkrieg - und bringt das Leben der beiden vollkommen durcheinander. . . "Wenn wir zurückblicken, ist die Geschichte durch die Brille unserer Zeit geprägt", stellt die 68-jährige (Autorin) fest. "Ich will die Vergangenheit so zeigen, wie sie wirklich war." Das tut sie, indem sie den Leser an dem Leben von Minna und Paul teilhaben lässt. In zwölf Kapiteln begleitet sie die beiden - von 1900 bis 1924. "Es sind Blitzlichter", beschreibt Brigitte Bosch. "Viele Jahre werden ausgelassen, dann passieren wieder zentrale Ereignisse für die Protagonisten, Meilensteine in der Geschichte. Schon während ihres Lehramt-Studiums hat sich die gebürtige Hamburgerin tiefgründig mit der deutschen Geschichte auseinandergesetzt. Später hat sie intensiv für ihren Roman recherchiert - zum Beispiel im Ziegeleimuseum Lage. Dort habe sie genauestens studiert, wie die Menschen damals gearbeitet haben. Nicht nur ein Ort der Recherche, sondern auch ein Schauplatz in dem Buch? Könnte sein. "Minnas Vater stirbt bei einem Unfall mit der Dampfmaschine in einer Ziegelei", verrät Brigitte Bosch. . . Das Besondere an dem Roman? Neben dem lippischen Bezug sicherlich die Art des Erzählens, meint die Autorin. "Ich habe jede Zeile so geschrieben, dass sich der Leser gedanklich in die Szene hineinversetzen kann", sagt sie. Nach ersten positiven Rückmeldungen sei ihr das gelungen. "Darauf bin ich stolz." Für die Nähe zum Geschehen sorgen auch die Emotionen, die in dem Roman eine große Rolle spielen. "Es gibt Teile, die kursiv gedruckt sind", sagt Brigitte Bosch. Das sind die ungefilterten Gedanken der Protagonisten, die sie als besonders eindringlich für den Leser wertet. "An vielen Stellen ist das Buch sehr ergreifend", ist sich die Autorin sicher. Zudem beinhaltet die Geschichte viele dramatische Ereignisse, denn die Kriegszeit war von Grausamkeit geprägt. "Der Roman ertrinkt aber nicht in Trauer und Tragödie", unterstreicht Brigitte Bosch. . .