"Stein um Stein war ihr Turm über Jahrzehnte in die Höhe gewachsen und ragte nun als einer der schönsten und höchsten Kirchtürme der Christenheit in den Himmel, Gott zur Ehre und den Menschen zum Wohlgefallen." (Zitat S. 781)
Selten bekommt man in Freiburg das Münster ohne Gerüst zu sehen. Das prachtvolle Gotteshaus ist über 700 Jahre alt und bedarf immer wieder aufwendigen Restaurierungsarbeiten. Der lichtdurchflutete Turm ragt mit einer Höhe von 116 m in den Himmel und ist schon von weitem zu sehen.
Astrid Fritz hat sich für ihren neuen Roman diesen Turm zum Thema gemacht und führt die Leser/-innen zurück in die Jahre 1270 bis 1330. Die Handlung spielt in Freiburg, in Teilen aber auch in Straßburg, denn kein geringerer als Erwin von Steinbach, Bauherr des Straßburger Münsters, soll nach neuen Ergebnissen der Forschung sehr wahrscheinlich auch den Riss für das Freiburger Münster entworfen haben.
Der Bau des Turms ist eng verbunden mit den damaligen Stadtherren, der Grafen von Freiburg. Die vier Grafen sind ein Teil der zahlreichen Skulpturen des Münsters.
Nur eine von vielen Details, welche die Autorin in ihrem Roman aufgreift. Das Buch ist über 800 Seiten stark, man sollte sich von dem mehrere Seiten umfassenden Personenregister nicht verunsichern lassen, ich hatte keine Probleme mit den vielen Personen. Die menschlichen Schicksale zur Zeit des Turmbaus, die Einbindung der Freiburger Stadtgeschichte und die eingestreuten Feinheiten rund um die besondere Bauweise haben mir sehr gut gefallen. Obwohl es ein echter Wälzer ist war der Roman für mich zu keiner Zeit langatmig.
Fazit:
Packend erzählt mit vielen historischen Details!