Ich habe mit "Spiel, bis du stirbst" einem Autor eine Chance gegeben, den ich bisher noch nicht kannte. Und ich habe es nicht bereut!
Es handelt sich hier um einen Krimi der etwas anderen Art, denn er spielt im BDSM-Milieu. Also endlich mal etwas, was man nicht schon zigmal gelesen hat, sondern was dieses Buch einfach von anderen abhebt und dadurch auch interessant macht.
Da ich tatsächlich schon 2 Bücher zu diesem Thema gelesen habe, war ich erst etwas ängstlich, ob das Buch nicht nur so vor Klischees strotzen würde. Aber ich wurde nicht enttäuscht, Herr Brandschwert hat wirklich gut recherchiert.
Auch die Story gefällt mir. Nicht nur, dass sie in einer bisher kaum dagewesenen Umgebung stattfindet, sondern auch die Spannung an sich!
Der Anfang war sogar so spannend, dass ich beinahe meine Bahnhaltestelle verpasst habe (kein Scherz).
Und obwohl man ein bisschen was über den Täter erfährt, erfährt man doch nicht genug. So gab es immer noch Twists und Wendungen, die ich so nicht habe kommen sehen und die mich überrascht haben. Aber da ich nicht spoilern möchte, kann ich da jetzt nicht weiter drauf eingehen.
Sam, die Hauptprotagonistin, hat mir sehr gut gefallen! Sie ist zwar grenzwertig tough, aber ich fand ihre Gedankengänge nachvollziehbar und sie selbst einfach unglaublich sympathisch. Ihre offene Art und wie vorurteilsfrei sie auf ihre Mitmenschen zugeht, gefällt mir gut. Liegt wohl an ihrem Beruf ¿¿
Auch die anderen Protagonisten fand ich sehr authentisch und haben mir gut gefallen. Bis auf Nika. Nika kam bei mir sehr arrogant an und ich muss in diesem Fall "leider" sagen, da sie eine relativ große Rolle in dem Buch bekommt. Ihre Art fand ich nervig. Dadurch hat mir natürlich auch die "angehende Liebesgeschichte" in dem Buch nicht so gut gefallen. Zumal ich sagen muss: der Krimi selbst ist so gut, dass er nicht durch eine Liebelei getragen werden muss. Die hätte also (für mich) einfach wegfallen können.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, die Geschichte ließ sich flüssig und schnell lesen. Genug Details, um ein Bild im Kopf entstehen zu lassen, aber nicht zu viel, so dass kein "Overload" entstand und es nicht anstrengend wurde. Allerdings haben sich ein paar Grammatikfehler eingeschlichen. Ich mag mich auch irren, denn ich schätze, dass das Buch vor Veröffentlichung durch ein Lektorat gegangen ist. Und ich bin keine Deutsch-Professorin, weshalb dieser Kritikpunkt bitte mit Vorsicht zu nehmen ist. Aber es gab eine Handvoll Stellen, über die ich beim Lesen einfach gestolpert bin.
Nichtsdestotrotz hat das mein Lesevergnügen nicht geschmälert.
Ich habe hier einen Krimi der spannend ist, bei dem man miträtseln kann wer der Täter ist und der schon allein durch das ungewöhnliche Setting besticht. Und zwar so sehr, dass für mich meine eigenen Kritikpunkte zweitrangig wurden.
Die Story ist eine in sich abgeschlossene Geschichte, die aber trotzdem mit einem Cliffhanger endet. Glücklicherweise habe ich auch den 2. Teil der Reihe parat liegen und freue mich jetzt schon darauf, wenn ich damit loslegen kann. Ich kann nur sagen: manchmal sollte man auch unbekannteren Autoren eine Chance geben, man könnte sonst was verpassen¿