Ich bin mir nicht sicher, was ich da gelesen habe. Ist es nun ein Cosycrime oder ein Regionalkrimi, der sehr stark von Zufällen abhängt und viel zu konstruiert ist. Da etwas Spannung aufkommt, werte ich den Roman als Regionalkrimi.
Die Biografin Sara zweifelt am Selbstmord ihres Klienten, weil dieser ihr noch etwas mitteilen wollte. Dies ist der Aufhänger der Geschichte, die sich bis in die Zeit vor 15 Jahren erstreckt und dort das Verschwinden von Saras Mutter erklärt. Dieser Zusammenhang basiert allerdings auf so vielen Zufällen und Unstimmigkeiten, daß die Handlung für mich nicht nachvollziehbar ist.
Ohne zu viel zu spoilern, sterben die Menschen recht schnell und die ganzen Toten hängen zusammen und haben ein Geheimnis. Trifft eine der glücklichen Fügungen nicht ein, ist die Handlung vorbei. Das hat mir nicht so gefallen.
Dazu kommt, daß mir die Hauptfigur Sara etwas arg blauäugig vorkommt. Sie agiert aus einem Antrieb heraus, den ich nicht nachvollziehen kann. Und wenn sie wie normale Menschen handeln würde, gäbe es weder eine Geschichte, noch ein Buch.
Die anderen Figuren handeln mehr oder weniger unlogisch, vom verliebten Kommissar einmal abgesehen, der dafür aber mit den stereotypen, privaten Problemen zu kämpfen hat. Viele der Akteure haben so exzellente Gedächtnisse, daß man sich schon wundert.
Ich kann der Autorin zu ihrem gut lesbaren Schreibstil gratulieren und finde die landschaftlichen Beschreibungen der Grenzregion Flensburg / Dänemark gut getroffen.
Drei von fünf Sternen vergeben ich, weil ich mich nicht gelangweilt habe und der Roman eigentlich ganz nett geschrieben ist. Nur die Story ist echt zu dünn für einen spannenden Krimi.
Ich habe das eBook im Rahmen einer Buchverlosung auf Lovlybooks gelesen und möchte mich dafür bedanken, daß ich das Buch lesen durfte.