Kurze Kapitel (was ich eigentlich gut finde), ein guter Auftakt, viel zu viele Personen, eine spannende Geschichte und ein dünnes Ende. Das sind die Zutaten, die Neal Skye für seinen Roman "Die Macht der Akademie" in einen Topf geworfen hat. Dann hat er kräftig umgerührt und es ist ein recht gutes Buch herausgekommen.
Die Idee der "Akademie" wird im Laufe des Romans immer deutlicher und auch wie kriminell sie ist. Um das zu zeigen, wird aus vielen (zu vielen?) Perspektiven geschrieben. Mal aus Bremen, mal aus Stockholm, mal aus dieser und mal aus jener Sicht. Auf Dauer ist es etwas viel und hat mich das eine oder andere Mal auch so verwirrt, daß ich nachlesen musste. Die kurzen Kapitel tragen nicht dazu bei, den Roman in Häppchen zu lesen. Dann ist man schnell aus der Handlung raus. Dranbleiben ist angesagt.
Mir kommt die Haupthandlung des Romans, die Ermittlungen zu den vielen Toten etwas zu kurz. Der ständige Wechsel zwischen Bremen und Stockholm und die Tatsache, daß die Ermittlungen quälend langsam vorankommen, verlangt Ausdauer vom Leser.
Das Ende gefällt mir nicht. Ich mag keine Auflösungen, die von Personen mal eben so erzählt werden nicht. Dazu kommt, daß die Geschichte eigentlich ein Open-End hat. Der Autor läßt somit sehr viel Raum für Fortsetzungen.
Sagen wir mal so: ich nehme dem Autor die Geschichte ab, manches ist mir etwas zu wenig beleuchtet, manches ist etwas zu zufällig und manche Dinge möchte ich auch nicht näher wissen. Ich hoffe, daß die Akademie in weiteren Romanen näher beleuchtet wird. Leider spielen die Polizisten nur eine Nebenrolle.
Trotzdem kann man den Roman wirklich gut lesen und er ist durch die kurzen Kapitel nicht langweilig. Also gebe ich 4 vor 5 Punkten.
Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks gelesen und bin dem Autor für die Gelegenheit sehr dankbar. Diese Rezension werde ich auf Lovelybooks, Facebook, Amazon und Thalia veröffentlichen.