Traumata können sich bis in die Enkel und Urenkelgeneration auswirken. In den achtziger Jahren beschäftigen sich Romane und Forschung mit den Folgen der NS Zeit auf die Nachkommen von Tätern und Opfern. In Widerstandsfamilien bleibt es hingegen lange ein Tabu, seelische Auswirkungen zu thematisieren. Um die "Spirale des Schweigens" in diesen Familien besser zu verstehen, führte die Autorin zahlreiche Gespräche mit Enkeln und Enkelinnen und stellte die Doppelporträts von Enkel/in und Großvater in den zeithistorischen Kontext. Sie erzählt, wie die Nationalsozialisten nach dem Attentat Rache an den Nachkommen nehmen und zeichnet den Umgang beider deutschen Gesellschaften mit einem ambivalenten Datum nach. Außerdem analysiert sie die verschiedenen Rezeptionsphasen politischer Instrumentalisierung - vom Widerständler zum Staatshelden.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort S. 7
Die Not der Erinnerung > Von Landesverrätern zu unbequemen Helden S. 8
Die Vielfalt des Diskurses > Vom Hilfswerk zur Forschungsgemeinschaft S. 84
Das Pathos des Redens > Von der
familiären Gedenkfeier zum politischen Staatsakt S. 144
Die Spirale des Schweigens > Vom Umgang der Generationen mit einem schwierigen Tag S. 186
Der wieder entdeckte Großvater > Beatrix Heintze und der Industrielle Walter Cramer S. 224
Der Verlust der Mitte > Constanze Kuntze und
der Gewerkschaftler Hermann Maaß S. 243
Europäische Visionen und ein afrikanischer Traum > Corrado Pirzio-Biroli und der Botschafter Ulrich v. Hassell S. 256
Verteufelung und Sakralisierung > Maria-Theresia Rupf-Bolz und Staatspräsident Eugen Bolz S. 277
Eine Ohrfeige als Befreiungsschlag > David Heinemann und der Sozialdemokrat Julius Leber S. 289
Gegen die Republik der Blockwart-Enkel > Jens Jessen und der Volkswirt Jens Peter Jessen S. 308
Von der Wichtigkeit der Großmütter > Clemens Schaeffer und Oberstleutnant Carl-Ernst Rahtgens S. 324
Zwischen Kiez und Forschungsgemeinschaft > Christian Lindemann und General Friedrich Lindemann S. 334
Der 20. Juli ein Randthema > Hermann Pünder und der CDU-Mitbegründer Hermann Pünder S. 353
Wüste, Weite, Einsamkeit und der 20. Juli als Kraftquelle > Sascha Hendrikoff, Michael v. Hofacker und Oberstleutnant Cäsar v. Hofacker S. 362
Dank S. 383