Rita hat es eigentlich satt. Ständig wird sie als Frau angemacht, beleidigt, bedrängt und nicht in Ruhe gelassen. Eine Einladung lässt sie neugierig in die Unterwelt von Prag gehen. Sie trifft auf Erika, Logos und Kaya die sie nach ihrem grössten Wunsch fragen. Als wäre diese Nacht nie geschehen hat Rita plötzlich ein Werkzeug zur Hand was es ihr leicht macht endlich gegen die ganzen Anmachen und unmöglichen Verhalten anzugehen. Doch ist es das was Rita wirklich möchte?
Während sie dem verzweigten Pfad unter der Stadt folgt, verlässt sich Rita ganz auf ihre Erinnerung. Nur begleitet vom Schein ihres Handys durchwandert sie das unterirdische Labyrinth, das ihr mittlerweile schon fast vertraut scheint. Ein leises Tröpfeln ist zu hören, der Klang von Wasser, das irgendwo auf Stein fällt.(Seite 193)
Vorweg- ich hoffe wirklich dass es eine ganze Buchreihe von Rita und ihrem Nachtschatten geben wird. Denn der Einstieg hat mir im Ganzen richtig gut gefallen, auch sind die Ideen und Umsetzung der Autorin sehr gelungen.
Der Schreibstil konnte mich sehr schnell einnehmen. Die Autorin besitzt eine sehr bildhafte Sprache und nimmt die Leser mit in die fast vergessene Unterwelt von Prag. Überhaupt ist Prag ja eine sehr schöne Stadt, aber hier lebt es sich dann nochmals ganz anders, wenn man durch die Gänge und Labyrinthe irrt.
Rita war mir im Ganzen etwas zu blass. Sie ist zwar eine zarte Persönlichkeit, aber ich denke, gerade jetzt, am Ende des Buches, wird sie ein Wandlung hinlegen und diese würde ich in weiteren Bänden sehr gerne verfolgen und miterleben. Denn Potenzial hat die Figur auf jeden Fall, ebenso wie die Geschichte.
Das Buch spielt mit dem Gewissen, mit der Freundlichkeit, mit den alltäglichen, gesellschaftlichen Dingen, die meist und sehr oft Frauen erleben. Sehr oft konnte ich mich in Rita hineinversetzen und kann ihre Ängste aber auch die innere Wut sehr gut nachvollziehen. Und dass sich von alleine was ändert? Fehlanzeige.
Und wenn man nun die Chance erhält es zu ändern? Sich durchzusetzen? Seine Meinung zu sagen? Den Standpunkt klar zu machen ohne Konsequenzen zu fürchten? Wer würde nicht zuschlagen oder sich zumindest darüber Gedanken machen?
Teufels Werk und Gottes Beitrag? Oder scheint es doch ganz anders? Und wie reagieren Menschen die Rita kennen und gewisse Dinge mit ihr erleben?
Wie gesagt, die Thematik ist an sich gerade hochaktuell, von der Autorin aber gut ins Bild und Szene gesetzt und auch nicht ausgeschlachtet oder ins Lächerliche gezogen worden.
Im weiteren Band wünsche ich mir eine stärkere Rita, dass ihre Wandlung sichtbarer wird und natürlich immer diesen Grad zwischen Gewissen und nach mir die Sinnflut.
Im Ganzen hat mich das Buch auf jeden Fall überzeugen können.