Eine junge Frau sucht ihren Weg im Leben und im Glauben eine spannende Geschichte über die
Wiedertäufer in der Region und ihre grausame Verfolgung.
Ingrid Zeilinger, Fürstenfeldbrucker Tagblatt / Münchner Merkur
Dieser meisterlich und spannend geschriebene Roman führt mitten hinein in den Anfang des 16.
Jahrhunderts, in eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Die dramatische Handlung ist dabei mit
dem Zeitgeschehen stets eng verwoben.
Sigrid Knollmüller, ehemalige Vorsitzende des Historischen Vereins Landsberg am Lech
Einige Monate im Jahr 1527 die Schauplätze sind Ortschaften im Lechrain, Augsburg und Landsberg. Hier verorten Uschi und Klaus Pfaffeneder ihren historischen Roman Die Schwester des Ketzers , der von der ersten bis zur letzten Seite spannend bleibt: Vor dem Tableau einer religiös turbulenten Zeit, als Martin Luthers Lehre sich ausbreitete und man erbittert um den rechten Glauben rang, wird an der Hauptfigur Anna, der Schwester des Ketzers Gebhart, einem Anhänger der Wiedertäufer , eine Geschichte erzählt von Macht und Verfolgung, von religiöser Verblendung, von Liebe und Verrat. Ist diese Erzählung mit ihren Figuren auch Fiktion, so liegt ihr die historische Wirklichkeit der Verfolgung der Wiedertäufer in dieser Region Anfang des 16. Jahrhunderts in ihrer ganzen Verbissenheit und Tragik zugrunde.
Es begegnen unter den Gartenbrüdern , wie man die Wiedertäufer damals nannte, weil sie sich in ihren eigenen Gärten und Anwesen versammelten, bekannte Namen wie die Augsburger Wiedertäuferin Susanna Daucher oder Hans Hut mit seinen apokalyptischen Visionen. Das Autorenpaar führt sie und auch andere historische Persönlichkeiten treffend ein, setzt sie in Beziehung zu ihren erfundenen Protagonisten so als hätte das, was im Roman gefühlt, gedacht, gesprochen und gehandelt wurde, tatsächlich so gewesen sein können. Das Buch kann gleichzeitig als Krimi gelesen werden. Packend geschildert, konstant die Spannung haltend, geht es um Flucht, Gefahr der Entdeckung und Ohnmacht vor dem Intrigenspiel der Mächtigen. Kontrastreich und lebendig gezeichnet sind die Charaktere, das Geschehen spitzt sich mehr und mehr zu, lässt die Leser eintauchen in diese auch von Gewalt und Verblendung geprägte Welt. Im Buch hat aber auch das Menschliche und Gute seinen Raum. Eine lohnende, fesselnde Lektüre, die auch nachdenklich macht.
Gerlinde Knoller, Augsburg
Kulturjournalistin, Literaturwissenschaftlerin