Ruhe im Bauch!
Dass der Darm Billionen nützliche Bakterien beherbergt, ist bekannt. Aber nur wenige wissen: Die Heimat der Keime ist der Dickdarm, im Dünndarm sind kaum Bakterienarten angesiedelt. Es kommt jedoch vor, dass Dickdarmbakterien durch die anatomische Klappe in Richtung Dünndarm schlüpfen und sich dort einnisten. Eine fatale Fehlbesiedelung mit Folgen:
- krampfartige Bauchschmerzen,
- Blähungen und andere Verdauungsbeschwerden,
- Reizdarmsyndrom,
- Nahrungsunverträglichkeiten,
- Histaminintoleranz,
- Malabsorptionssyndrom,
- Blutarmut,
- Gewichtsverlust,
- Gelenkschmerzen,
- chronische Erschöpfung,
- Mangelerscheinungen.
Dieses Krankheitsbild heißt Small Intestinal Bacterial Overgrowth, kurz SIBO, und wird immer noch häufig verkannt. Hier leistet das Buch wichtige Aufklärung und beschreibt, welche Therapiesäulen - Medikamente, Pflanzenheilkunde, Ernährungsumstellung - Linderung versprechen. Damit auch Sie Ihr Leben wieder beschwerdefrei genießen können!
Inhaltsverzeichnis
Theorieteil die Fakten 1. Reizdarm wenn der Darm uns platt macht Die Abkürzung SIBO steht für "Small Intestinal Bacterial Overgrowth", was so viel heißt wie bakterielle Dünndarm-Fehlbesiedelung: Die Zahl der Bakterien im Dünndarm ist um mehr als das 100-fache erhöht und es sind dort Bakterienarten vorhanden, die normalerweise nur im Dickdarm angesiedelt sind => zu viele Bakterien an der falschen Stelle! * Kurzbeschreibung, was die Aufgabe des Darms bzw. Dünndarms ist * Die Rolle des Darmmikrobions: Darmbakterien lebensnotwendig aber an der richtigen Stelle I. Was den Dünndarm krank macht Vermutlich ist ein multifaktorielles Geschehen für die Entstehung von SIBO verantwortlich. => Mögliche "mechanische" bzw. strukturelle Ursachen können zum Beispiel ein Kurzdarmsyndrom infolge eines mehrfach operierten Dünndarms, ein Defekt der Bauhin-Klappe, Divertikel oder auch Endometriose sein. => Schwelende Entzündung/Autoimmungeschehen => Leaky-Gut-Syndrom, Zöliakie, chronisch-entzündliche Darmerkrankung, aber auch Hashimoto-Thyreoiditis, Adipositas etc. => Medikamenteneinnahme (z. B. Antibiotika, NSAR, Protonenpumpenhemmer etc.) => Belastung durch Umwelttoxine Special: SIBO und Reizdarm: Was ist Ursache, was ist Wirkung? II. Die typischen SIBO-Symptome Das Krankheitsbild äußert sich individuell unterschiedlich, aber es gibt einige Symptome, die besonders oft auftreten: => zum Beispiel krampfartige Bauchschmerzen, Blähungen und andere Verdauungsbeschwerden, Nahrungsunverträglichkeiten, Histaminintoleranz, Malabsorptionssyndrom, Blutarmut, Gewichtsverlust, Gelenkschmerzen, chronische Erschöpfung, Vitalstoffmangel etc. Begleiterkrankungen und Beschwerden von SIBO im Kurzüberblick (in Tabellenform?) Führen eines Symptomtagebuchs (tägliche Auflistung der Beschwerden im Tagesverlauf) Selbsttest: Leiden Sie an SIBO? III. Wie SIBO diagnostiziert wird Nachweisbar ist SIBO über einen einfach durchzuführenden Atemtest, für den man nur eine Zuckerlösung (entweder Glukose oder Laktulose) trinken muss. => Lässt sich in der Ausatemluft eine erhöhte Methan- und Wasserstoffkonzentration (H2) messen, zeigt das, dass die Glukose durch Bakterien verstoffwechselt wurde, die sich fälschlicherweise im Dünndarm angesiedelt haben. => Eine "experimentelle" Untersuchung ist der IBS-Smart-Test, ein Bluttest zum Nachweis von bestimmten Antikörpern. Praxis 2. Die richtige Behandlungsstrategie Die eine Behandlung gibt es bislang nicht, deshalb stützt sich die SIBO-Therapie auf mehrere Säulen: Antibiotikatherapie, Phytotherapie, Ernährungstherapie I. Antibiotikatherapie/Eradikationstherapie (z. B. Rifaxim für mindestens 28 Tage) II. Phytotherapie => Einige Pflanzenarzneien zeigen ähnliche antibiotische Wirksamkeit wie pharmazeutische Präparate, z. B. Allicin (Knoblauchextrakt), Oregano, Zimt, Neem, Berberitze, Pau d'Arco. III. Ernährungstherapie das A und O der SIBO-Therapie Ziel von SIBO-Diäten ist es, den Bakterien im Dünndarm durch eine gezielte Lebensmittelauswahl die Nahrungsquelle zu entziehen und sie so "auszuhungern". => Sechs- bis achtwöchige Diät als Initialtherapie, z. B. FODMAP-, Specific Carbohydrate Diet (= spezifische Kohlenhydratdiät) oder eine Kombination aus beidem, Eliminationsdiät bei Verdacht auf (begleitender) Nahrungsmittelunverträglichkeit => Anleitung für die "kritische Phase", wenn der Darm nach Beendigung der Diät wieder an die verschiedenen Nahrungsmittel gewöhnt werden muss => Langfristige Ernährungsumstellung, bei der Unverträgliches konsequent vermieden wird. Die Umstellung der Ernährung ist oft der entscheidende und langfristig wirksamste Therapieschritt. Probiotika und Präbiotika: Fluch oder Segen? => Der Einsatz von Pro- und Präbiotika bei SIBO ist umstritten. Wann sie Sinn machen und für wen sie weniger geeignet sind.