Goethes Die Leiden des jungen Werther entfaltet in der Form eines Briefromans die Geschichte eines empfindsamen jungen Mannes, dessen unerfüllte Liebe zu Lotte und wachsende Entfremdung von gesellschaftlichen Konventionen in die Selbstzerstörung führen. In einer leidenschaftlich subjektiven, musikalisch-rhythmisierten Prosa verbindet das Werk Naturerfahrung, Gefühlsintensität und soziale Kritik. Als Schlüsseltext des Sturm und Drang markiert es zugleich einen europäischen Wendepunkt der modernen Innerlichkeitsliteratur. Johann Wolfgang von Goethe, 1749 in Frankfurt am Main geboren, schrieb den Roman in jungen Jahren und verarbeitete darin biographische Erfahrungen, zeitgenössische Liebeskonflikte und die geistige Atmosphäre einer Generation, die gegen Rationalismus und Standesordnung aufbegehrte. Seine Begegnungen mit Charlotte Buff sowie der Suizid Karl Wilhelm Jerusalems bildeten wesentliche Impulse für die literarische Gestaltung Werthers, ohne das Werk auf bloße Bekenntnisprosa zu reduzieren. Diese Ausgabe der Klassiker der Weltliteratur empfiehlt sich allen Leserinnen und Lesern, die den Ursprung moderner Gefühlskultur, die Macht literarischer Identifikation und die Ambivalenz radikaler Subjektivität verstehen möchten. Werther ist nicht nur ein bewegendes Liebesdrama, sondern ein präzises Dokument europäischer Geistesgeschichte.