In "Der Mensch und die Technik" entfaltet Oswald Spengler eine kulturphilosophische Deutung der Technik als Ausdruck menschlichen Machtwillens und als schicksalhafte Form der Naturbeherrschung. Der Essay, 1931 erschienen, verbindet aphoristische Schärfe mit historischer Weite und steht im Kontext seiner morphologischen Geschichtsauffassung aus "Der Untergang des Abendlandes". Technik erscheint hier nicht bloß als Werkzeug, sondern als anthropologische Grundhaltung, deren Entfesselung zugleich Größe und Gefährdung der abendländischen Zivilisation offenbart. Spengler, 1880 geboren und durch seine zyklische Theorie der Hochkulturen berühmt geworden, schrieb aus der Perspektive eines Denkers, der die Moderne als Spätphase einer erschöpften Kultur deutete. Seine Erfahrungen mit Industrialisierung, Weltkrieg, politischer Instabilität und den Umbrüchen der Weimarer Republik prägen den Ton dieses Buches. Als Privatgelehrter mit naturwissenschaftlichen, historischen und philosophischen Interessen suchte er nach den tieferen Formen hinter technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Technik nicht nur ökonomisch oder praktisch, sondern geistig und geschichtlich verstehen wollen. Auch wo Spenglers Diagnosen widerspruchsbedürftig bleiben, provozieren sie eine ernste Auseinandersetzung mit Fortschritt, Macht und kulturellem Schicksal.