Alexandre Dumas' "Napoleon Bonaparte" entwirft ein lebendiges Porträt jener historischen Gestalt, die das europäische 19. Jahrhundert politisch, militärisch und imaginativ prägte. Das Buch verbindet biographische Darstellung, historische Anekdote und dramatische Verdichtung: Dumas schildert den Aufstieg des korsischen Offiziers, die Revolution, die Feldzüge, den Kaisermythos und den Sturz mit dem erzählerischen Temperament des Romanciers. Im literarischen Kontext steht das Werk zwischen populärer Geschichtsschreibung und romantischer Heldenbiographie, weniger als nüchterne Archivstudie denn als Deutung einer Epoche durch Charakter, Schicksal und Macht. Dumas, 1802 geboren, wuchs in unmittelbarer Nachwirkung der napoleonischen Zeit auf; sein Vater, General Thomas-Alexandre Dumas, hatte selbst in den Revolutionskriegen gedient. Diese familiäre Nähe zur Militärgeschichte, verbunden mit Dumas' lebenslangem Interesse an großen Männern, politischen Umbrüchen und theatralischen Konflikten, erklärt seine Faszination für Napoleon. Der Autor von "Die drei Musketiere" und "Der Graf von Monte Christo" überträgt seine erzählerische Energie auf historische Materie. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die Napoleon nicht nur als Staatsmann, sondern als literarisch geformte Figur verstehen möchten. Es bietet einen zugänglichen, bildkräftigen Einstieg in den napoleonischen Mythos und zeigt zugleich, wie Geschichte im 19. Jahrhundert erzählt, gedeutet und bewundert wurde.