Dieses Buch beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen feministischer Beziehungen. Berling schreibt dabei viel aus ihrer persönlichen Erfahrung heraus, nimmt aber auch Bezug auf die gesellschaftliche Entwicklung.
Es beginnt mit der Schilderung der persönlichen Situation der Autorin. Berling erklärt, dass es ihr wichtig ist, hier ganz offen zu sein. Für mich waren die Erzählungen aus Ihrer Kindheit allerdings teilweise zu intim und detailliert. Hier scheint es mir mehr um persönliche Aufarbeitung als um eine voranbringende Betrachtung zu gehen. Die Botschaft allerdings finde ich wichtig, dass wir nämlich zunächst auf unsere Sozialisation schauen, bevor wir verändern können, wie wir heute lieben.
Im zweiten Kapitel gab es dann immer mehr Teile, denen ich zustimmen konnte. Allerdings ist auch hier die Schilderung der Autorin wieder von Ihrer persönlichen Situation geprägt. Sie lebt offensichtlich in einer "Bubble" in der viele Menschen poly sind. Diese Erfahrungen konnte ich nicht teilen. Mir gefielen hingegen weitestgehend Berlings Gedanken zum Thema Macht und Diskriminierung. Hier hätte sie für mich gerne noch tiefer einsteigen können.
Optimal finde ich das dritte Kapitel, wo die Entwicklung der Liebe historisch betrachtet wird. Das war hoch interessant, gut recherchiert und lesbar und verständlich zusammengefasst. Ich mochte außerdem, wie Berling die Fakten betrachtet und in Zusammenhang bringt.
Im letzten Kapitel folgt der obligatorische Abschnitt zum online Dating und ein Manifest, dass ich unterschreiben kann. Eine Liste mit Literaturempfehlungen machen das Buch rund und laden ein, spannende Themen aus dem Buch zu vertiefen.
Insgesamt halte ich dieses Buch daher für absolut gelungen. Empfehlenswert vor allem für Menschen, die sich neu mit der Thematik beschäftigen wollen und Impulse suchen.