In Betrachtungen über die Grundlagen der Philosophie entfaltet René Descartes ein konzentriertes Programm radikaler Erkenntniskritik: Ausgehend vom methodischen Zweifel prüft er Sinneswahrnehmung, Traumargument und Täuschungshypothese, um im cogito einen unerschütterlichen Ausgangspunkt zu gewinnen. Der Stil ist meditativ, streng argumentierend und zugleich dramatisch inszeniert; im Kontext der frühneuzeitlichen Abkehr von scholastischen Autoritäten begründet das Werk den modernen Rationalismus. Descartes, 1596 in La Haye geboren, war Mathematiker, Naturphilosoph und Begründer der analytischen Geometrie. Seine Erfahrungen mit der neuen Mechanik, der Optik und den Umbrüchen des Dreißigjährigen Krieges schärften sein Bedürfnis nach sicherer Methode. Als Denker zwischen jesuitischer Ausbildung und wissenschaftlicher Revolution suchte er eine Philosophie, die Gewissheit, Gottesbeweis, Seelenlehre und Naturerkenntnis systematisch verbindet. Dieses Buch empfiehlt sich allen Leserinnen und Lesern, die den Ursprung moderner Subjektphilosophie verstehen wollen. Es verlangt langsame, prüfende Lektüre, belohnt sie jedoch mit einer seltenen Klarheit über Zweifel, Wahrheit und Selbstbewusstsein. Für Philosophie, Theologie und Wissenschaftsgeschichte bleibt es ein grundlegender Text von unverminderter intellektueller Kraft.