Eine Frau fällt vom Dach eines Hochhauses. Obwohl es zunächst wie ein Selbstmord aussieht, scheint mehr dahinter zu stecken. Ein paar Tage später wird die Büroassistentin Tate Kinsella wegen Mordes festgenommen. Sie beteuert ihre Unschuld, verstrickt sich aber in Lügen.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Tate erzählt, die ihrer Anwältin von den Ereignissen vorher und zum Zeitpunkt des Todes berichtet. Nach und nach entdeckt die Anwältin Lücken und Ungereimtheiten in der Erzählung, sodass Tate gezwungen ist, ihr letztendlich die Wahrheit zu sagen. Immer wieder wendet sich die Handlung und Stück für Stück erfahren die Lesenden, dass viel mehr hinter der Sache steckt als ein einfacher Selbstmord.
Tate ist am Anfang schwer einzuschätzen und wirkt sogar eher unsympathisch. Im Laufe der Handlung ändert sich das und sie wird nahbarer und nachvollziehbarer in ihren Handlungen. Die anderen Figuren ändern sich zum Teil mit der Version der Erzählung, sind insgesamt aber gut konzipiert und dargestellt. Männer sind in diesem Buch eher Randfiguren, die zum Teil sehr klischeehaft agieren.
Die Idee und die Wendungen der Handlung sind toll. Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen. Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr flüssig. Die Geschichte ist am Anfang noch recht spannend, solange Tate die erste Version bei der Polizei schildert. Durch die mehrfachen Änderungen der Erzählung nahm die Spannung für mich merklich ab, weil ich der aktuellen Version irgendwann nicht mehr glauben konnte. Etwa auf der Hälfte des Buches waren mir die Gründe und das Ergebnis klar, der Weg dorthin hat jedoch Spaß gemacht und ich habe das Buch gern gelesen.