Auch wenn nahezu alle Indizien auf einen bestimmten Verdächtigen deuten, muss er oder sie auch nicht wirklich der Täter sein. Denn manchmal werden auch Unschuldige falsch verdächtigt und müssen vor Gericht für ihre Unschuld kämpfen. Dabei gilt doch im deutschen Rechtssystem der Grundsatz "Jeder ist solange unschuldig, bis seine Schuld eindeutig und zweifelsfrei bewiesen wurde!"
Strafverteidiger Alexander Stevens erzählt in seinem Buch "Falsch verdächtigt" von Fällen aus seiner eigenen Kanzlei, wo alles zunächst auf seine Mandanten deutete, aber oft genug zeigt sich, dass nichts so ist wie es auf den ersten Blick scheint. Dabei erläutert er auch für Laien auf verständliche Art und Weise von der Arbeit der Polizei und Staatsanwaltschaft, bis zu einem möglichen Prozess. Dabei ist es mehr als erschreckend zu sehen, wie wenig manchmal Unschuldigen geglaubt wird und wie schnell scheinbar ein Urteil im Vorfeld schon feststeht. Auch die Ermittlungsarbeit kann durch zu einseitigen Ermittlungen schnell zu falschen Ergebnissen führen.
Als Bonuskapital beleuchtet Alexander Stevens noch den Fall Luke Mockridge, den er nie selber vertreten hat. Dabei zeigt er einige Ungereimtheiten in den Aussagen von beiden Hauptbeteiligten auf, die das Geschehen in einem ganz neuen Licht zeigen könnten. Was genau damals zwischen den beiden wirklich vorgefallen ist und wie weit Luke Mockridge tatsächlich schuldig ist oder nur falsch verdächtigt worden, wissen nur die beiden Beteiligten ganz genau.
Für echte Truecrime Fans ein sehr interessantes Buch, was noch einmal einen neuen Blick auf so manche Tat wirft. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.