Als regelmäßige SZ-Leserin ist mir die kulinarische Kolumne von Hans Gerlach ein Begriff. Dieses Buch hat mich daher sofort interessiert, und ich war gespannt, wie Gerlach seine Kreativität in der beworbenen Alltagsküche umsetzt.
In den Rubriken Basics, Vorspeisen, Pasta, Fleisch, Gemüse und Süsses präsentiert Gerlach eine Vielzahl verschiedenster Rezepte und kombiniert Zutaten und Aromen auf spannende Weise. Relativ präsent ist hierbei die asiatische Küche, was mir leider nicht entgegen kommt. Viele Gerichte kommen mit wenigen, dafür aber qualitativ besonders hochwertig ausgewählten Zutaten aus, und nicht alles ist überall gut zu bekommen. Wer wie Gerlach auf die Münchner Infrastruktur und den Viktualienmarkt zurückgreifen kann, hat es sicher leichter als im ländlichen Umfeld. Für viele Gerichte wüsste ich nicht, wo ich die Zutaten herbekommen sollte (Vogelmiere, Noriblatt, Kombu-Algenbrösel etc.).
Gerlach reichert seine Rezepte mit Anekdoten und Wissenswertem an, so dass es sich hierbei nicht um eine nüchterne Aneinanderreihung von Arbeitsschritten handelt, sondern bereits das Lesen viel Freude bereitet.
Die Zubereitungszeiten variieren von 25 Minuten bis zu mehreren Stunden, vom schnellen Snack bis zu aufwendigen Kreationen ist alles dabei. Da wir Vegetarier sind und auch keine rohen bzw. nicht vollständig durchgegarten Eier essen (Gerlach verwendet diese leider häufig), fallen einige Rezepte für uns von vornherein weg. Für Veganer dürfte es auch schwierig werden, da Eier oder Käse häufiger Bestandteil der Gerichte sind.
Das Buch wirbt mit alltagstauglichen Rezepten. Diesbezüglich war es für mich leider eine Enttäuschung, da ich die Gerichte weder als alltagstauglich noch als familientauglich empfinde. Ich hatte mir etwas völlig anderes erwartet und kann mit diesem Buch leider wenig anfangen.