"Lustige Gymnasialgeschichten" versammelt heitere Episoden aus dem Kosmos des Gymnasiums: Klassenzimmer, Lehrerzimmer, Prüfungen, Schülerstreiche und jene kleinen Autoritätskonflikte, in denen sich Bildungsanspruch und jugendliche Einbildungskraft begegnen. Der Stil ist anekdotisch, pointiert und von beobachtender Genauigkeit geprägt; Komik entsteht weniger aus grober Karikatur als aus der Spannung zwischen pädagogischer Ordnung und lebendiger Unordnung. Literarisch steht das Buch in der Tradition deutschsprachiger Schulhumoresken, die das humanistische Gymnasium zugleich liebevoll erinnern und kritisch spiegeln. Theodor Berthold erscheint darin als Autor mit sicherem Sinn für schulische Milieus, Rangordnungen und Sprachrituale. Seine Nähe zu den Erfahrungen des Gymnasialalltags-ob biographisch, beruflich oder erinnernd vermittelt-lässt ihn die Figuren nicht bloß vorführen, sondern in ihren Eitelkeiten, Ängsten und Hoffnungen verständlich machen. Gerade diese Vertrautheit erklärt die warmherzige Ironie des Bandes. Empfohlen sei das Buch Leserinnen und Lesern, die historische Schulwelten, kultivierten Humor und präzise Milieubeobachtung schätzen. Es bietet keine bloße Sammlung von Späßen, sondern ein kleines Sittenbild akademischer Jugendbildung, dessen Witz auch dort nachhallt, wo sich Schule längst verändert hat.