Apuleius' "Der goldene Esel" - auch unter dem antiken Titel "Metamorphosen" bekannt - erzählt die abenteuerliche Verwandlung des neugierigen Lucius in einen Esel und seine mühsame Rückkehr zur menschlichen Gestalt. In kunstvoller Prosa verbindet der Roman Schelmenhandlung, erotische und komische Episoden, magische Praktiken und religiöse Initiation. Besonders die eingeschobene Erzählung von Amor und Psyche zeigt Apuleius' Meisterschaft im Umgang mit Mythos, Allegorie und narrativer Verschachtelung innerhalb der lateinischen Kaiserzeitliteratur. Apuleius, im 2. Jahrhundert n. Chr. in Nordafrika geboren, war Rhetor, Philosoph und Angehöriger einer gebildeten, griechisch-römisch geprägten Elite. Seine Interessen an Platonismus, Mysterienreligionen, Magievorstellungen und öffentlicher Rede prägen das Werk sichtbar. Auch seine eigene Verteidigung gegen den Vorwurf der Zauberei wirft ein bezeichnendes Licht auf die kulturelle Welt, aus der dieser Roman hervorgegangen ist. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die antike Literatur nicht als museales Relikt, sondern als überraschend lebendige Erkundung von Begehren, Irrtum, Erkenntnis und Erlösung entdecken möchten. "Der goldene Esel" ist zugleich unterhaltsam, gelehrt und tiefgründig: ein Schlüsseltext der europäischen Erzähltradition.