Annabel erhält die Möglichkeit, eine Saison in London zu verbringen, doch hinter dem vermeintlichen Glück steckt ein großer Druck. Ihre Familie ist finanziell angeschlagen und sie soll deshalb den wohlhabenden Earl of Newbury heiraten. Der deutlich ältere Mann verfolgt dabei ganz eigene Pläne und sieht Annabel vor allem als Mittel zum Zweck. Als sie Sebastian Grey begegnet, den Neffen des Earls, gerät ihr Leben jedoch aus den gewohnten Bahnen. Zwischen den beiden entsteht eine Verbindung, die eigentlich keine Zukunft haben dürfte, denn Sebastian besitzt weder Reichtum noch den gesellschaftlichen Einfluss, den Annabel für ihre Familie dringend benötigt.
Die Grundidee der Geschichte ist nicht neu, aber sie passt gut zu diesem Genre. Die Liebesgeschichte zwischen Annabel und Sebastian steht ganz klar im Mittelpunkt, während andere Entwicklungen kaum eine Rolle spielen. Dadurch empfand ich die Handlung als sehr geradlinig.
Mir fehlten überraschende Wendungen und zusätzliche Facetten, die den Figuren und der Geschichte mehr Ausdruck verliehen hätten.
Der Schreibstil von Julia Quinn ist leicht und flüssig zu lesen. Die Seiten lassen sich schnell lesen und einige Dialoge sorgen für unterhaltsame Momente. Trotzdem wirkte die Sprache auf mich stellenweise etwas zu modern für die historische Kulisse und nahm dadurch ein wenig von der Atmosphäre.
Auch die Charaktere konnten mich nicht vollständig erreichen. Annabel und Sebastian sind sympathisch und haben mich gut unterhalten, blieben für meinen Geschmack aber zu wenig ausgearbeitet. Ich hätte mir mehr Einblicke in ihre Gefühle und Beweggründe gewünscht, um eine stärkere Verbindung zu ihnen aufzubauen.
Fazit:
Insgesamt war Bevelstoke: Die Geheimnisse eines Gentlemans für mich eine nette Liebesgeschichte für zwischendurch. Das Buch liest sich angenehm und bietet leichte Unterhaltung, konnte mich aber wegen der fehlenden Tiefe und der vorhersehbaren Handlung nicht vollständig überzeugen.