Billie und Cassie waren in ihrer Kindheit unzertrennlich - doch etwas hat sich verändert, denn eines Tages wird Cassies Baby aus ihrem New Yorker Appartement entführt und eine Etage tiefer steht Billie und hält das schreiende Kind in den Armen. Wie konnte es zu dieser Tat kommen? Was ist zwischen den beiden Freundinnen vorgefallen?
Ich liebe Geschichten rund zum toxische Freundschaften und bin in diesem Buch voll auf meine Kosten gekommen. Die Beziehung zwischen Billie und Cassie ist definitiv keine gesunde, ausgewogene Freundschaft - nicht in der Gegenwart und auch nicht in der Vergangenheit. Die Geschichte wird abwechselnd sowohl aus der Sicht von Cassie als auch von Billie erzählt, was uns spannende Einblicke in die Gedanken der beiden gibt. Gerade wenn die jeweils andere in das Geschehen der Freundin involviert ist, waren die Kapitel für mich besonders stark. Erzählerisch bewegen wir uns erst auf die Entführung von Cassies Kind zu und entfernen uns dann ab der Hälfte etwa wieder von hier und schauen, wie es von da weitergeht. Das ist sehr spannend gemacht. Und dann gibt es auch immer noch eingeschobene Rückblenden aus Billies Vergangenheit, die uns erzählen, wie diese ungewöhnliche Freundschaft zustande kam und auch wie sie zerbrach.
Billie und Cassie waren zwei Charaktere die ich sehr gerne verfolgt habe - besonders sympathisch war mir keine von beiden, jede hatte so ihre Eigenheiten und Obsessionen, die sie zu schwierigen, nicht unbedingt Personen zum gern haben gemacht haben, aber das wäre hier auch fehl am Platz gewesen und hat so perfekt gepasst. Was mich allerdings ein bisschen gestört hat, war die Entwicklung der Charaktere. Gerade bei Cassie hatte ich ziemliche Schwierigkeiten die Person aus den Rückblenden mit der Cassie der Gegenwart in Einklang zu bringen und hatte eher das Gefühl hier von zwei verschiedenen Personen zu lesen, was ich ein bisschen schade fand.
Inhaltlich war die Handlung wirklich spannend und teilweise konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Die Spannung wurde grandios aufgebaut, nur gegen Ende - und das war leider wirklich schade - ist das Ganze irgendwie ein bisschen verpufft. Ich habe hier noch mit einem großen Knall, gleich ob jetzt in Gegenwart oder Vergangenheit gerechnet, aber der ist ausgeblieben und die Handlung hat sich ein bisschen verlaufen. Das hat mich irgendwie ein bisschen enttäuscht zurückgelassen, weil so nicht alle Verhaltensweisen komplett schlüssig für mich waren.
Insgesamt war "Was uns zusammenhält" aber ein sehr spannender Roman um eine toxischer Freundschaft, der mir sehr viel Spaß gemacht hat zu lesen.