In "Die Riesen kommen!" entfaltet H. G. Wells eine jener wissenschaftlichen Romanzen, in denen Spekulation, Satire und Gesellschaftsanalyse untrennbar verbunden sind. Ausgehend von der Erfindung einer wachstumsfördernden Substanz, die zunächst Tiere und schließlich Menschen zu ungeheuren Dimensionen anwachsen lässt, untersucht der Roman die Folgen wissenschaftlicher Hybris ebenso wie die Angst einer kleinbürgerlichen Ordnung vor dem Neuen. Wells' Stil verbindet erzählerische Anschaulichkeit, ironische Zuspitzung und utopische Weite; im Kontext der frühen Science-Fiction erscheint das Werk als Parabel auf Evolution, Fortschritt und sozialen Wandel. H. G. Wells, naturwissenschaftlich ausgebildet und stark von darwinistischem Denken geprägt, schrieb aus einer Epoche heraus, in der Industrialisierung, Biologie und politische Reformbewegungen die Zukunft neu denkbar machten. Seine eigenen Erfahrungen mit sozialem Aufstieg, Bildung und intellektueller Außenseiterschaft erklären die Sympathie des Romans für jene Kräfte, die bestehende Maßstäbe sprengen. Dieses Buch sei Lesern empfohlen, die Science-Fiction nicht bloß als Abenteuer, sondern als Denkform verstehen. "Die Riesen kommen!" ist unterhaltsam, beunruhigend und erstaunlich modern: eine kluge Warnung vor der Enge der Gesellschaft und zugleich ein Plädoyer für die Größe menschlicher Möglichkeiten.