eine sinnliche Reise ins Herz des Mittelalters
Der zweite Band der Triologie Anisbrot in Antiochia entfaltet sich wie ein leiser Zauber aus Gewürzen, Gefahr und Gefühl.
Vor dem Hintergrund der Wirren des Jahres 1190 Kaiser Barbarossa ist tot, sein Kreuzritterheer zerfällt begleitet der Roman einen geschwächten Ritter und jene, die ihn nicht aufgeben wollen. Ritter Diethelm, von der Ruhr gezeichnet und vom Glauben an einen Fluch gelähmt, steht am Rand des Lebens. An seiner Seite: die hochschwangere Delikatessköchin Alkmene, deren Herz ebenso groß ist wie ihr kulinarisches Können, ihr Geliebter Pares, ein kluger Eunuch mit scharfem Verstand, und ein treuer Knappe. Gemeinsam wagen sie den gefährlichen Weg nach Antiochia eine Reise durch lähmende Angst und unermüdliche Hoffnung.
Doch Heilung will sich nicht erzwingen lassen. Keine Speise vermag Diethelm zu retten, bis Pares einen ebenso kühnen wie lebensgefährlichen Plan schmiedet. Alkmenes Kochkunst wird dabei zur heimlichen Heldin: Sie ist Trost, Versuchung und letzte Hoffnung zugleich. In ihrer Küche verschmelzen Liebe und Mut, Gewürze und Gebete, und jedes Gericht erzählt mehr als Worte es könnten.
Der Roman verwebt historische Ereignisse mit einer sinnlichen Liebesgeschichte, die im wahrsten Sinne durch den Magen geht. Zeitgenössische Rezepte eröffnen die Kapitel wie kleine Schatztruhen und stimmen auf das Kommende ein. Man liest mit allen Sinnen, riecht Anis und Granatapfel, schmeckt Honig und Kräuter, hört das Knistern des Feuers und wünscht sich, Alkmene möge auch für einen selbst ihre Kochkünste offenbaren.
Sympathische Figuren, feine Intrigen und eine leise, verborgene Liebe verleihen der Geschichte Tiefe und Wärme und über allem liegt ein bittersüßer Zauber, der lange nachhallt.
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