Henriette Küppers Roman Als uns die Hoffnung am Leben hielt beruht auf einem wahren Ereignis dem Grubenunglück von Lengede im Jahr 1963, das als das Wunder von Lengede in die Geschichte einging. Schon der Gedanke, dass dieses Unglück wirklich passiert ist, verleiht dem Buch eine ganz besondere Intensität.
Drei Menschen stehen im Mittelpunkt: der junge Bergmann Harald, der gerade erst anfängt, unter Tage zu arbeiten, die ehrgeizige Journalistin Simone, die sich beweisen will, und Antonio, der frisch Vater geworden ist. Sie alle verbindet das Schicksal und eine Katastrophe, die ihr Leben auf einen Schlag verändert.
Was mich beim Lesen tief berührt hat, war die stille Kraft, mit der Henriette Küpper erzählt. Ihre Sprache ist klar und unaufgeregt, aber voller Gefühl. Es sind nicht die großen Worte, sondern die kleinen Gesten, Gedanken und Ängste, die unter die Haut gehen. Man spürt die Dunkelheit, das Bangen, die Hilflosigkeit und trotzdem auch den unerschütterlichen Glauben, dass es noch Hoffnung gibt.
Mich hat besonders bewegt, wie sich in der Krise etwas sehr Menschliches zeigt: Mitgefühl, Zusammenhalt, kleine Zeichen von Mut. Die Figuren handeln nicht heroisch, sondern einfach menschlich. Und gerade das macht sie so glaubwürdig und nah.
Einige Rückblenden hätten für meinen Geschmack etwas kürzer sein dürfen, doch sie stören den Erzählfluss kaum. Vielmehr geben sie den Figuren Tiefe und lassen erahnen, wie viel auf dem Spiel steht.
Fazit:
Ein bewegender Roman über ein wahres Ereignis, das unter die Haut geht leise, eindringlich und aufrichtig. Er erzählt nicht nur von einem Unglück, sondern vor allem von Hoffnung, Menschlichkeit und innerer Stärke. Dieses Buch hallt nach. Nicht laut, aber dafür umso tiefer. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.