Selten habe ich mich in letzter Zeit so sehr auf eine Fortsetzung gefreut, wie auf diese hier und ich wurde nicht enttäuscht.
Ich liebe Laura Woods Schreibstil. Es fällt einfach so schwer, ihre Bücher aus der Hand zu legen, weil sie Spannung, teils schwermütigen Tiefgang und Humor abwechslungsreich zu verbinden weiß. Auch diese Geschichte sorgt mit schlagfertigen Dialogen für gute Laune, bietet Momente zum Schmachten und Mitfiebern. Besonders haben mir die passend zu Marigolds Job als Blumenhändlerin liebevoll eingestreuten Details um die Bedeutung von Blumenarten gefallen.
Die Protagonistin ist eine beeindruckende junge Frau, ihr Schwanken zwischen Liebe und Sorge für ihre Familie und eigenen Zukunftswünschen erschien sehr gut nachvollziehbar. Die Sympathie für Oliver wuchs bei mir entsprechend seiner harten Schale und grummeligen Art erst mit einigen Enthüllungen. Es hat diesmal etwas gedauert, bis ich die Funken zwischen dem Paar gespürt habe, letztendlich hat mich das romantische Finale dann aber sogar zu Tränen gerührt. Die Krimihandlung hat jedoch sofort zum Miträtseln eingeladen und zusätzlich dafür gesorgt, dass ich gar nicht bemerkt habe, wie die Zeit während des Lesens verflogen ist.
Ganz besonders hat mich das Wiedersehen mit den Charakteren aus dem ersten Band gefreut sowie die Tatsache, dass wir hier Mrs. Finch etwas näher kennenlernen. Dieser herrlich bunte Freundeskreis hat eindeutig mein Herz erobert und ich erwarte bereits gespannt den dritten Teil der Reihe.
Auch wenn dieser Band ernster und erwachsener als der Vorgänger gestartet ist, merkt man an manch rosaroter Abhandlung von Problemen zum Ende hin doch, dass das Buch auf ein jüngeres Publikum abzielt. Dennoch empfehle ich es allen, die auf der Suche nach einem spicefreien, aber sehr romantischen Mix aus Krimi und Liebesgeschichte vor - keinesfalls verherrlichtem - historischem Setting sind und sich eine ordentliche Prise Feminismus wünschen.