"Tomke gräbt " ist das Bilderdebüt der Kinder- und Jugendbuch- Autorin Lena Hach, das im Februar 2025 bei Mixtvision erschienen ist.
Bereits das Cover zeigt den kleinen Hauptprotagonisten Tomke, der ganz konzentriert mit seiner Tätigkeit des Grabens beschäftigt ist. Alles um ihn herum interessiert ihn nicht, sodass er auf die auf den weiteren Seiten folgenden Fragen nur mit Gesten minimal reagiert ohne Worte und einfach weiter gräbt...
Mein Bild- und Leseeindruck:
Die in warmen und harmonischen Farben dargestellten Illustrationen von Julia Dürr strahlen Ruhe und Gelassenheit aus und passen wunderbar zur Geschichte und dem mit sich zufriedenen kleinen Tomke, der in der Tätigkeit des Grabens völlig aufgeht und alle Reaktionen seiner Familie ausblendet.
Worte gibt es deshalb nur von den Personen, die sein Graben hinterfragen und einen Sinnzusammenhang suchen.
Es beginnt mit den Großeltern, die vermuten, dass Tomke gräbt, um etwas zu pflanzen. " Doch Tomke schüttelt nur den Kopf".
Auch Tomkes Eltern machen sich fragend ihre Gedanken: " Piratenschatz? - Dino- Falle? " Und Tomkes Reaktion ist lediglich ein Seufzen, während er weitergräbt.
Das Loch wird immer größer und die Personen und Fragen werden immer mehr.
Auch die Geschwister haben so ihre Vorstellungen und Wünsche, was es werden soll. Und auch die Nachbarn intervenieren mit ihren Überlegungen.
Die letzten Szenen zeigen noch mal den Kontrast der Geschichte. Zuerst sieht man geschäftiges Treiben von allen Personen, außer Tomke, der inzwischen fast in seinem Loch versunken ist.
Und dann die Reaktion auf die nochmals auffordernde Frage " Was sagst du dazu, Tomke?"
Und auch hier schweigt Tomke wieder und erschöpft vom vielen Graben, liegt er ganz ruhig schlafend im Gras mit zufriedenem Gesichtsausdruck.
Und die letzte Seite lässt mich nochmal schmunzeln, denn hier gibt es schon die nächste intensive Beschäftigung von Tomke: SAMMELN
Mein Fazit:
Ein tolles Bilderbuch mit wunderschönen aquarellartigen Illustrationen und einer Botschaft, die Kinder sofort verstehen.
Tomke agiert als sympathische Identifikationsfigur, der in seinem Graben völlig aufgeht und für den es in diesem Moment nichts Wichtigeres gibt. Er gräbt mit einer Ernsthaftigkeit, verliert sich völlig darin und blendet alles um ihn herum aus und ist mit sich und seiner Welt zufrieden.