Where I Left My Heart von Julia Niederstraßer ist eine Friends-to-Lovers Romance und der erste Band ihrer Broken Hearts Reihe.
Als Juna in ihrer Heimatstadt Kiel das Museum of Broken Hearts entdeckt, ist sie sich sicher, dass sie dort endlich mit ihrer offenbar unerwiderten Liebe zu ihrem besten Freund Link abschließen kann. Man gibt dort ein Erinnerungsstück an seine verlorene Liebe ab und kann endlich nach vorn blicken und sich von der Vergangenheit lösen. Auch Juna versucht das, aber leider scheinen ihre Gefühle für Link das Memo nicht erhalten zu haben. Also geht sie auf Abstand, was in einer gemeinsamen WG ziemlich schwierig wird. Zumal Link weiterhin ihre Nähe sucht und dabei nicht nur freundschaftliche Vibes sprühen. Aber eigentlich hatte er seinen Standpunkt bereits deutlich gemacht, oder nicht?
Ich finde das Thema mit dem Museum of Broken Hearts total spannend und interessant und ehrlich gesagt, sind die Geschichten der hinterlassenen Erinnerungen und Ausstellungsstücke das klare Highlight im Buch. Manchmal bringen sie einem zum Lachen und manchmal hat man einen dicken Kloß im Hals. Hinter allen steht aber die Hoffnung auf einen Abschluss eine glücklichere Zukunft.
Ob dies auch für Juna zutrifft, kann man im Buch herausfinden. Sie ist auf jeden Fall eine sympathische Hauptfigur, die im Gegensatz zu Link deutlich mutiger zu ihren Gefühlen steht. Durch ihre Skoliose hat sie natürlich tief verwurzelte Ängste und Unsicherheiten und es ist immer wieder schön, wenn sie das alles vergessen kann und einfach Juna ist.
Mit Link konnte ich nicht so richtig warmwerden. Klar, er ist ein Guter und auch wirklich loyal und liebenswert. Aber seine Moves, die er mit Juna und ihren Gefühlen mehrfach abgezogen hat, die konnte ich ihm einfach nicht verzeihen. Er verletzt sie, um sich zu schützen, dabei ist seine Vorstellung von Alles auf Anfang absolut illusorisch. Da hätte ich persönlich spätestens nach dem zweiten Heiß-Kalt-Spielchen einen Schlussstrich gezogen. Vor allem, die absolute Verblendung, auf Juna sauer zu sein, weil sie abschließen wollte, obwohl er noch viel krassere Sachen abgezogen hat, um sich von ihr abzulenken, ist einfach nur bodenlos. Teilweise empfand ich ihre Dynamik sogar als toxisch für Juna.
Während ich bei Juna eine echte Entwicklung gesehen habe, gab es die bei Link nicht. Der Funke konnte bei mir nicht überspringen und ich mochte die freundschaftlichen Beziehungen zu Junas Mädels deutlich lieber. Das Buch lohnt sich aber auf jeden Fall für das Museum, welches den roten Faden durch die gesamte Handlung bildet.
Mein Fazit:
Vier Sterne für Juna, Kiel, das Museum und ihre Freunde.