Kiki Baron erklärt zunächst, wer zur Crew gehört sowie Schiffstypen, Reiseformen und Vorzüge der Seetage. Danach, im Hauptteil, präsentiert sie 24 Kreuzfahrtschiffe unterschiedlicher Größe, die 26 bis 6.327 Passagiere aufnehmen. Man erhält erste Eindrücke zur Route, die aber nie deutlich aufgezeigt oder beschrieben wird, wohl aber technische Daten, wie alle unterschiedlichen, verfügbaren Kabinengrößen, Tpps, was bei der jeweiligen Kreuzfahrt in den Koffer gehört (beispielsweise Sonnencreme), unverbindliche Informationen, was man sehen oder dazubuchen könnte und, einem Werbekatalog gleich, Websites und Buchungsmöglichkeiten. Diese Beschreibungen wurden durch viele schöne Fotos ergänzt, vom Schiff, der Einrichtung, Schnappschüssen der Landschaft und des Wassers, von Appetithäppchen oder einem 3*Koch, der ein Dessert dekoriert oder von einem Tier der entsprechenden Region. Das alles ist nett gemacht, vermittelt einen kleinen Überblick und man kann vielleicht selber leichter herausfinden, ob man etwas liebt oder dekadent findet, vielleicht auch seine Größe an Schiff und seine Dosis Luxus bestimmen und sein Lieblingsziel entdecken.
Das Durchblättern und Lesen dieses Buches fand ich schon sehr interessant, die aufwändige Darstellung sehr anschaulich. Dennoch konnte mich dieses Buch nicht vollkommen überzeugen; ich hatte eher das Gefühl, einen Stapel Werbekataloge durchzublättern. Ich vermute, alle über diese Grundinformationen hinausgehenden Angaben kann man unter den beiden jeweils angegebenen Websites sehen und direkt buchen. Gerne hätte ich, die bislang immer vor einer Kreuzfahrt zurückschreckte, exaktere Informationen gefunden, beispielsweise, ob und welche Ausflüge bei den vorgestellten Kreuzfahrten überhaupt inkludiert wären oder wieviel Prozent des Reisepreises man wohl für die Ausflüge, die man auch auf den Websites nicht erfährt, einplanen sollte. Die Kreuzfahrt buchen und dann, gefangen auf dem Schiff erst die Preise zu erfahren, stellt für mich keine Option dar aber es scheint ein gut gehütetes Geheimnis zu sein. Offensichtlich gehöre ich auch gar nicht zur Zielgruppe, die dieses Buch ansprechen möchte, die sich beispielsweise freut, wenn es pro Kabine einen eigenen Butler gibt und die auch vorher gar nicht interessiert, wie die Rechnung hinterher ausfällt. Was mich auch ein wenig irritiert hat, war, dass die Fotos wohl nicht immer dem richtigen Schiff zugeordnet wurden oder praktischereise für mehrere Schiffe genutzt wurden, beispielsweise der Hundesitter/Concierge mit den drei zu hütenden Hunden wurde sowohl aus S. 16 als auch auf Seite 53, der identische Sportraum, nur aus einem leicht anderen Winkel fotografiert, auf S.27 sowie S.73 ala Foto festgehalten; bei mehreren Fotos hatte ich den Eindruck, es bereits bei einem anderen Schiff gesehen zu haben.
Wie gesagt: das Buch ist schön gemacht und auch kurzweilig zu lesen und zu betrachten; bei mir ist der Funke aber leider nicht übergesprungen.