Von Beginn seiner Regierung an bewegte sich Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817) in einem als aufgeklärt gepriesenen, auf Erziehung und Besserung setzenden Umfeld. Als Fürst neuen Typs sah er sich selbst - und als solcher wollte er auch gesehen werden. In Büchern suchte er Anregungen für eine mustergültige Herrschaft. Berühmte Autoren wie Winckelmann, Basedow, Gellert, Lavater und Goethe gewann er für seine Projekte. Wie und mit welchen politischen, kulturellen und literarischen Effekten sich die Begegnung zwischen dem Fürsten und den Autoren gestaltete, diskutiert der Band über "Poesie & Herrschaft" im Vergleich mit benachbarten Residenzen wie Weimar und Bernburg.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt
Christian Eger/Daniel Fulda: Poesie & Herrschaft Einleitung 7
Gute Poesie` eine epochale Idee. Vorbilder, Kombattanten und Kritiker
Christian Eger: Der Fürst als Erzieher. Literatur, Kultur und Herrschaft unter Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau 13
Nicholas Halmi: Fürst Franz und die englische Kultur: eine selektive Wahlverwandtschaft 29
Jana Kittelmann: Moralische Mentorschaft. Zur Lektüre und Rezeption Christian Fürchtegott Gellerts in Wörlitz 43
Ute Pott: Beschützer der deutschen Musen. Der Gleim-Kreis und Dessau-Wörlitz 59
Jürgen Overhoff: Autor, Kosmopolit und Fürstendiener: Johann Bernhard Basedows Lebenswelten zwischen Hamburg, Kopenhagen, Dessau und Philadelphia 73
Jan Brademann: Die Grenzen der Aufklärung. Der Theologe Simon Ludwig Eberhard de Marées im Dessau-Wörlitzer Kontext 87
Paul Beckus: Ein Kreuzzug gegen die Dessauer Aufklärung? Georg Friedrich Rebmanns literarische Kritik an den Verhältnissen in Anhalt-Dessau 111
Zum Vergleich: Weimar und andere Höfe
Stefanie Freyer: Der Fürstenhof um 1800 ein ideales Habitat für Dichter und Denker der Aufklärung? 127
Michael Niedermeier: der Dienern und Unterthanen ein goldnes Zeitalter versprach . Fürst Franz, Goethes Wahlverwandtschaften und die trigonometrische Kartierung des Gartenreiches` Dessau-Wörlitz 143
Christophe Losfeld: Zu Ballenstädt, wo die holde Nymphe Natur mit ihren Stiefschwestern, den schönen Künsten in trauter Vereinigung lebt . Kultur und Literatur am Ballenstedter Hof der 1790er Jahre 171
Daniel Fulda: Was leistet Literatur und für wen? Eine kleine Typologie ihrer Funktionsbestimmungen im ausgehenden 18. Jahrhundert 191
Autorinnen und Autoren 213
Bildnachweis 215