Ein wunderbarer, wendiger und herzerwärmender Krimi mit tollem Plot, spannenden Twists und sehr viel Menschlichkeit.
Wolf September liefert uns hier einen wunderbar wendigen und herzerwärmenden Feelgood Krimi mit exzellentem Plot, spannenden Twists und einer berührenden Love Story als Sahnehäubchen.
Ein bisschen Kitsch, ein bisschen Pomp, ganz viel Rätselraten und eine ordentliche Portion typisch englischer Adels-Snobismus, verpackt in viel Humor und starke Integrität: Die Charaktere sind intensiv gezeichnet mit einer sehr starken Leitfigur, die beeindruckt und Spaß macht. Es ist ein Buch, das sich selbst nicht über-ernst nimmt und dabei ganz entspannt abliefert.
Während sich spannende Beziehungen und Verwicklungen entfalten, menschliche Abgründe auftun, aber auch höchste Höhen, läuft man beständig auf dem Grat zwischen vermuten, ein klein wenig wissen und dem Überrascht-Werden. Das macht Spaß, bringt Spieltrieb und Freude rein und hält die Spannung. Wirklich schön, das macht das Buch so gut.
Man hält nach und nach alle Fäden in der Hand, die Hinweise sind geschickt gesetzt, und bekommt sie trotzdem nicht zusammengeflochten; sieht viele Bäume aber nicht den Wald. Mord in der besten Gesellschaft wird niemals langweilig.
Und schließlich ist es fast ein bisschen schade, dass es zu Ende ist.
Ein zartes Ende, mit dem man in Ruhe wieder ankommen und nach der Aufregung die Anspannung wieder gehen lassen kann. Schön eigentlich, noch einmal sanft an die Hand genommen zu werden und in den Ausklang zu gehen.
Überrascht und besonders bewegt hat mich die tiefe Menschlichkeit, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. In der härtesten Schale steckt die weichste Nuss; ein Mensch voll vielleicht tiefstem Schmerz und Empfindsamkeit. Selten gelingt es Autoren so, wie Wolf September, Menschen so zu nehmen wie sie sind; herausfordernde Seiten würdigend zu benennen, ohne die lichteren zu entwerten.
Einen Stern Abzug gibt es lediglich als Ansporn für und Ausdruck meines Wunsches nach einem noch sorgsameren Korrektorat. Sprache ist Kultur ist Ausdruck ist Seele ist Sein kann Magie wirken - in diesem Sinne habe ich mich mit merklich vielen Tippfehlern und ausbaufähiger Nutzung von Synonymen und Personalpronomen schwer getan.
Dafür ist jedoch die Bildhaftigkeit der Sprache zeitweilig fast schon poetisch und nistet sich mit weitem, warmem Gefühl in Kopf und Herz ein. Und so ist Mord in bester Gesellschaft ein Wohlfühlbuch mit geistigem Anspruch, das sich angenehm hervorhebt.