Früher war mehr Lametta ein Zitat des allseits bekannten Loriot, welches auch ich in meinem Alltag einbaue. Aber woher stammt dieses Zitat eigentlich? Und wer hat Carpe diem in Umlauf gebracht? (Horaz)
Das im Dudenverlag erschienene Buch nimmt sich dieser berühmten Zitate an und erklärt, wie es zu den Aussagen kam, wer sie gesagt hat und warum diese in unsere Sprache miteingeflochten werden.
Aber nicht nur dies wird unter die Lupe genommen, sondern auch, was die Zitate ursprünglich einmal bedeutet haben. Denn nicht jedes Zitat wird heute so verstanden, wie es einst gemeint war.
Der Historiker Christoph Marx nimmt sich diesen Zitaten an und erklärt in interessanter und informativer Weise, wie es zu der heutigen Bedeutung kam. Und es gibt zu jedem Zitat sehr viel zu erzählen.
Knapp 90 % der Zitate waren mir bekannt, auch welche Bedeutung ihnen heutzutage zugesprochen wird. Die anderen 10 % kannte ich leider nicht, aber es war trotzdem mehr als informativ, darüber etwas zu erfahren.
So z. B. der Ausspruch Geh mir ein wenig aus der Sonne. Dieses Zitat wird Diogenes zugeschrieben, der dies zu Alexander dem Großen gesagt haben soll. Hintergrund war ein Besuch Alexanders in Korinth, wo er auf Diogenes traf, der in einem Fass lebend als Bettel-Philosoph sein Leben genießt. Alexander wollte diesen kuriosen Zeitgenossen kennenlernen und suchte ihn auf. Diogenes lag jedoch gerade dösend in der Sonne, als sich Alexander vor ihn stellte und fragte, ob er etwas für ihn tun könne. Doch Alexander warf einen Schatten auf Diogenes, so dass dieser wünschend entgegnete: Geh mir ein wenig aus der Sonne und machte damit deutlich, was er von Alexander hielt. Dieser gab sich jedoch beeindruckt, gewährte Diogenes den Wunsch und zog sich zurück, ließ sich jedoch nicht davon abbringen, dennoch später weitere Gebiete zu erobern. Seinen Respekt zollte Alexander jedoch mit dem angeblichen Ausspruch: Wahrhaftig, wäre ich nicht Alexander, dann möchte ich gerne Diogenes sein. Und hier zitiere ich den Autoren: Auch das wohl ein Zitat, das zu schön ist, um wahr zu sein.
Diogenes Satz wird heute dazu gebraucht, jemandem zu signalisieren, dass er stört und sich entfernen soll.
Der Autor arbeitet sich dabei durch die verschiedenen Jahrhunderte. Wir beginnen in der Antike und im Mittelalter, gehen über den Humanismus, die Aufklärung und Klassik sowie die Moderne bis über die Idealogien hin in die Neuzeit.
Dabei lernen wir etwas über Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser (Lenin) oder Wenn sie kein Brot haben, sollen sich Kuchen essen (Marie Antoinette) und Mach mal Pause (Coca Cola) sowie Ich habe fertig (Trapattoni).
Möge die Macht mit dir sein lehrte uns Star Wars, während Jesus uns predigte Es ist vollbracht. Dante warnte uns Lass alle Hoffnung fahren und wir sangen mit Monty Python Always look on the bright side of life. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben wurde von Gorbatschow in Umlauf gebracht, aber Obama gab Hoffnung mit Yes, we can.
Diese und noch sehr viel mehr bekannte Zitate werden abgehandelt.
Ich hatte viel Spaß beim Lesen, habe mich mehr als einmal gewundert, wieso es zu dem Zitat kam und war auch überrascht, dass ich manche Zitate jemand anderem zugeordnet habe, als es letztendlich der Fall war. Also wieder was gelernt, und dies mag ich bei den Büchern im Dudenverlag sehr.
Meggies Fussnote:
Ich weiß, dass ich nichts weiß (Sokrates/Platon)